Darum gehts
- Einer Rubio kollidierte auf Alpe d’Huez mit einem Begleitfahrzeug
- Gesichtsverletzungen mit 20 Stichen genäht, keine Knochenbrüche festgestellt
- Tausende Fans verursachten gefährliche Enge trotz verstärkter Sicherheitsmassnahmen
Unschöne Szenen spielten sich am Freitag auf der legendären Alpe d’Huez ab. Während die Fahrer auf der 19. Etappe der Tour de France von einer überwältigenden Menschenmenge flankiert wurden, ereignete sich abseits der TV-Kameras ein schwerer Unfall.
Der Kolumbianer Einer Rubio (28) vom Movistar-Team musste das Rennen aufgeben, nachdem er bei der chaotischen Bergankunft heftig auf das Begleitfahrzeug des UAE-Team Emirates aufgefahren war. Wie seine Mannschaft später auf der Plattform X mitteilte, zog sich der Fahrer Verletzungen zu, die ihn zur Aufgabe zwangen. Die Gesichtsverletzungen mussten mit 20 Stichen genäht werden, gebrochen ist nichts. Rubio konnte das Spital am Abend verlassen.
Das Unglück war nicht live im Fernsehen zu sehen. Videos in den sozialen Medien zeigen jedoch den dramatischen Moment: Ein Zuschauer trat unvermittelt auf die Fahrbahn, woraufhin der UAE-Begleitwagen abrupt bremsen musste. Rubio, der dicht hinter dem Fahrzeug fuhr, hatte keine Möglichkeit mehr auszuweichen und kollidierte frontal mit der Heckscheibe.
Zuschauer sorgen für riskante Situationen
Die Stimmung auf der Alpe d'Huez kippte während der Etappe mehrfach von beeindruckend zu gefährlich. Tausende Fans drängten sich auf die Strecke, oft so dicht, dass für Fahrer, Begleitmotorräder und Teamfahrzeuge nur ein schmaler Korridor übrigblieb. Diese Enge führte zu riskanten Situationen, die schliesslich in Rubios Unfall mündeten. Auch andere Fahrer, wie der Belgier Remco Evenepoel, mussten den chaotischen Umständen Tribut zollen. Er sah sich gezwungen, einen Angriff abzubrechen, als er in einem der engsten Abschnitte der Bergfahrt hinter Begleitmotorrädern stecken blieb.
Dabei hatte die Tour-Organisation bereits im Vorfeld verstärkte Sicherheitsmassnahmen angekündigt. Zusätzliche Absperrungen, Seile und Polizeipräsenz sollten vor allem an neuralgischen Punkten wie der berühmten «Holländischen Kurve» (Kurve 7) und den letzten Kilometern der Etappe für Ordnung sorgen. Doch trotz der Vorsichtsmassnahmen blieb das Verhalten der Zuschauer ein unkalkulierbares Risiko.
Dieser Artikel ist zuerst auf «sportnieuws.nl» erschienen. Die holländische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.