Das Rennen ist ein Mythos
Schweizer Abenteurer segelt mit Occasionsboot um die Welt

Eine Vendée Globe hat er bereits hinter sich. Im Rahmen seiner nächsten Kampagne überrascht der Schweizer Offshore-Segler Oliver Heer mit seiner Teilnahme am Ocean Race.
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Oliver Heer hat ein neues Boot für seine nächste Vendée-Globe-Kampagne.
Foto: The Ocean Race

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Oliver Heer (38) kündigt Teilnahme am Ocean Race 2027 an
  • Erster Schweizer seit fast 40 Jahren beim globalen Segelrennen
  • Vendée Globe 2028: Neues Occasionsboot, Zielzeit unter 76 Tage
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Petar DjordjevicRedaktor Sport

Ganz im Stil des Apple-Gründers Steve Jobs (†56): «One more thing», noch eine letzte Sache. So verkündet der Schweizer Segler Oliver Heer (38) seine Teilnahme am Ocean Race. Damit überrascht er alle Anwesenden, die er zu seinem Kampagnenstart für das nächste Vendée-Globe-Rennen eingeladen hat.

Das Ocean Race gehört zu den härtesten Rennen überhaupt und führt die Teilnehmer über die Ozeane einmal um die ganze Welt. Neben den Olympischen Spielen und dem America's Cup ist das Ocean Race eine der drei prestigeträchtigsten Veranstaltungen im Segelsport. Heer ist der erste Schweizer seit beinahe 40 Jahren, der daran teilnimmt.

Heer segelt zweimal um die Welt

Das Rennen gehört nun zum Vorbereitungsprogramm für die Vendée Globe, das die Segler ebenfalls einmal um die Welt führt. Während das Ocean Race in einem Viererteam absolviert wird, lässt die Vendée nur einen Segler pro Boot zu. Bei beiden Rennen verbringen die Teilnehmer mehrere Monate auf ihren Schiffen. Heer betont in seiner Präsentation zum Kampagnenstart, wie wichtig die gründliche Vorbereitung auf solche Rennen sei.

Deshalb ist seine Teilnahme am Ocean Race, das in gut einem halben Jahr stattfindet, so überraschend. So sei die Entscheidung erst vor wenigen Tagen gefallen, wie Heer gegenüber Blick betont: «Sie hat sich zwar vorher gebildet, und dann muss man noch Verträge unterschreiben, aber bis der Vertrag unterschrieben ist, weiss man nicht, ob es tatsächlich stattfindet.»

Occasion statt Neuboot

Eine Vendée-Globe-Kampagne hat der 38-Jährige bereits hinter sich. Damals kam er als 29. unter 40 Seglerinnen und Seglern ans Ziel. Seine Zeit: 99 Tage. Der Sieger war einen Monat schneller. Diese Marke möchte Heer nun bei der nächsten Ausgabe des Rennens im November 2028 verbessern und hat sich dafür ein neues Gefährt angeschafft – zumindest ist es für ihn persönlich neu. 

Denn der Schweizer hat ein Occasionsmodell einem neuen Boot vorgezogen. Ähnlich wie beim Autokauf hat auch Heer abgewogen, ob ein gebrauchtes Fahrzeug vorerst mehr Sinn machen würde. So war auch bei Heer – wie wohl bei vielen – das Geld ein entscheidender Faktor. Was aber im Segelsport hinzukommt, das beim Autokauf keine Rolle spielt: Heer müsste ein neues Boot erst einmal bauen. «Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt noch nicht in der Lage wären, selbst ein sehr gutes neues Schiff zu bauen», verrät er Blick.

Ein langer Prozess

Trotzdem betont Heer, dass sein neues Schiff das alte in allen Belangen überflügle. So sei das neue Gefährt unter anderem durch unzählige Sensoren technologisch fortschrittlicher und verfüge nicht zuletzt über eine stabilere Konstruktion, die höhere Geschwindigkeiten zulässt.

Das weiss er auch von der Schweizer Seglerin Justine Mettraux (39), der er das Boot abgekauft hat. Sie hat damit die letzte Austragung der Vendée Globe in 76 Tagen auf dem überragenden 8. Rang abgeschlossen. Ob es Heer gelingt, diese Marke im gleichen Boot zu übertreffen, wird sich im Ziel bei seinem zweiten Vendée-Globe-Abenteuer zeigen. 

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