Vorlauter WM-Gegner? Für Meisterheld Imhof ist klar
«Die Nati wird Gas geben, um Kanada den Mund zu stopfen»

Der 36-fache Nationalspieler Daniel Imhof freut sich über den Push, den der kanadische Fussball gerade erlebt. Man ist soccercrazy. Allerdings vermisst er den Respekt für die fussballerisch viel grössere Schweiz. Was Yakins Mannen am Mittwoch speziell motivieren werde.
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Daniel Imhof musste als kanadischer Nationalspieler, der in St. Gallen sein Brot verdiente, oft um den halben Globus reisen.
Foto: Blicksport

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der 6:0-Erfolg der Kanadier gegen Katar hat zu einer ungeahnten Euphorie egeführt
  • Ex-Nationalspieler Daniel Imhof vermisst aber den Respekt gegenüber der Schweiz
  • Profiliga Canadian Premier League gibts seit 2019, mit mindestens 75% Kanadiern
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Alain KunzReporter Fussball

Kanada durchlebt mit dem fulminanten 6:0 gegen Katar und der frühzeitigen Qualifikation für die Sechzehntelfinals eine nie dagewesene Soccer-Euphorie. Dabei war vor dem Turnierstart noch viel Skepsis vorhanden gewesen. Kanada? Juniorpartner der USA. Die USA? Das Land, das einen annektieren will. Diese Zurückhaltung hatte auch Ex-Nationalspieler Daniel Imhof (48) im fernen Smithers festgestellt, tausend Kilometer nördlich der WM-Stadt Vancouver. Doch nun ist Kanada soccercrazy!

«Mit den beiden Testspielen unseres Teams änderte sich vieles», so der schweizerisch-kanadische Doppelbürger. «Denn die konnte man im Free TV sehen, wie auch die WM-Spiele, was für die Visibilität der Sportart ganz wichtig ist. Zuvor hatte Canada Soccer nur im Pay TV stattgefunden.» Der Ostschweizer Dialekt ist bei Imhof immer noch vorhanden, schliesslich verbrachte er seine fünf ersten Lebensjahre in seinem Geburtsort Wil SG. Wohin er mit 22 Jahren zurückkehrte und ein Jahr später zusammen mit seinem Mentor Marcel Koller zu St. Gallen wechselte und das Meistermärchen 2000 in wichtiger Rolle mitschrieb.

Mit John Herdman kam der Aufstieg

Aber klar sei es nicht so wie in Europa. «Ich erinnere mich da zum Beispiel an die WM 2006.» Diese erlebte er in Deutschland als Spieler des VfL Bochum hautnah mit. Damals war er Stammspieler im Ahornblätter-Team. «Aber wir gewannen kaum was und zitterten schon, wenn es gegen Jamaika ging … Heute ist das anders. Heute stehen unsere Nationalspieler hin und sagen: Wir können jeden schlagen!» Seit 2024 gab es Siege gegen Wales, Kolumbien, Venezuela, die USA. Im WM-Jahr ist man noch ungeschlagen. «Schon der Vorgänger von Jesse Marsch, John Herdman, hatte dem Team diesen Siegesglauben eingeimpft und es 2022 zum zweiten Mal und erstmals wieder seit 1986 für eine WM qualifiziert.» Typisch Kanada, das bei den Frauen ungleich stärker ist: Der Engländer kam von der Frauen-Nationalmannschaft, mit welcher er zweimal die Olympia-Bronzemedaille holte.

Kanada war das einzige grössere Land ohne Profiliga

Den Aufschwung spiegeln auch die Namen der Klubs wider, für welche die Stars spielen, die von Captain Alphonso Davies (Bayern München), der nach wie vor nicht hundertprozentig fit und für das Spiel gegen die Schweiz fraglich ist, und Katar-Hattrick-Torschütze Jonathan David (Juventus Turin) angeführt werden. Die Liste liest sich nicht schlecht: Celtic, Rangers, Nizza, Villarreal, Hull, Anderlecht … «Kommt hinzu, dass Fussball bei uns seit langem der meistgespielte Sport ist, deutlich vor Eishockey. Auch wenn Eishockey die meistgesehene Sportart ist. Aber erst seit wir eine eigene Profiliga haben – wir waren ja das einzige grössere Land ohne eine solche … – und nicht bloss die drei MLS-Teams Vancouver, Montreal und Toronto, gings voran.» Das war 2019, als die Canadian Premier League loslegte. «In der MLS gibts keine Mindestquote für Kanadier, in der CPL mit 75 Prozent hingegen schon. Auch ein wichtiger Faktor», so Imhof. Und so wurde das Niveau der einheimischen Spieler sukzessive gesteigert, was sich in den Wechseln zu europäischen Topklubs manifestierte. Schon früher flogen die Kanadier, die Profis werden wollten, über den grossen Teich. Allerdings hiessen die Destinationen dann zum Beispiel Wil SG …

Tausend Kilometer für ein Juniorenturnier …

Imhof führt in der kleinen Provinzstadt Smithers, wo sich 5400 Einwohner gute Nacht sagen, ein Sportgeschäft und ein Airbnb – und ist technischer Direktor des lokalen Klubs. Vor drei Jahren wurde er in die Hall of Fame von British Columbia aufgenommen. Vor allem aber ist er der Coach und Chauffeur seiner Kids, besonders des 16-jährigen Liam. «Da fährst du halt schon mal tausend Kilometer an ein Turnier. Gut, das ist die Ausnahme, die Regel sind so um die vier Stunden. Das sind aber schon andere Dimensionen als in der Schweiz.»

Unter der Woche, wenn gerade kein Spiel ist, ist die Stimmung in Vancouver «normal». Klar, die Spiele kann man vielerorts schauen. Und wenn dann ein Public Viewing mitten in East Hastings ist, wo eine der grössten Fentanyl-Höllen der Welt ist mit Drogenabhängigen, die wie Zombies herumschlurfen, mehr tot als lebendig, dann relativiert das vieles. Denn Fussball ist halt doch bloss das: eine Nebensache. Der Platz mit dem Public Viewings ist übrigens eingegittert, wie alle Geschäfte in East Hastings …

Kanada ist nach wie vor ein Fussball-Entwicklungland

Doch zurück zu den Kanadiern. Imhof freut sich über die Erfolge des Teams und den Push, den diese ausgelöst haben. Weniger Freude hat er an der Grossmäuligkeit, die von Marsch losgetreten wurde. «Das hatte schon begonnen, als man über die Gruppenauslosung jubelte. Da war wenig Respekt für die Schweizer vorhanden. Was die an den letzten Endrunden erreicht hatten, wurde ausser Acht gelassen. Wir haben jetzt Katar geschlagen. Das war unser allererster WM-Sieg überhaupt. Gegen ein Fussball-Entwicklungsland, wie auch wir es sind. Da sollte man doch hübsch auf dem Boden bleiben. Das wäre die richtige kanadische Mentalität, die eine gewisse Zurückhaltung vorsieht. Wie die schweizerische.»

Und nun, wen präferiert er am Mittwoch? «Für uns wäre es toll, wenn wir im Land bleiben könnten. Denn die Fans in den Stadien sind wirklich crazy und ein echter Faktor. Also wünsche ich mir ein Unentschieden, denn dann gewinnt Kanada die Gruppe und die Schweiz geht im Achtelfinal Portugal aus dem Weg. Denn die Schweiz darf natürlich Ambitionen in Richtung Viertelfinal haben ...»

Imhof: Ein klarer Schweizer Sieg wäre logisch

Für Imhof ist Kanada immer noch ein kleines Fussballland. «Da besteht durchaus die Möglichkeit, dass die Schweizer uns ein bisschen unterschätzen. Was ein monumentaler Fehler wäre. Allerdings haben die Kanadier mit ihren Ansagen selbst dafür gesorgt, dass die Schweizer ganz bestimmt vollmotiviert Gas geben werden, um ihnen den Mund zu stopfen.» Qualität hat das Team, fraglos. «Die Spieler sind jung, frech, schnell, wenn auch technisch nicht auf dem höchsten Niveau. Gepaart mit der riesigen Euphorie könnte das ein gefährlicher Gegner für die Schweiz sein. «Doch rein von der Qualität dürfte es nur einen Ausgang geben – einen klaren Schweizer Sieg.»

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
2
3
6
2
Südkorea
Südkorea
2
0
3
3
Tschechien
Tschechien
2
-1
1
4
Südafrika
Südafrika
2
-2
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
2
6
4
2
Schweiz
Schweiz
2
3
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
2
-3
1
4
Katar
Katar
2
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
2
3
4
2
Marokko
Marokko
2
1
4
3
Schottland
Schottland
2
0
3
4
Haiti
Haiti
2
-4
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
2
5
6
2
Australien
Australien
2
0
3
3
Paraguay
Paraguay
2
-2
3
4
Türkei
Türkei
2
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
1
6
3
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
1
1
3
3
Ecuador
Ecuador
1
-1
0
4
Curacao
Curacao
1
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
1:0
2
1
4
2
Schweden
Schweden
0:1
2
3
3
3
Japan
Japan
1
0
1
4
Tunesien
Tunesien
1
-4
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Neuseeland
Neuseeland
1
0
1
2
Iran
Iran
1
0
1
3
Belgien
Belgien
1
0
1
4
Ägypten
Ägypten
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Uruguay
Uruguay
1
0
1
2
Saudi Arabien
Saudi Arabien
1
0
1
3
Spanien
Spanien
1
0
1
4
Kap Verde
Kap Verde
1
0
1
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Norwegen
Norwegen
1
3
3
2
Frankreich
Frankreich
1
2
3
3
Senegal
Senegal
1
-2
0
4
Irak
Irak
1
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
1
3
3
2
Österreich
Österreich
1
2
3
3
Jordanien
Jordanien
1
-2
0
4
Algerien
Algerien
1
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
1
2
3
2
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
1
0
1
3
Portugal
Portugal
1
0
1
4
Usbekistan
Usbekistan
1
-2
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
1
2
3
2
Ghana
Ghana
1
1
3
3
Panama
Panama
1
-1
0
4
Kroatien
Kroatien
1
-2
0
K.o.-Phase
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