Franzose lebt im Van und geniesst die Zeit mit seinem Hund
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Zum dritten Mal als Volunteer:Franzose lebt im Van und geniesst die Zeit mit seinem Hund

In Russland war er ein Star
Verrückter Olympia-Helfer (79) schläft drei Wochen im Auto

Ein Hotel war ihm zu teuer. Also richtete sich Jacky Delaup seinen Schlafplatz direkt neben der Skisprungschanze in Predazzo ein. Für den Franzosen sind es seine dritten Olympischen Spiele als Helfer. Ein Moment rührte ihn dabei zu Tränen.
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Beste Freunde: Während der Olympischen Spiele schlafen Jacky Delaup und sein Hund Sqizz gemeinsam im Van.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jacky Delaup lebt während den Olympischen Spielen drei Wochen mit Hund im Van
  • Der Franzose ist ein riesiger Skisprung-Fan – deshalb meldete er sich als Helfer
  • 1992 sprang sein Sohn Steve an Olympia in Albertville auf den sechsten Rang
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Nicola AbtReporter Sport

Jacky Delaup (79) zog in Sotschi alle Blicke auf sich. Französisches und russisches Fernsehen berichteten über den Mann, der 3000 Kilometer mit dem Velo zu den Olympischen Spielen gefahren war. «Ich fühlte mich wie ein Star, alle wollten etwas von mir. Ich erhielt sogar ein Ticket für die Eröffnungsfeier geschenkt», erinnert er sich.

Zwölf Jahre später hat sich der Franzose aus Courchevel wieder etwas Ungewöhnliches einfallen lassen. Diesmal aber, um überhaupt dabei sein zu können. Denn ein Hotel in Predazzo war ihm zu teuer. Also fuhr Delaup über 600 Kilometer mit seinem Van und stellte diesen ein paar Hundert Meter von der Skisprungschanze entfernt ab.

Alkohol aus der Heimat als Geschenk

Seit drei Wochen lebt er darin mit seinem Hund Sqizz. «Wir sind beste Freunde. Ich bin froh, dass er mir hier Gesellschaft leistet», erklärt der Franzose und schaut seinen sechsjährigen Vierbeiner dabei verliebt an. Sqizz hat er aus dem Tierheim gerettet. Während des Gesprächs bellt er minutenlang eine Katze an, die sich versteckt hat. «Ein typischer Hund halt.»

Delaups Stellplatz liegt auf einem Bauernhof. Der Besitzer erlaubt ihm, Strom zu beziehen sowie Dusche und Toilette zu benutzen. «Sonst hätte ich es hier nicht drei Wochen ausgehalten», sagt er und öffnet die Schiebetür seines Vans.

Zwischen Kleidung, Kochutensilien und einem Bett stehen mehrere Flaschen französischer Rotwein. Delaup hat sie von zu Hause mitgebracht. «Ich bin kein Alkoholiker», stellt er lachend klar. Er verschenkt sie an andere Helfer.

Sein Sohn ist ein Olympionike

Sich in einem fremden Land zurechtzufinden, fällt Delaup nicht schwer. Er war sein Leben lang unterwegs. Als Koch arbeitete er in Frankreich, London, Kanada – und der Schweiz. «Ich war einige Monate in Genf. Die Stadt war super. Es hatte viele tolle Leute. Doch die Qualität unserer Zutaten passte mir nicht.»

Nebst der Leidenschaft für das Kochen schlägt sein Herz für den Radsport und das Skispringen. Selbst wagte er sich aber noch nie von der Schanze. «Ich kehrte jeweils spätestens um, als ich oben auf dem Balken sass.» Stattdessen sprang sein Sohn Steve. Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville wurde er Sechster auf der Kleinschanze.

Bis zu Valentin Fouberts fünftem Rang an diesen Spielen das beste Olympia-Resultat eines französischen Skispringers. Foubert stammt wie Delaup aus Courchevel. «Ich kenne ihn seit Jahren. Deshalb kamen mir nach seinem historischen Erfolg die Tränen.»

Beeindruckt von der russischen Organisation

Solche Momente aus nächster Nähe verfolgen zu dürfen, ist sein grösster Antrieb, um wenn immer möglich vor Ort zu sein. 2018 wollte er nach Pyeongchang reisen. Doch dort waren ausschliesslich einheimische Helfer zugelassen. Vier Jahre später verhinderte die Corona-Pandemie einen Einsatz in Peking.

Nun also Italien. Seine dritten Olympischen Spiele. Nach Courchevel 1992 und Sotschi 2014. In Russland sei vieles anders gewesen. «Putin wollte, dass alles perfekt ist», erinnert er sich. Die Organisation sei beeindruckend gewesen. Geschlafen hat er damals in einem Zimmer mit drei weiteren Helfern. «Das war super. Zudem wurden wir zweimal am Tag verpflegt.»

Tägliche Updates in den sozialen Medien

In Predazzo ist das anders. Nebst den fehlenden Unterkünften kritisiert Delaup die Verpflegung. «Das Essen ist richtig schlecht», so der gelernte Koch. Die Helfer erhalten nur eine Mahlzeit pro Tag. Deshalb sucht Delaup regelmässig einen Supermarkt auf.

Was er an den Spielen alles erlebt, erfahren seine Follower auf Facebook. Täglich berichtet Delaup von grossen Emotionen, kleinen Pannen und Begegnungen am Rand der Schanze. «Ich habe bereits über 300 Follower», sagt er stolz.

Ein grosses Ziel im Jahr 2030

Während andere langsam ans Packen denken, plant er schon seinen nächsten Trip. In vier Jahren machen die Spiele in seiner Heimat halt. Die Schanze liegt dann fast vor seiner Haustür. Delaup will wieder mit dem Velo anreisen. «Bis dann habe ich elektrische Unterstützung. Zum 80. Geburtstag gönne ich mir das.»

Noch heute fährt er 7000 Kilometer pro Jahr. Denn für Delaup ist eines klar: Wenn die Skispringer 2030 durch die Luft segeln, will er fit genug sein, um ihnen erneut vor Ort die Daumen drücken zu können.

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