Darum gehts
- Trump überreicht nach dem WM-Final den Siegerpokal
- Gewinnt Spanien, muss er ausgerechnet dem zuletzt scharf kritisierten Land gratulieren
- Spaniens König, Königin und Premier reisen an
- Dem US-Präsidenten drohen auch Buhrufe
Ausgerechnet Donald Trump (80) wird nach dem WM-Final zwischen Spanien und Argentinien den Siegerpokal überreichen. Gewinnt Spanien, müsste Trump ausgerechnet jenem Land zum WM-Titel gratulieren, mit dessen Regierung er sich erst vor wenigen Wochen angelegt hatte.
Es ist eine Ironie, wie sie nur das wahre Leben schreiben kann: Beim WM-Final in New Yorks MetLife Stadium wird Donald Trump nicht nur Ehrengast sein. Gemeinsam mit Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) wird der US-Präsident nach dem Schlusspfiff den Weltmeister küren und den Pokal überreichen.
Scharfe Kritik an Spanien
Brisant wird es, sollte Spanien den Titel holen. Trump hatte Spanien zuletzt gleich mehrfach scharf angegriffen – wegen der Nato-Ausgaben und der Weigerung Madrids, US-Stützpunkte für Angriffe auf den Iran zur Verfügung zu stellen. Dabei bezeichnete er Spanien unter anderem als «very bad» und «terrible». Umso bemerkenswerter wäre es, wenn er ausgerechnet den Spaniern zum WM-Triumph gratulieren müsste.
Für zusätzliche politische Würze sorgt die Gästeliste. Mit König Felipe VI. (58), Königin Letizia (53) und Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) reist Spanien mit seiner prominentesten politischen Delegation zum WM-Final an. Argentiniens Präsident Javier Milei (55) dagegen bleibt zu Hause. Offiziell aus Aberglauben. Weil Argentinien alle bisherigen WM-Spiele gewann, die er von der Präsidentenresidenz aus verfolgte, will er seine Glücksroutine nicht ändern.
Trump nach Schlusspfiff im Fokus
Egal, wer am Sonntag den WM-Pokal in die Höhe stemmt: Viele Kameras dürften nach dem Schlusspfiff weniger auf die Trophäe als auf Donald Trump gerichtet sein. Muss er ausgerechnet Spanien feiern – oder kann er doch noch Mileis Argentinien zum Titel gratulieren?
Für Trump könnte der Gang zur Siegerehrung gleich doppelt unangenehm werden: Neben einer möglichen Gratulation an Spanien dürfte den US-Präsidenten im Stadion auch ein gemischter Empfang erwarten – mit nicht nur Applaus, sondern auch Buhrufen.
