«Irgendwann kommt der Moment, an dem man überhitzt»
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TDS-Stars über Hitze:«Irgendwann kommt der Moment, an dem man überhitzt»

Hitzewelle bringt Rad-Stars ans Limit
«Ober- und Unterhitze wie in einem Backofen»

Hitzeschlacht an der Tour de Suisse: Bei 34 Grad kämpfen die Fahrerinnen und Fahrer rund um Bad Ragaz im St. Galler Rheintal gegen brennende Sonne und glühenden Asphalt.
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Die Hitzewelle an der diesjährigen Tour de Suisse bringt die Rad-Stars ans Limit.
Foto: IMAGO/Photo News

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tour de Suisse wird bei 34 Grad zur Hitzeschlacht in Bad Ragaz SG
  • Fahrerinnen kühlen sich mit Eisstrümpfen und Kühlwesten
  • Reusser 55 Sekunden hinter Longo Borghini, Zeitfahren über 23,7 km entscheidend

Die Sonne brennt – und mit ihr die Körper der Fahrerinnen und Fahrer. Bei 34 Grad wird die Tour de Suisse zur Hitzeschlacht. Niemand kann den Temperaturen entkommen, auch nicht auf der dritten Etappe in Bad Ragaz SG.

«Vor allem an den Anstiegen ist es brutal. Von oben grillt die Sonne, von unten strahlt der Asphalt. Ober- und Unterhitze wie in einem Ofen», sagt Klettertalent Ginia Caluori (23) mit einem Lächeln.

Von Eisstrümpfen bis hin zu Kühlwesten

Die Frauen starten jeweils am Morgen und haben damit einen kleinen Vorteil. Erträglich wird die Hitze deshalb nicht. Besonders bergauf fehlt der kühlende Fahrtwind. «Neben der Belastung des Rennens setzt die Hitze dem Körper zusätzlich zu. Das ist sehr anspruchsvoll», sagt Titelverteidigerin Marlen Reusser (34).

Damit ihr nicht die Kräfte ausgehen, trinkt und kühlt sich die Zeitfahr-Weltmeisterin bei jeder Gelegenheit. Immerhin: So heftig wie 2019, als sie mal in Thailand ein Rennen fuhr, ist es nicht. Reusser erinnert sich: «Wir hatten 40 oder 45 Grad, dazu eine unfassbare Luftfeuchtigkeit. Da blinkten meine Warnlampen.»

Die Methoden gegen die Hitze ähneln sich: viel trinken, Wasser über den Kopf giessen, Eisstrümpfe in den Nacken legen. Marc Hirschi (27) erscheint vor dem Rennen mit einer Kühlweste. «Nach ein paar Minuten lässt die Wirkung nach. Irgendwann wird die Hitze so stark, dass sie die Leistung begrenzt.» Der Berner bereitete sich wochenlang in Spanien auf hohe Temperaturen vor.

Liechtis Aufwand zahlt sich aus

Auch U23-Vizeweltmeisterin Jasmin Liechti (23) trainierte gezielt. Allerdings zu Hause in Burgdorf. «Ich sitze auf der Rolle im Zimmer, mit langen Kleidern und Regenjacke. Ziel ist es, die Körpertemperatur hochzutreiben und eine Stunde durchzuhalten.» Der Aufwand zahlt sich aus. Beim Sprint-Sieg der Britin Zoe Bäckstedt (21) wird Liechti Fünfte und beste Schweizerin.

Reusser sammelt einige Bonussekunden und liegt nun 55 Sekunden hinter Leaderin Elisa Longo Borghini (34, It). Kann sie den Rückstand im 23,7 Kilometer langen Zeitfahren von Aarburg SO aufholen? Reusser winkt ab: «Nein, das ist zu viel. Die Strecke ist flach, dort sind die Abstände meist kleiner als am Berg. Zudem hat sich Elisa im Zeitfahren stark verbessert.» Vieles deutet deshalb auf einen Showdown am Sonntag hin, wenn die Bergetappe in Villars-sur-Ollon VD ansteht.

Selbst Gewitter bringt keine Abkühlung

Die Hitze bleibt das beherrschende Thema. Selbst einige Gewitter in Bad Ragaz bringen kaum Abkühlung. Silvan Dillier (35) erzählt: «Ich gab einem Teamkollegen einen kalten Bidon. Obwohl ein isotonisches Getränk drin war, kippte er alles über den Kopf. Es war ihm egal, dass er danach klebrig war.»

Steffi Häberlin (28) geht pragmatischer mit den Bedingungen um. «Ich habe keinen Bock auf Hitzetraining. Deshalb beschwere ich mich später auch nicht und suche keine Ausreden», sagt sie.

Ihre Vorbereitung ist einfach: «Ich akzeptiere jede Temperatur und ziehe mein Training durch – immer das gleiche Programm, zur gleichen Zeit, bei jedem Wetter.» Die Hitze spürt sie trotzdem. Im Rennen tritt sie jedoch oft in den Hintergrund: «Dann nehme ich sie häufig gar nicht mehr wahr, weil ich meistens andere Sorgen habe.»

Bei den Männern am besten mit den extremen Bedingungen umgehen kann der dreifache Giro-Etappensieger Jhonatan Narvaez (29), der den Tagessieg vor dem Belgier Xandro Meurisse (34) feiert. Bester Schweizer wird Fabian Weiss (24), der 22. wird. Top-Favorit Tadej Pogacar (27) liegt im Gesamtklassement weiterhin an erster Stelle.

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