Das Spiel
Frech, effizient und voller Spielfreude – das Team von Nati-Coach Murat Yakin liefert dann ab, wenn es am wichtigsten ist: Nach dem 4:0 gegen den Kosovo zum Auftakt in die WM-Qualifikation fegen die Schweizer auch Slowenien mit 3:0 vom Platz.
Und wie bereits vor drei Tagen ist es ein Kopfballtor nach einem Vargas-Eckball, das der Dosenöffner für die Nati ist. Diesmal ist allerdings nicht Akanji der Torschütze, sondern sein Abwehrkollege Elvedi. Die Führung der Nati ist zu diesem Zeitpunkt verdient, denn sie hat das Spiel im Griff und kommt kurz zuvor zur ersten guten Möglichkeit durch Widmer.
Und Breel Embolo macht dort weiter, wo er am Freitag aufgehört hat – er schiesst Tore. Wieder hat die Nati nach einem Corner die Lufthoheit, Embolo köpfelt nach einer halben Stunde zum 2:0 ein. Dass es die Schweizer auch aus dem Spiel können, beweisen sie nur wenig später. Ndoye entscheidet die Partie nach einer tollen Kombination kurz vor der Pause.
Dass die Nati nach dem Seitenwechsel etwas nachlässt, dürften die Fans im spärlich gefüllten Joggeli verkraften. Zumal die Schweizer das Spiel nach wie vor dominieren. Nur der Zug nach vorne ist nicht mehr ganz derselbe – die einzige gute Chance vergibt Embolo nach rund einer Stunde.
Hinten lässt das Team von Murat Yakin, bis auf einen gefährlichen Abschluss von Sesko (64.), nichts zu. Einen dementsprechend ruhigen Abend erlebt Gregor Kobel im Tor.
Sieben Tore in den ersten zwei WM-Quali-Partien, kein Gegentor – wir sind auf WM-Kurs!
Die Tore
18. Minute, Nico Elvedi, 1:0. Nach einem Eckball von Vargas steigt Elvedi in der Mitte am höchsten. Sein Kopfball sitzt haargenau in der rechten Ecke – Oblak im Tor der Slowenen hat keine Abwehrchance.
33. Minute, Breel Embolo, 2:0. Wieder ein Corner – diesmal tritt ihn Rieder von der anderen Seite, doch das Resultat bleibt dasselbe: Embolo ist im Fünfmeterraum zur Stelle und köpfelt zum zweiten Schweizer Treffer ein.
38. Minute, Dan Ndoye, 3:0. Das ist wunderschön gespielt! Doppelpass zwischen Xhaka und Freuler. Der Nati-Captain beweist Übersicht und viel Gefühl – sein genialer Pass hebelt die gesamte slowenische Hintermannschaft aus. Freuler legt quer, Ndoye schiebt ein.
Der Beste
Nur ein paar Wochen in England scheinen gereicht zu haben, dass Dan Ndoye noch besser wird. Er lässt mit seiner Schnelligkeit die Gegner verzweifeln – wenn er am Ball ist, wird es gefährlich. Er erzielt das 3:0.
Der Schlechteste
Seit seinem 85-Millionen-Wechsel von Leipzig zu Manchester United konnte Star-Stürmer Benjamin Sesko noch in keiner Partie richtig überzeugen. Weder für den neuen Arbeitgeber, noch für sein Land. Auch gegen die Schweiz abgemeldet und ungefährlich.
Das gab zu reden
3:1 gegen Luxemburg, 4:2 gegen Mexiko, 4:0 gegen die USA, 4:0 gegen den Kosovo, 3:0 gegen Slowenien – das sind historische Resultate: Zum ersten Mal in ihrer Geschichte schiesst die Schweizer Nationalmannschaft in fünf Spielen in Folge drei Tore oder mehr. Und einer trifft dabei immer mindestens einmal: Breel Embolo. Bei sechs Toren in fünf Spielen steht er jetzt. Das ist in der Nati letztmals einem gewissen Alex Frei gelungen. Der Schweizer Rekordtorschütze traf 2005 gegen Zypern, die Färöer, Norwegen, Israel und noch einmal Zypern ebenfalls sechsmal ins gegnerische Tor.
Die Schiedsrichter
Im Grossen und Ganzen leitet der Franzose François Letexier die Partie im St. Jakob-Park unaufgeregt. Nach rund einer halben Stunde hat die Schweiz auch etwas Glück, dass er sich einen Ball an Xhakas Arm nicht genauer ansieht. Er könnte gegen die Slowenen die eine oder andere Gelbe Karte mehr zücken.
Die Fans
12’757 verlieren sich im St. Jakob-Park. Damit ist das Joggeli bloss zu etwas mehr als einem Drittel gefüllt. Die Anwesenden singen und klatschen und jubeln zwar. Trotzdem ist da ein Gefühl der Leere. Zwischendurch legt sich andächtiges Schweigen über das Stadion. Auch wenn es ein ungewohntes Montagabendspiel ist: Diese Nati hätte mehr anwesende Fans verdient!
So gehts weiter
Die Länderspielpause ist zu Ende. Die Spieler kehren zu ihren Klubs zurück. In der Nati gilt es in einem Monat wieder ernst. In der WM-Quali trifft die Schweiz erst auswärts auf Schweden (10. Oktober) und dann in Ljubljana auf Slowenien (13. Oktober). Die letzten zwei Duelle in der WM-Quali steigen Mitte November.