Darum gehts
- Vor dem Start in Bergamo protestiert das Feld fünf Minuten
- Es fordert nach Finlay Tarlings Tod mehr Streckenschutz
- Paul Seixas gewinnt die Lombardei solo als jüngster Sieger
Tadej Pogacar (28) hiess der Gewinner der Lombardei-Rundfahrt in den vergangenen fünf Jahren – in diesem Jahr fehlt der Dominator. Und Paul Seixas (20) nutzt die Chance prompt: Der Franzose gewinnt den Herbstklassiker vor Vuelta-Sieger Enric Mas (31) und dem Italiener Giulio Ciccone (31). Seixas darf sich bei der 120. Ausgabe der Rundfahrt als jüngster Sieger der Geschichte feiern lassen.
An der Startlinie in Bergamo bleiben die Profis zuvor fünf Minuten lang geschlossen stehen. Grund ist die Sorge um die eigene Sicherheit und das Gedenken an Finlay Tarling, der zuletzt bei der Portugal-Rundfahrt tödlich verunglückt ist.
«Wir können nicht länger hinnehmen, dass Menschen bei dem, was wir lieben, verletzt werden oder sterben», fordert Remco Evenepoel (26) per Mikrofon mehr Schutz vor Fahrzeugen auf der Strecke. Erst nach dem Appell an die Veranstalter rollt das Feld los.
Seixas nutzt Aufstieg nach Civiglio
Rund 18 Kilometer vor Schluss sorgt der spätere Sieger für die Vorentscheidung. Seixas verschärft das Tempo dermassen, dass nur noch Tom Pidcock, Giulio Ciccone und Enric Mas folgen können. Top-Favorit Evenepoel, Weltmeister Brandon McNulty und auch Mitfavorit Isaac del Toro müssen sich bereits geschlagen geben.
Seixas schafft es, sich auch von den letzten Begleitern abzusetzen. Er meistert die verbleibenden 18 Kilometer als Solist und trifft in Como nach 239 Kilometern als einsamer Sieger im Ziel ein. Evenepoel setzt sich später noch von der Verfolgergruppe ab und rettet immerhin den vierten Platz.
Mit diesem Triumph ist Seixas nicht nur der jüngste Sieger der Lombardei-Rundfahrt überhaupt, sondern auch der drittjüngste Fahrer, der je eines der fünf Monumente des Radsports gewinnen konnte.