Der Viertelfinal-Traum ist aus
Dänemark überrollt tapfere Handball-Nati

Die Handball-Nati unterliegt Dänemark im fünften WM-Spiel klar. Die Schweizer wählten gegen den klaren Favoriten eine mutige Taktik, bekamen aber auch ihre Limiten aufgezeigt.
Kommentieren
1/5
Gegen den haushohen Favoriten Dänemark wehrt sich die Nati tapfer.
Foto: keystone-sda.ch
Christian_Müller_Redaktor Sport_Blick_3-Bearbeitet (1).jpg
Christian MüllerRedaktor Sport

Unsere Nati sitzt bei der nächsten dänischen Handball-Lehrstunde für einmal in der ersten Reihe: 28:39 geht die Schweiz im zweiten WM-Hauptrundenspiel gegen den dreifachen Titelverteidiger unter. In der zweiten Halbzeit ist es ein reines Schaulaufen vor 15’000 Fans in der Arena von Herning. Unsere Viertelfinal-Chancen, die ohnehin nur theoretisch bestanden, sind damit futsch. Die Dänen ziehen mit ihrem fünften zweistelligen Sieg im fünften WM-Spiel in die K.-O.-Runde ein, zusammen mit Deutschland.

Man kann den Schweizern nicht vorwerfen, dass sie sich ihrem Schicksal wehrlos ergeben: Nati-Trainer Andy Schmid probiert mit einer offensiven Verteidigung gegen Dänemarks Welthandballer Mathias Gidsel taktisch etwas aus. Der Kniff hält Gidsel zwar bei sechs Toren, öffnet aber Räume für seine Mitspieler. «Andy hat das mutig gemacht, hat etwas probiert», gibts Lob von Dänemark-Trainer Nikolaj Jacobsen nach dem Spiel im SRF-Interview. «Für ihn ist es natürlich schwierig. Wir wussten ja, dass wir das bessere Team haben.»

Schmid selbst ist nur halbwegs zufrieden: «Es wurmt mich schon. Ich hätte das Spiel gerne etwas länger offengehalten. Was die Dänen spielen, ist fast eine andere Sportart. Irgendwann muss man es einfach akzeptieren.» Bester Schweizer ist erneut Goalie Nikola Portner, der alleine mit zehn Paraden in der ersten Halbzeit den Schaden in Grenzen hält.

Dänemark historisch gut

Schönreden muss man diese Pleite nicht. Aber etwas eingeordnet muss sie werden. Denn diese Dänen sind nicht einfach irgendeine Mannschaft, sondern eine der zwei besten der letzten 20 Jahre. Ihre drei WM-Titel in Serie gabs noch nie in der Geschichte. Einzig Nikola Karabatics Franzosen waren mit viermal Gold zwischen 2009 und 2017 ähnlich dominant. Selbst die Abgänge der beiden Ikonen Mikkel Hansen und Niklas Landin nach Olympia-Gold in Paris können problemlos kompensiert werden.

Deutschland profitiert von Schweizer Pleite

Durch die Niederlage der Schweiz gegen Gastgeber Dänemark steht auch Deutschland an der Handball-WM in den Viertelfinals. Der Olympia-Zweite gewann in der Schweizer Hauptrundengruppe das Schlüsselspiel gegen Italien 34:27. Zuvor hatten beide Teams vier Punkte auf dem Konto.

Die Italiener lagen zur Halbzeit 13:15 zurück, obschon sie bis dahin gut mithielten. In der 12. Minute führten sie gar 7:4. Nach der Pause zog der Favorit aber von 16:14 (32.) auf 20:14 (39.) davon. Zwar kam die Überraschungsmannschaft des Turniers noch auf 17:20 (43.) heran. Dann aber setzte sich die DHB-Auswahl auf 25:18 (49.) ab, womit die Vorentscheidung gefallen war.

Die Deutschen konnten sich einmal mehr auf Torhüter Andreas Wolff verlassen. Dieser verzeichnete mit 18 Paraden eine Abwehrquote von 43 Prozent und wurde zum Mann des Spiels gekürt.

Ebenfalls die Viertelfinals erreicht hat Frankreich, und dies als Sieger seiner Hauptrundengruppe. Der Europameister bezwang die Niederlande 35:28 und wahrte die Ungeschlagenheit an diesem Turnier. Dika Mem und Melvyn Richardson steuerten je sieben Tore zum Sieg der Franzosen bei. Letzterer erreichte eine Erfolgsquote von 100 Prozent.

Durch die Niederlage der Schweiz gegen Gastgeber Dänemark steht auch Deutschland an der Handball-WM in den Viertelfinals. Der Olympia-Zweite gewann in der Schweizer Hauptrundengruppe das Schlüsselspiel gegen Italien 34:27. Zuvor hatten beide Teams vier Punkte auf dem Konto.

Die Italiener lagen zur Halbzeit 13:15 zurück, obschon sie bis dahin gut mithielten. In der 12. Minute führten sie gar 7:4. Nach der Pause zog der Favorit aber von 16:14 (32.) auf 20:14 (39.) davon. Zwar kam die Überraschungsmannschaft des Turniers noch auf 17:20 (43.) heran. Dann aber setzte sich die DHB-Auswahl auf 25:18 (49.) ab, womit die Vorentscheidung gefallen war.

Die Deutschen konnten sich einmal mehr auf Torhüter Andreas Wolff verlassen. Dieser verzeichnete mit 18 Paraden eine Abwehrquote von 43 Prozent und wurde zum Mann des Spiels gekürt.

Ebenfalls die Viertelfinals erreicht hat Frankreich, und dies als Sieger seiner Hauptrundengruppe. Der Europameister bezwang die Niederlande 35:28 und wahrte die Ungeschlagenheit an diesem Turnier. Dika Mem und Melvyn Richardson steuerten je sieben Tore zum Sieg der Franzosen bei. Letzterer erreichte eine Erfolgsquote von 100 Prozent.

Ist Dänemark an dieser WM überhaupt zu stoppen? Am ehesten ist es den Franzosen zuzutrauen, die etwas im Schatten der Dänen ebenfalls durchs Turnier pflügen. Zum direkten Duell kann es erst im Final von Oslo kommen. Für die Schweizer ist das weit weg. Sie haben erstmals an der WM ihre Grenzen aufgezeigt bekommen und können sich nun aufs Abschluss-Spiel am Samstag gegen die Turnier-Überraschung Italien freuen.

Die Partie zum Nachlesen im Ticker:

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen