Darum gehts
- Saudi-Arabiens PIF stoppt nach Saison 2026 die Finanzierung der LIV-Golf-Tour
- Investition von 4 Milliarden CHF führte zu 800 Millionen Franken Verlust
- World Snooker Tour ebenfalls betroffen
Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF fährt seit diesem Jahr eine neue Investment-Strategie und dreht an gewissen Stellen den Geldhahn zu. Wie es auf der eigenen Website heisst, sollen Investitionen effizienter und nachhaltiger werden. Nun wird unter anderem die LIV-Golf-Tour zukünftig ohne PIF-Geld auskommen müssen. Der saudische Staatsfonds wird sich nach Ablauf der laufenden Saison aus der Partnerschaft zurückziehen.
LIV Golf wurde 2021 als Konkurrenz zur PGA sowie der DP-World-Tour gegründet und sorgte für ein Beben in der Golfwelt. Ähnlich wie im Fussball – wo die Saudi Pro League, Spieler mit Unsummen in die Wüste lockt – wurden Golfer der bisherigen Touren mit riesigen Beträgen abgeworben. So habe beispielsweise Jon Rahm gemäss «BBC» 2023 einen Vertrag unterschrieben, der auf über 200 Millionen Franken dotiert sein soll.
Saudis werden vorsichtiger
Über die gesamte Lebensdauer der LIV-Golf-Tour ab 2021 bis zum Ende der Saison 2026 wird der saudische Staatsfonds gemäss «Sky» insgesamt über 4 Milliarden Franken in die eigene Tour investiert haben. Demnach resultiere aus der Investition ein Verlust von beinahe 800 Millionen Franken.
Der PIF hat in der Vergangenheit viel Geld in diverse Sportarten investiert. Besonders im Fussball agieren die Saudis aggressiv und locken Stars mit hohen Summen in die heimische Liga. Wie Nachhaltig dieses Unterfangen ist, bleibt mindestens fraglich. Gemäss «Yahoo!Finance» hat die Saudi Pro League während der Saison 2024/25 62 Millionen Franken mit Fernsehrechten generiert. Gleichzeitig soll Ronaldo diversen Medienberichten zufolge über 100 Millionen Franken verdient haben.
Snooker-Turnier abgesagt
Dabei ist Ronaldo lange nicht der einzige Wüsten-Spieler mit Monster-Gehalt. Ob diese Rechnung langfristig aufgeht, bleibt offen. Während es im Fussball aktuell noch keine Anzeichen dafür gibt, dass der saudische Staatsfonds den Geldhahn zudrehen wird, muss LIV Golf nach dieser Saison auf neue Spender hoffen. Ob und wer diese Milliardenlücke füllen wird, bleibt derzeit offen.
Möglicherweise könnte China in die Bresche springen. 2024 schloss die World Snooker Tour einen Zehnjahresvertrag mit dem PIF ab. Nach zwei Austragungen findet das Arabia Snooker Masters bereits nicht mehr statt. Mit über 2 Millionen Franken war es das Turnier mit dem höchsten Preisgeld ausserhalb des Vereinigten Königreichs. Als Ersatz dient nun das wieder ins Leben gerufene China Open. Ob das Reich der Mitte Saudi Arabien auch im Golfsport ablösen möchte, bleibt unklar. Der finanzielle Aufwand wäre auf jeden Fall höher als im Snooker.