Keely Hodgkinson (24) zog einmal mehr die Blicke auf sich, als die extrovertierte Britin vor einer Woche im Ganzkörper-Anzug zu den 800 m beim Athlos-Event in London antrat. Die grosse Konkurrentin von Audrey Werro (22) gewann in Abwesenheit der Schweizerin dann auch das Rennen. 1:56,40 min wurden im Ziel gestoppt – mehr als zwei Sekunden langsamer als ihre Bestzeit.
Neu ist so ein Laufdress überhaupt nicht. 2000 lief die Australierin Cathy Freeman (53) in Sydney in einem vergleichbaren Outfit zu Olympia-Gold über 400 m. Hodgkinson hoffte, damit im Hinblick auf die Spiele in Los Angeles 2028 eine Art Geheimwaffe in der Hinterhand zu haben. «Wir wissen vielleicht gewisse Dinge, die andere nicht wissen», sagte sie nach dem Rennen in London. «Das war vorerst nur ein Test.»
Ausrüster-Deal macht Strich durch die Rechnung
Zum Ernstkampf wird es aber nicht kommen – zumindest nicht bei Olympia. Denn wie die britische Daily Mail berichtet, wird Hodgkinson in LA nicht im rückenfreien Ganzkörper-Anzug starten. Ein Ausrüster-Deal macht ihr einen Strich durch die Rechnung.
Die britische Olympia-Delegation wird traditionell von Adidas ausgestattet. Hodgkinsons Anzug ist aber vom grössten Rivalen Nike. Ein No-Go. Die Bestimmungen verpflichten Athletinnen, im Lauf-Equipment des offiziellen Team-Ausrüsters anzutreten. Davon ausgenommen ist einzig technisches Material wie etwa die Laufschuhe. Sollte Adidas nicht auch noch mit einem Ganzkörper-Anzug um die Ecke kommen, wird Hodgkinson in LA in einem herkömmlichen Outfit gegen Werro antreten müssen. Zuletzt machte sie darin im Vergleich mit der Schweizerin eine schlechte Figur.