Es ist eine Etappe, die sich Stefan Küng schon vor dem Start der Vuelta dick angestrichen haben dürfte – und der Thurgauer holt sich auf dem 18. Teilstück in seiner Paradedisziplin, dem Zeitfahren, tatsächlich den Sieg.
Die 32,1 Kilometer zwischen El Puerto de Santa Maria und Jerez de la Frontera im Süden Spaniens absolviert Küng in 35:22 Minuten und weist im Ziel damit drei Sekunden Vorsprung auf seinen ersten Verfolger, den Briten Callum Thornley, auf. Dabei kommt er am Schluss allerdings noch etwas ins Zittern – bei der zweiten Zwischenzeit ist das Polster mit elf Sekunden noch komfortabler gewesen.
«Nach der zweiten Zwischenzeit habe ich einige Kurven etwas falsch eingeschätzt, habe dann aber wieder in den Rhythmus gefunden – das hat den Unterschied ausgemacht», erklärt ein glücklicher Küng nach getaner Arbeit im Siegerinterview.
Es ist sein zweiter Etappensieg an einer Grand Tour nach dem Vuelta-Abschlusszeitfahren 2024. Damit holt er sich auch ein gutes Gefühl für das WM-Rennen in dieser Disziplin, das am 20. September im kanadischen Montreal stattfindet – so lässt er etwa andere Zeitfahrspezialisten wie Primoz Roglic, Olympiasieger von 2021, und Wout van Aert relativ deutlich hinter sich. Remco Evenepoel, amtierender Weltmeister in dieser Disziplin, stand in Spanien aber ebenso wenig am Start wie die WM-Mitfavoriten Filippo Ganna und Joshua Tarling.
Spanier bleibt im Leadertrikot
Roglic ist auf dieser 18. Etappe immerhin der Schnellste unter den Anwärtern auf das Gesamtklassement, wobei er Leader Enric Mas als Etappensechster allerdings nur 33 Sekunden abnimmt – der Spanier bleibt somit im roten Trikot des Gesamtführenden. Von Roglic, der den bislang Zweitplatzierten Felix Gall deutlich hinter sich lässt und damit neu Mas’ erster Verfolger ist, trennen ihn neu 1:37 Minuten.
Damit hat Mas vor dem Abschlusswochenende die Vorteile auf seiner Seite, denn: Die beiden wohl entscheidenden Etappen am Freitag und Samstag finden im Hochgebirge statt, wo der Lokalmatador dem Vuelta-Rekordsieger Roglic bislang überlegen gewesen ist.