Eigentlich steht der Gesamtsieg von Jonas Vingegaard schon vor der 20. Etappe des Giro d'Italia fest – zu gross sein Vorsprung von vier Minuten auf den ersten Verfolger, zu souverän seine Auftritte auf Italiens Strassen in den letzten drei Wochen. Genug hat der Däne deshalb aber noch lange nicht: Bei der Bergankunft in Piancavallo untermauert er seine Vormachtstellung und holt sich seinen insgesamt fünften Etappensieg an dieser Rundfahrt.
Vingegaard profitiert dabei von der idealen Vorarbeit seiner Teamkollegen: Als er rund zehn Kilometer vor dem Ziel zur entscheidenden Attacke ansetzt, ist die Gruppe der Favoriten kräftig ausgedünnt. Kurz darauf holt er auch die letzten verbliebenen Mitglieder der einst siebenköpfigen Spitzengruppe ein – und setzt damit endgültig zur Triumphfahrt an.
Dabei stoppen können ihn auch technische Probleme nicht: Rund 60 Kilometer vor dem Ziel hat Vingegaard kurz anhalten und den Luftdruck in seinem Vorderreifen prüfen müssen. Zu einem Radwechsel ist er aber nicht gezwungen.
Vingegaard-Teamkollege geht leer aus
Sein Polster an der Spitze des Gesamtklassements baut der 29-Jährige so auf über fünf Minuten aus. Der flachen Schlussetappe in Rom am Sonntag, auf der im Kampf um das rosafarbene Leadertrikot traditionell nicht mehr angegriffen wird, kann er somit gelassen entgegensehen.
Hinter dem Giro-Dominator sichern der Österreicher Felix Gall und der Australier Jai Hindley ihre Podestplätze ab – die beiden fahren auch auf der 200 Kilometer und mit fast 4000 Höhenmetern gespickten letzten Bergetappe auf die Ränge 2 und 3. Michael Storer, der beste Vertreter des Schweizer Tudor-Teams, verbleibt auf Gesamtrang 7.
Entschieden ist auch der Kampf in der Bergwertung, wo Giulio Ciccone (It) Vingegaard auf Distanz hält. Im Rennen um das weisse Trikot für den besten Jungprofi erreicht der bisherige Leader Afonso Eulalio aus Portugal die Ziellinie in Piancavallo vor seinem letzten Herausforderer und Vingegaard-Teamkollegen Davide Piganzoli (It).