Beidseits schwere Vorwürfe
Töff-Ikone Rossi zieht Freundin seines Vaters vor Gericht

Valentino Rossi klagt gegen die Freundin seines Vaters Graziano. Es geht um rund 180'000 Franken. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den Bruch einer einst engen Familienbeziehung.
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Valentino Rossi klagt gegen die Lebenspartnerin seines Vaters Graziano.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Valentino Rossi zeigt sich besorgt über die Beziehung zu Graziano
  • 180'000 Franken sollen von Grazianos Konto durch Ambra Arpino abgebucht worden sein
  • 2025 erklärte ein Gericht Graziano für vollständig urteilsfähig nach Vormundschaftsstreit
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport

Es sind emotionale Worte, welche Valentino Rossi (46) gegenüber der italienischen Zeitung «Corriere della Sera» wählt. «Ich bin traurig und besorgt um meinen Vater, den ich nicht mehr höre, nicht mehr sehe. Es ist, als hätte ich keinen Vater mehr», sagt der sechsfache MotoGP-Weltmeister über die Beziehung zu seinem Vater Graziano (71).

Dieser hat ihn einst zum Töff-Sport gebracht und ist auch während der erfolgreichen Karriere des Italieners jahrelang ein steter Begleiter gewesen. In den letzten Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn aber deutlich verschlechtert, was nach Valentinos Darstellung mit dessen aktueller Lebenspartnerin zu tun hat: «Seine Liebesbeziehung hat zu einem völligen Bruch mit der Familie geführt und ich verstehe nicht, aus welchem Grund.» Graziano ist seit rund 15 Jahren mit Ambra Arpino (54) liiert.

Die Spannungen bei den Rossis beschäftigen nun gar die Justiz: Wie die Zeitung «Resto del Carlino» aus Rossis Heimatregion Marken berichtet, hat Valentino Rossi Anzeige gegen die Freundin seines Vaters erstattet. Der Vorwurf: Sie soll während Jahren insgesamt rund 180'000 Franken von Grazianos Konto abgebucht haben. Aus Valentino Rossis Sicht habe sie damit mutmasslich Betrug an einer geschäftsunfähigen Person begangen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Rossi war der Vormund seines Vaters

Der Fall hat eine Vorgeschichte: 2024 hat Valentino die Vormundschaft für seinen Vater übernommen, da dieser mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte und deshalb als «vulnerable» Person eingestuft worden ist. Dagegen hat sich Graziano zur Wehr gesetzt und Recht bekommen: 2025 erklärte ihn ein Gericht für «vollständig urteils- und einwilligungsfähig» – die Vormundschaft durch seinen Sohn wurde daraufhin aufgehoben.

Wegen dieser Geschichte erhebt Graziano nun selbst schwere Vorwürfe gegen seinen Sohn. Dieser habe sein Vertrauen missbraucht, indem er ihn in geschwächtem Zustand nach einer Operation dazu bewegt habe, ein Formular zu unterschreiben. So sei er ohne seine eigentliche Zustimmung in die Vormundschaft seines Sohnes geraten, erzählt Graziano Rossi dem «Resto del Carlino».

«Das Geld hat keine Relevanz»

Auch für die abgehobenen 180'000 Euro hat er eine Erklärung: Es handle sich um eine Beteiligung an die Hypothek auf das Haus seiner Partnerin, in dem er selbst oft lebe. Seinem Sohn wiederum wirft er vor, nur am Erbe interessiert zu sein: «Meiner Meinung nach ist die Anzeige darauf zurückzuführen, dass meine Familie ihre Erbansprüche eingeschränkt sieht.»

Dies verneint Valentino Rossi: «Das Geld hat in dieser Geschichte keine Relevanz.» Er wolle nur das Beste für seinen Vater: «Alles, was von meiner Seite geschieht, wird von meiner Liebe zu ihm und der Angst bestimmt, dass es ihm nicht gut geht.» Graziano Rossi sieht dies offenbar anders.

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