Ullrich packt in TV-Show über Doping aus
«Hätte den ganzen Radsport auffliegen lassen können»

Jan Ullrich spricht in der Talkshow «Inas Nacht» offen über seine Karriere und Skandale. Der deutsche Ex-Radstar gesteht Fehler ein, spricht über Doping und die dunklen Jahre nach seinem Karriereende.
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Jan Ullrich spricht in einer deutschen TV-Show über seine Karriere und Doping.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

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  • Jan Ullrich (52) spricht in «Inas Nacht» über Doping und Karriere
  • Er gab 2023 zu, während seiner Radsport-Karriere Eigenblutdoping genutzt zu haben
  • Während seiner Karriere hätte aber jeder gedopt
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Manuela BiglerRedaktorin Sport-Desk & Respeakerin

Am Donnerstagabend ist Jan Ullrich (52) in der deutschen Talkshow «Inas Nacht» zu Gast. Der ehemalige Radprofi packt dabei erneut über seine Karriere sowie über Doping im Radsport aus. Kurz vor Beginn der Tour de France 2006 war Ullrich wegen Eigenblutdopings von der Tour ausgeschlossen worden. «Ich hätte damals den ganzen Radsport auffliegen lassen können», verrät er in der Show.

Getan habe er es nicht, weil er seinen Sport «dafür zu sehr geliebt habe» und «niemanden reinreiten wollte». Doping habe in seiner Zeit einfach dazugehört, so Ullrich, der im November 2023 erstmals öffentlich zugab, während seiner Karriere gedopt zu haben. Alle hätten es gemacht – und das auch in anderen Sportarten. «Wir haben uns angepasst an das, was andere eh schon gemacht haben», erzählt der Deutsche. Man habe sich dabei eingeredet, dass es kein Doping sei, weil es «auf Talent und Können ankomme, wenn es alle machen».

«Es war eine Scheisszeit»

Er schäme sich für vieles, Doping gehöre jedoch nicht dazu. Aber: «Es war eine Scheisszeit. Es hat mich gekillt. Doping hat mich zehn Jahre gekostet», gibt der 52-Jährige zu. Für ihn sei es noch immer ein schwieriges Thema. «Aber immerhin ist durch das, was wir damals verzapft haben, jetzt ein sauberer Sport entstanden», freut sich Ullrich. Seine Hand will er dafür aber nicht ins Feuer legen. «Aber ich will glauben, dass alles sauber ist», so der Ex-Radprofi, der 1997 als erster und bis heute einziger Deutscher die Tour de France gewann.

Durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse seien nun legale Mittel geschaffen worden. «Drei Wochen Höhentrainingslager haben ungefähr denselben Effekt wie damals Epo-Doping», ist sich Ullrich sicher. Beides kurble die Bildung von roten Blutkörperchen an, wodurch das Blut mehr Sauerstoff transportieren kann und die Leistung verbessert wird. Das eine sei dabei legal, das andere eben nicht.

«Dann fällt jeder tot um»

Nach dem Dopingskandal und seinem Karriereende im Februar 2007 folgten für Ullrich private Krisen, Unfälle, Eskapaden und Gerichtsverhandlungen. Für ihn war das «eine superharte Zeit, die schwieriger als die Tour de France» gewesen sei. «Wenn du neun Zigaretten auf einmal rauchst, zwei Flaschen Whisky am Tag trinkst und noch andere Sachen nimmst, fällt jeder tot um. Ich bin irgendwie nicht umgefallen», gibt Ullrich, der nach eigenen Angaben mittlerweile keinen Alkohol mehr trinkt, Einblick. 

Er sei nicht stolz darauf. Weil er nun wieder «ein gutes und glückliches Leben habe», könne er aber akzeptieren, dass auch die düsteren Zeiten zu seinem Leben gehören. «Hölle und Himmel – ich habe alles irgendwie schon gemacht», schliesst die Radlegende ab.

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