Moser nach Athletissima in Lausanne ganz emotional
«Erst das Mega-Hoch des EM-Titels, dann der Todesfall»

Athletissima in Lausanne! Und dabei gibt es viel Schweizer Jubel. Doch Angelica Moser sorgt auch für einen traurigen Moment.
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Europameisterin Audrey Werro begeistert auch in Lausanne.
Foto: keystone-sda.ch

Im Gegensatz zum Vorjahr, als die Athletissima zur grossen Wasserschlacht verkam, ist Wettergott Petrus dem Diamond-League-Meeting in Lausanne diesmal gut gesinnt. Er lässt die angekündigte, riesige Regenfront an der Stadt vorbeischrammen – und sichert so das Programm eines Abends, der ganz im Zeichen der Heimatrückkehr von Audrey Werro steht. Die frischgekürte Europameisterin von Birmingham wird 54 Kilometer Luftlinie von ihrem Wohnort Courtepin FR entfernt frenetisch empfangen. Und sie liefert schon wieder ab! Werro siegt über 800 Meter in 1:55,33 Minuten mit neuem Meeting-Rekord. Ganz knapp vor der Holländerin Femke Bol (1:55,41). Veronica Vancardo wird starke Vierte, Valentina Rosamilia Fünfte.

Der angestrebte und viel thematisierte Weltrekord (1:53,28) muss damit noch warten – ohrenbetäubend laut wird es in der Lausanner Arena dennoch. Werro hat nun tatsächlich jedes Freiluft-Rennen dieser Saison gewonnen. Dominanz pur. Ihre Eltern Philomène und Claude tragen auf der Tribüne – wie schon in Birmingham – das eigens für dieses Jahr angefertigte, traditionelle Gewand aus der Elfenbeinküste. Es muss ein spezielles Gefühl für sie sein: Vor einem Jahr erlief Werro hier am Lac Léman ihren allerersten Diamond-League-Podestplatz. Mittlerweile ist sie die absolute Königin der 800er-Distanz.

Ein weiteres Schweizer Highlight gibts im Stabhochsprung: Angelica Moser stellt auch an der Athletissima ihre starke Form unter Beweis. Für den Sieg auf der Pontaise reicht es der frischgekürten Europameisterin zwar nicht – dafür für den zweiten Platz. Im Gegensatz zur amerikanischen Siegerin Hana Moll kommt die Zürcherin nicht über 4,84 m. Sie beendet den Wettkampf mit einer Besthöhe von 4,74 m.

Danach wird Moser ganz emotional: «Es war nicht einfach, die ganze Woche schon. Erst das Mega-Hoch des EM-Titels, dann der Todesfall. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, es ist sehr traurig. Darum bin ich mega stolz, dass ich trotzdem gesprungen bin und auch so gut gesprungen bin», so Moser gegenüber SRF. Ihre Grossmutter ist diese Woche verstorben.

Ehammer wieder Zweiter

Weitspringer Simon Ehammer räumt wieder ab. Wie an der EM wird er hinter dem Griechen Miltiadis Tentoglou Zweiter (8,13 m). Und Hürden-Europameister Jason Joseph belohnt sich diesmal mit Platz drei (13,29 Sekunden).

Dominic Lobalu, der über 10’000 m EM-Zweiter wurde, kann derweil über die halbe Distanz nicht nachdoppeln. Im 5000-m-Rennen muss der Mitfavorit die Konkurrenz am Ende ziehen lassen. Er wird in 13:00,73 Minuten Achter und bleibt damit klar über seinem Saisonbestwert. Ebenfalls nicht wunschgemäss läuft es bei Ditaji Kambundji. Die Hürden-Weltmeisterin, die einen Teil des Sommers wegen einer Oberschenkelzerrung verpasste und an der EM unglückliche Vierte wurde, kommt auch an der Athletissima nicht auf Touren. Mit 12,71 Sekunden bleibt sie neun Hundertstel über ihrer persönlichen Saisonbestzeit und klassiert sich auf Platz sechs. Auch die beiden Birmingham-Staffel-Silberheldinnen Fabienne Hoenke (Fünfte in 22,83 Sekunden) und Léonie Pointet (Sechste in 23,55) bleiben über 200 m ohne Exploit. Genauso wie EM-Bronzegewinner Timothé Mumenthaler (Sechster, 20,36 Sekunden).

Zum Schluss gibts noch einmal Schweizer Jubel: Die Schweiz gewinnt den 4x100-m-Staffellauf der Frauen. Géraldine Tizio-Frey, Fabienne Hoenke, Léonie Pointet und Salomé Kora setzen sich in 42,91 Sekunden durch.

Nathacha Kouni, Cynthia Reinle, Ajla Del Ponte und Soraya Becerra laufen ausserdem in 43,45 Sekunden auf Rang drei. Silber geht an Portugal, das die Ziellinie nach 43,40 Sekunden überquert.

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