Deutsche geben zu: «Habens selber verbockt»
Streif-Überraschung wegen Selektions-Panne nicht bei Olympia

Shooting-Star Luis Vogt überzeugte auf der Hahnenkamm-Abfahrt mit dem 8. Rang. Trotzdem darf der Deutsche in Bormio nicht an den Trainingsfahrten teilnehmen. Das deutsche Team gibt einen Fehler zu.
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Luis Vogt (23) fuhr in Kitzbühel in der Abfahrt auf den 8. Rang.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Luis Vogt trotz 8. Rang bei Hahnenkamm-Abfahrt nicht für Olympia nominiert
  • Deutscher Skiverband bat IOC um Nachnominierung für drei Trainings in Bormio
  • IOC erlaubt Vogt nur letztes Abfahrtstraining in Bormio, Experten kritisieren
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Petar Djordjevic

Die Quotenplätze der Olympischen Winterspiele liefern eine Woche vor dem Fackellauf weiterhin kuriose Geschichten. Nachdem der Franzose Victor Muffat-Jeandet (36) leer ausgegangen war und danach klare Worte an das IOC richtete, muss jetzt auch ein deutscher Ski-Profi zu Hause bleiben. Und wieder gehts nicht ohne Nebengeräusche.

Getroffen hats nun das 23-jährige Talent Luis Vogt. Dabei hat dieser einen vorzüglichen Januar hinter sich. Erst am vergangenen Wochenende, bei der spektakulären Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel, holte er den starken 8. Rang.

Eigentlich sind damit die Anforderungen für eine Olympia-Selektion locker erfüllt. Eigentlich. Denn der deutsche Olympia-Zug ist da für Vogt bereits abgefahren.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sein Aufgebot für die Winterspiele 2026 nämlich bereits vor den Kitzbühel-Wettkämpfen eingereicht. Vogt war da noch nicht berücksichtigt worden.

Ein Training in Bormio ist zu wenig

Die etwas voreilige Selektion versuchten die Deutschen nachträglich – zumindest teilweise – noch etwas zu korrigieren. In einem Brief an das IOC bat das deutsche Team um die Erlaubnis, Vogt wenigstens für die drei Abfahrtstrainings in Bormio nachzunominieren. Somit bestünde für ihn die Möglichkeit, nachzurücken, sollte sich ein Fahrer verletzen.

Wolfgang Maier, Sportvorstand des Deutschen Skiverbandes, sagt: «Wir wollten nicht die internationale Quote sprengen, wir wollten nur die Möglichkeit haben, mit zwei Leuten im Training zu fahren.» Bei den Deutschen ist in der Abfahrt bloss Simon Jocher (29) fix nominiert.

Das IOC erteilte den Deutschen jetzt aber eine Absage und gestand Vogt nur das letzte Training vor der Abfahrt zu, was für eine schwere Piste wie jene in Bormio, gemäss Experten, zu wenig ist. Top-Funktionär Maier sprach deshalb von einer «nicht besonders befriedigenden Lösung».

Der deutsche ARD-Experte Felix Neureuther (41) bezeichnet die Situation als «totalen Krampf» und sagt über das ganze Selektions-Verfahren: «Diese Regelung regt mich wahnsinnig auf.» Und Wolfgang Maier gesteht ein: «Es nützt uns nichts, Schuldzuweisungen zu machen. Wir haben es, in Anführungszeichen, auch selbst verbockt.»

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