«Ich war 16, als ich mit dem Töffli unterwegs war», erzählt Jürgen Kallfass. «Abschüssige Strasse. 90 km/h. Sturz.» Der gebürtige Deutsche knallt in die Leitplanke und bricht sich den Oberschenkel.
Die Hauptschlagader wird durchtrennt. Das Bein verfärbt sich schwarz und muss amputiert werden. Kallfass lässt sich nicht unterkriegen – und entdeckt das Velofahren für sich – mit Prothese. «Mittlerweile ist es eine Art Sucht», sagt er zu BLICK. Ihn reizt die Frage: «Wie weit kann ich eigentlich fahren?»
720 Kilometer hat er schon am Stück geschafft. Im August sollens 1009 Kilometer werden. Kallfass nimmt an der Tortour teil. Dem härtesten Nonstop-Ultracycling-Rennen der Schweiz.
Kallfass hat für die Strecke 52 Stunden Zeit – nur vier Stunden mehr als zweibeinige Athleten. Für sein Abenteuer braucht der Wahl-Aargauer, der mit Frau und Tochter (3) in Aarau wohnt, nun noch Geld: «Material, Begleitfahrzeuge, Verpflegung – alles kostet.»
Auf der Seite www.ibelieveinyou.ch hat er ein Crowdfunding gestartet. «Das Ziel sind 5000 Franken. Die Tortour zu beenden wäre ein Triumph für mich!» (vuc/vil/bö)