Darum gehts
- Leichtathletik-Trainer Leon Baptiste seit zwei Monaten in Marokko verschwunden
- Verband gibt keine Stellungnahme ab
- Baptiste war einstiger Sprintstar, holte 2010 Gold bei Commonwealth Games
Am Sonntag ging die Leichtathletik-EM in Birmingham zu Ende. Ein grosses Rätsel bleibt jedoch bestehen. Gemäss britischen Medienberichten fehlt von Leon Baptiste (41) seit Wochen jede Spur. Der ehemalige Profi-Sprinter arbeitet inzwischen als Leichtathletik-Trainer für die Briten und ist seit einem Kurzurlaub vor zwei Monaten spurlos verschwunden – Anrufe und Nachrichten bleiben unbeantwortet.
Wie der «Guardian» berichtet, reiste Baptiste mit einigen engen Freunden für ein Wochenende nach Marokko. Gemäss Recherchen der britischen Zeitung entweder zu einem Junggesellenabschied oder einem Golf-Trip. Seitdem haben weder seine Athleten noch der Verband mehr etwas vom ehemaligen Sprintstar gehört.
«Das ist sehr beunruhigend»
Der britische Leichtathletik-Verband UK Athletics lehnte eine Stellungnahme gegenüber dem Guardian ab – unter Berufung auf die Vertraulichkeit. Ein ehemaliger Teamkollege von Baptiste äusserte sich derweil zum Verschwinden des Engländers. «Er war immer ein ruhiger und besonnener Typ. Niemand weiss, was passiert ist. Das ist sehr beunruhigend», lauten die besorgniserregenden Worte.
Für die heimischen Europameisterschaften musste der Verband aufgrund des spurlosen Verschwindens seines Trainers umplanen. So wurde etwa 400-Meter-Läufer Charles Dobson (26) wegen Baptistes Abwesenheit vom früheren 400-Meter-Europameister und Staffeltrainer Martyn Rooney (39) betreut.
Baptistes Schützling holte bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris Bronze mit der Staffel über 4x400 Meter. In Birmingham schied Dobson über 400 Meter im Halbfinal aus. Anschliessend deutete er die schwierige Situation an und sprach von «interessanten acht Wochen», ohne seinen Trainer direkt zu erwähnen.
Karriereende wegen schwerer Knieverletzung
Baptiste blickt auf eine erfolgreiche Karriere zurück. Bereits im Alter von 18 Jahren holte er bei den Junioreneuropameisterschaften 2003 in Finnland Gold über 100 Meter sowie mit der 4x100-Meter-Staffel. Seinen grössten Triumph feierte er bei den Commonwealth Games 2010 im indischen Delhi. Damals sicherte er sich sowohl über 200 Meter als auch mit der Sprintstaffel die Goldmedaille.
Drei Jahre später musste Baptiste seine aktive Karriere jedoch aufgrund von anhaltenden Problemen nach einer schweren Knieverletzung und darauffolgender Operation im Alter von 28 Jahren beenden. Er wechselte danach ins Trainerlager, wo er unter anderem Dobson zum Medaillengewinner formte.