Darum gehts
- Eiskunstläufer Maxim Naumov erinnert bei Olympia-Premiere an verstorbene Eltern
- Eltern starben am 29. Januar 2025 bei Flugzeugabsturz nahe Washington
- Naumov qualifiziert sich mit Platz 14 für die Kür am Freitag
Erstmals an Olympischen Spielen dabei zu sein, ist für alle Athleten ganz speziell. Für den US-amerikanischen Eiskunstläufer Maxim Naumov war die Premiere am Dienstagabend besonders emotional: Der 24-Jährige hat vor ziemlich genau einem Jahr seine Eltern bei einem Flugzeugabsturz verloren.
Am 29. Januar 2025 kamen die beiden früheren Eiskunstlauf-Stars Evgenia Shishkova (†52) und Vadim Naumov (†55), die 1994 WM-Gold im Paarlauf gewonnen hatten, ums Leben. Sie sassen wie auch diverse US-Talente im Flugzeug, das Nahe der Hauptstadt Washington abgestürzt ist.
Bei seinem Auftritt im Kurzprogramm steht auf dem Videowürfel in der Eishalle eine Botschaft von Naumov: «Mama und Papa, das ist für euch.» Im Publikum sitzt seine Grossmutter, die fiebert mit. Als Naumov wieder bei seinen Trainern sitzt, hält er ein Foto von sich als kleiner Junge mit seinen Eltern in die Kamera.
«Ich hoffe, ich mache sie stolz»
Mit seinem 14. Platz hat er sich für die Kür am Freitag qualifiziert. Er bedankt sich bei allen, die ihn auf dem Weg an die Winterspiele unterstützt haben – vor allem bei seinen Eltern. «Ich fühlte mich, als werde ich geführt, als würde eine Hand auf meinem Rücken mich nach vorne drücken. Ich habe ihre Präsenz gespürt», sagt er gegenüber den offiziellen Olympia-Kanälen.
Sie seien nicht nur seine Trainer gewesen, sondern auch seine Superhelden, seine Vorbilder und der grösste Halt. «Mein Vater sagte, bis zu den Olympischen Spielen sei alles nur Training, und ich kann Ihnen gar nicht in Worte fassen, wie sehr mich diese Worte berührt haben – und auch, dass ich mich dieser Herausforderung stellen konnte.» Bei der Veranstaltung «Legacy on Ice», die im März 2025 zu Ehren seiner Eltern durchgeführt wurde, konnte Naumov seine Tränen verständlicherweise nicht zurückhalten.
Olympisches Edelmetall blieb dem Duo, das zwischen 1991 und 1995 fünf EM- und zwei WM-Medaillen gewann, sowohl 1992 in Albertville (Fr) als auch in 1992 in Lillehammer (Nor) verwehrt. Ein Traum, den sich Naumov am Freitag in der Kür, in der auch der Schweizer Lukas Britschgi starten wird, erfüllen möchte. Sein grösstes Ziel ist aber ein anderes: «Ich hoffe, ich mache meine Eltern stolz.»
