Eine denkwürdige Siegerin, ein brutaler Sturz, viele Plattfüsse und ein Schweizer Team ohne Medaille. Alessandra Keller fährt auf Rang 7 – das Mountainbike-Rennen der Frauen ist ein echter Thriller.
Keller kämpft wie gewohnt verbissen um jeden Meter. Doch die Nidwaldnerin ist am Ende schlecht belohnt. Zwischenzeitlich schnuppert sie an Silber und Bronze. Doch auf der letzten Runde fasst sie als eine von vielen Fahrerinnen auch noch einen Plattfuss und rettet nach der Reparatur den siebten Rang mit einem Schlussspurt gegen die Neuseeländerin Maxwell.
Schade! Keller war an diesem Sonntag die grösste Schweizer Hoffnung auf die erste Medaille in Paris. Teamkollegin Sina Frei, in Tokio 2021 noch Zweite, hat nie eine Chance. Schon in der ersten Runde spukt die Schaltung. Die Zürcherin kann nach der Reparatur nur noch hinterherfahren und landet auf dem 21. Rang.
Schock um Podest-Kandidatin Lecomte
Das Rennen auf einem Hügel bei der Ortschaft Elancourt in der Nähe von Paris ist für die vielen Fans nichts für schwache Nerven. Zwar siegt Topfavoritin Pauline Ferrand-Prevot derart dominant, dass die Zuschauer bereits die Marseillaise brüllen, als die neue Olympiasiegerin minutenlang die einzige Fahrerin im Ziel ist.
Doch die Fans müssen auch einen Schock verdauen. Die zweite Französin, Loana Lecomte, fällt zuerst von den Podesträngen zurück und stürzt dann schwer in einer abschüssigen Steinpassage. Lecomte bleibt offenbar bewusstlos liegen und wird mit einer Trage weggebracht. Später gibts erste Entwarnung: Laut französischen Medien ist das Sturzopfer wieder zu sich gekommen und es geht ihr den Umständen entsprechend gut. Beim Aufprall habe sie sich eine leichte Hirnerschütterung sowie eine Verletzung am Kiefer zugezogen.
Silber an die USA, Bronze nach Schweden
Wer steht mit Ferrand-Prevot auf dem Podest? Die Amerikanerin Hailey Batten und die Schwedin Jenny Rissveds, die 2016 in Rio Olympia-Gold holte. Verrückt: Im Rennen hatte Rissveds der US-Rivalin noch indirekt geholfen, weil sie deren Mechaniker bei der Boxengassen-Vorbeifahrt selbstlos zugerufen hatte, dass Batten bald mit einem Plattfuss anfahren und ein Ersatzrad brauchen wird.
Ausgerechnet Batten bezwingt sie dann im harten Duell um Rang 2. Doch für Rissveds ist auch der dritte Rang ein Hammer. Denn die Schwedin stürzte nach ihrem Olympiasieg vor acht Jahren in depressive Phasen, gab den Sport zwischenzeitlich auf – und krönt ihr Comeback nun mit einem erneuten Olympia-Podest.
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