Übrigens – die SonntagsBlick-Kolumne
Sport in der Strasse von Hormus

Die Strasse von Hormus, diese umkämpfte Meerenge im Persischen Golf, ist zum geflügelten Wort geworden. Kann man da auch Ferien machen? Die Kolumne von Felix Bingesser.
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«Die Strasse von Hormus», sagt der Sprecher der «Tagesschau». «In der Strasse von Hormus», tönt es aus dem Radio. «Die Strasse von Hormus», beginnt im Zug einer seinen Dialog mit dem Sitznachbar. «Diese verflixte Strasse von Hormus», nuschelt am Stammtisch einer in sein Bierglas. An jeder Tankstelle gibt es kein anderes Thema. 

«Die Strasse von Hormus, die Strasse von Hormus, die Strasse von Hormus». Man hört es, bis einem schwindlig wird. Sie verfolgt uns in die Träume. Etwas Abwechslung gibt es nur bei der feinen «Neuen Zürcher Zeitung». Die schreibt in Zusammenhang mit der umkämpften Meerenge vor Iran von der «Strasse von Hormuz».

Keiner redet mehr von der Champs-Elysées, der Abbey Road, der Fifth Avenue oder der Wall Street. Niemand singt derzeit von der kleinen Kneipe in unserer Strasse. 

Es ist die «Strasse von Hormus», die in aller Munde und zum bunten Hund geworden ist. Zum Schillerfalter der Geschichte, zum «Boulevard of Broken Dreams», zur Einbahnstrasse ins Verderben.

Diese Meerenge, die bis vor wenigen Wochen nur Insidern bekannt war, ist zum schmierig öligen Nadelöhr der Weltwirtschaft geworden. Zur Strasse des Bösen. Friedrich Schiller würde sagen: «Durch diese hohle Strasse müssen sie kommen.»

Aber nicht nur auf der A1, sondern auch in der Strasse von Hormus steht man im Stau. 

Hier die finsteren Mullahs und dort ihre schiesswütigen Gegenspieler. Zwei Kaninchen vor der Schlange blockieren die Strasse von Hormus. Der Begriff Strassenschlacht bekommt eine ganz neue Bedeutung. 

Wie geht das aus? Die Antwort steht in den Sternen. Oder in der Milchstrasse. 

Was hat das mit Sport zu tun? Der Konflikt an der Strasse von Hormus überschattet die bald beginnende Fussball-WM. Niemand spricht beispielsweise über die Lionel-Messi-Strasse in New Jersey, über die Avenida Rei Pelé in Rio oder die Calle Diego Maradona in Buenos Aires. Statt auf die bevorstehende Fussball-WM blicken die Menschen in den USA gegen Osten. Zur Strasse von Hormus. 

Aber jede Strasse hat zwei Seiten. Fragt man ChatGPT, wo man in der Strasse von Hormus die Sommerferien verbringen könnte, stösst man auf wunderbare Reisereportagen. Wandern auf der Insel Hormus muss spektakulär und faszinierend sein. Die Insel ist berühmt für ihre 70 in Farbe schimmernden Berge.

Die Strasse von Hormus ist auch ein Tauchparadies. Ideal auch für Biker und Stand-up-Paddler. Sie gilt als Geheimtipp für Abenteuersportler aus aller Welt. Im Jahr 2019 schwamm der iranische Extremsportler Mohammad Amiri Roodan in fünf Tagen die 120 Kilometer von Khasab (Oman) bis nach Bandar Abbas (Iran). Ohne Blockade. 

Die Strasse von Hormus beschäftigt die Welt. Auch die Sportwelt.

In diesen Tagen aber ist, zumindest in der Schweiz, noch eine andere Strasse ins Zentrum gerückt. Die Vulkanstrasse 130 in Zürich. Dort steht die Swiss Life Arena, und in dieser schreibt die Hockey-Nati gerade ihr ganz persönliches Frühlingsmärchen. 

Von der Vulkanstrasse sprühen die Funken der Begeisterung derzeit in alle Landesteile. Auch bis zur W. Nuss nach Bümpliz.

Wie viele dieser Funken es bis in die Stube von Patrick Fischer schaffen, weiss man nicht so genau. 

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