Es ist ein Déjà-vu. Der Machtkampf um den Schweizer Padel-Sport erinnert stark an die einstigen Vorgänge im Snowboard. Es sind identische Zutaten im Spiel: Eine neue Sportart taucht auf, die Enthusiasten der ersten Stunde gründen erste Verbandsstrukturen und veranstalten Wettkämpfe für Insider.
Es herrscht der klassische Gründer-Groove: Die Szene ist super-cool, aber winzig. Doch dann geht das Ding durch die Decke. Snowboard oder jetzt Padel – plötzlich Mainstream. Der Boom wird so gross, dass die grossen Player einsteigen. Das ist knallharte Realität im Sport-Business.
Auch International geht die Richtung zur Padel-Integration ins Tennis
Damals war es der Snowboard-Urverband ISF, der sich einen heftigen Machtkampf mit Schneesport-Gigant FIS lieferte, aber letztlich chancenlos unterlag und verschwand. Snowboard wurde dem Skisport angegliedert.
Im Padel ist Tennis der «grosse Bruder». Man braucht kein Prophet zu sein: Padel wird über kurz oder lang in den Strukturen des etablierten Tennis-Sports seinen Platz finden. International, wo das IOC die Anerkennung als neue olympische Sportart steuert. Und eben auch national, wenn sich Ur-Verband Swiss Padel mit dem Giganten Swiss Tennis zofft.
Es ist eine bittere Erkenntnis für Rico Jacober, den Mann der ersten Schweizer Padel-Stunde: Gründer-Romantik hat keine Zukunft.
Leider. In einer idealen Welt würde man sich durchaus wünschen, dass die Enthusiasten von einst den riesigen Switch vom coolen Nischenprodukt zur vielleicht baldigen Olympia-Sportart von A bis Z mitmachen können.
Aber die Realität sagt etwas anderes. Die neuen Anforderungen mit viel knochentrockener Verbandsarbeit haben nichts mehr mit den ungezwungenen Anfängen zu tun. Damals im Snowboard. Und jetzt im Padel.