Mit Pizza und Bier zum Titel
Schon Thuns Handballer schrieben einst ein Märchen

13 Jahre vor dem FC Thun kämpften sich die Handballer von Wacker ebenfalls als Underdogs zum Meistertitel. Ein Husarenstück, das eng mit einer Story aus der Garderobe verknüpft ist.
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2013 wurde Wacker Thun – hier Reto Friedli (l.) und Jonas Dähler – als Aussenseiter Schweizer Handball-Meister.
Foto: Keystone
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Christian MüllerRedaktor Sport

Es ist eine Anekdote, die man sich in Thun auch 13 Jahre danach noch gerne erzählt: 2013 lagen die Handballer von Wacker Thun im Playoff-Final gegen die vermeintliche Übermannschaft der Kadetten Schaffhausen mit 0:2 zurück – ein Schaffhauser Sieg fehlte zur Titelverteidigung. Statt sich im Training einen Schlachtplan zurechtzulegen, bestellten sich die Thuner vor dem dritten Finalspiel Pizza und Bier in die Garderobe – und schafften so die Wende. 

«Es war ja nicht so, dass wir uns hemmungslos betrunken hätten», erinnert sich der damalige Wacker-Kreisläufer Reto Friedli an die legendäre Massnahme, die vor den Spielen vier und fünf erfolgreich wiederholt wurde. «Es ging eher darum, sich bei Pizza und Bier nochmals einzuschwören. In so einer Finalserie läuft eh jeder am Anschlag. Die Ernährung ist nicht mehr entscheidend», sagt Friedli. 

Nicht nur aufgrund der Wende in der Finalserie war Wackers Meistertitel eine Sensation: Bei Thun spielte kein einziger Profi, der Kadetten-Kader war gespickt mit Stars von internationalem Format wie Peter Kukucka oder Iwan Ursic. Finanziell spielten die beiden Klubs damals schon in unterschiedlichen Ligen. 

Parallelen zwischen Handball und Fussball

13 Jahre später sind es Thuns Fussballer, die ihrerseits ein Sport-Märchen schreiben. Handballer Friedli sieht neben der Underdog-Rolle weitere Parallelen: «Der FC Thun kommt diese Saison viel übers Pressing und den Kampf. Wir waren damals auch für unsere aufmüpfige Spielweise bekannt.»

Aus dem harten Wacker-Kern des Meister-Teams von 2013 sind längst Freunde fürs Leben geworden. Zuletzt waren sie zusammen an einem Heimspiel des FC Thun. «Es ist unübersehbar, mit welchem Selbstvertrauen die Jungs auftreten», sagt Friedli. «Das haben sie sich in all den Partien hart erarbeitet. So wie wir in unserer Meister-Saison.»

Man darf gespannt sein, welche Episode vom Titelgewinn der Fussballer man sich in Thun ähnliche lange erzählt, wie die Pizza-Story der Handballer. 

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