Darum gehts
- Katars Team trainiert in Montecito, einer der teuersten US-Postleitzahlen
- Westmont College als Basecamp: konservativ-christlich, dennoch Gemeinsamkeiten mit Katar
- Katarer sponsern neuen Hybridrasen – Devise: mangels Talent muss alles perfekt sein
Es geht dem Meer entlang, am Hafen von Santa Barbara vorbei, dieser schmucken Altersresidenz der Reichen und Mächtigen, und auch an den Stränden von Montecito. Dann geht es den Berg hoch, bis man langsam am Fuss der Santa Ynez Mountains ankommt.
Die Stadt Montecito, eigentlich ein Dorf mit etwas über 8000 Einwohnern, ist eine der teuersten Postleitzahlen der USA. Die meisten Häuser im Verkauf gibts für fünf bis acht Millionen. Das geht dann rauf bis 125 Millionen … Hier residieren die exilierten Monarchen Meghan und Harry, aber auch Oprah Winfrey, Kevin Costner, Ariana Grande, Katy Perry, Cameron Diaz, Gwyneth Paltrow. Geld? Hat man. Welche Stadt würde besser zu den Katarern passen als eine, in der Geld auch nur so fliesst wie das Öl im kleinen Halbinsel-Staat?
Aber fahren wir weiter den Berg hinauf, bis der urbane Teil von Montecito vom Wald abgelöst wird. Hier versteckt sich das Westmont College. Ein riesiger Komplex mit vielen Gebäuden. Um sich zurechtzufinden, kriegt man vom Portier eine kleine Karte. «Hier ist Thorrington Field, da müssen Sie hin», zeigt er mir. Sonst ist keine Menschenseele hier. Als man sich dem Platz nähert, dominieren bordeauxrote Blachen links und rechts der Strasse. «All for Qatar», steht drauf. Oder: «We are Qatar».
Die Moslems bei den Ultrakonservativen
So passend Montecito als Heimstätte der Katarer ist, ganz nach dem Motto «vereint in Kohle ohne Ende», so unpassend erscheint das Westmont College – auf den ersten Blick. Das Kunst-College wurde nämlich 1937 als Bibel-Missionsinstitut gegründet und gilt heute noch als eines der erzkonservativ-religiösesten Colleges des Landes. Der Glaube zum evangelikalen Protestantismus ist in alle Aspekte des Campus-Lebens eingeflochten. Theologie soll hier über dogmatischem Studium stehen. Glaube und Studium gehen Hand in Hand. Die Moslems in einem konservativ-christlichen College?
Gemeinsam gegen LGBT
Doch es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen Westmont und Doha. Der College-Kodex verbietet nämlich alle Sex-Praktiken ausserhalb der heterosexuellen Hochzeit. Die Professoren dürfen nicht vor Studenten über Homosexualität sprechen. Die LGBT-Gruppe des Colleges muss sich im Geheimen treffen. Da findet sich das College bestens mit seinen Gästen aus einem Land, in dem Homosexualität verboten und unter Strafe gestellt ist.
«Hi, Sie sind der erste Journalist hier»
Zurück zum Fussball, bei dem dieses Thema ja ebenso schwierig ist wie ein Sieg von Katar in einem WM-Spiel. Der Fifa-Mensch vor Ort winkt – und begrüsst mich beinahe überschwänglich! «Hi, Sie sind der erste Journalist hier. Seien sie herzlich willkommen!» Der erste? Echt jetzt? Das ist doch schon der dritte Trainingstag hier?
Sind auch keine Journalisten aus Katar hier? Nein, sagt der Fifa-Mann aus Doha. Die würden bloss für die Spiele einfliegen. Spannend. An meiner achten Weltmeisterschaft bin ich erstmals allein bei der Trainingsbeobachtung. Einzig am ersten Trainingstag der Katarer, der öffentlich war, durften 400 Menschen rein. Darunter 150 Primarschüler, um sicherzustellen, dass da ein bisschen Stimmung ist.
Mehr, als das Warm-up unter die Lupe zu nehmen, gibt es am Dienstag nicht. Auch nicht am Mittwoch. Und auch nicht am Donnerstag. Es werden keine Spieler für Interviews abgestellt. Die ganze Woche nicht. Coach Julen Lopetegui schon gar nicht. Einzig am Tag vor den Spielen. Würde man das in England, Deutschland oder Brasilien, ja selbst in der Schweiz so handhaben – die Journalisten würden den Medienverantwortlichen den Kopf abreissen. Na ja, ein echtes Problem ist das ja nicht. Bei null Journalisten ausser mir ist es maximal mein Problem, dass ich nicht zum Beispiel mit Akram Afif sprechen kann, dem Mann mit der spannenden Vita (und Frisur), der uns 2018 mit seinem späten Siegtor in Lugano eine der grössten Blamagen der Geschichte beschert hat.
Katarer haben neuen Rasen gesponsert
Das Trainingsfeld ist in einem fantastischen Zustand. Die Katarer haben nichts dem Zufall überlassen und lange vor der WM eine Firma damit beauftragt, den neuesten und besten Hybridrasen zu verlegen, der zu rund zehn Prozent aus Kunststoff besteht und zu neunzig aus Naturrasen. So wie der Rasen in San Francisco, wo am Samstag im Levi’s Stadium das Duell mit der Schweiz ansteht. Auf dem Nebenfeld für Baseball, dem Carr Field, sei der Kunstrasenanteil etwas höher, weil auch derjenige im BC Place Stadium in Vancouver leicht höher sei, klärt mich der Fifa-Mensch auf. Dort trifft Katar dann in seinem zweiten Spiel auf Gastgeber Kanada. Doch das ist noch lange nicht alles. In einem riesigen Zelt neben dem Thorrington Field haben die Katarer Fitnessgeräte der neuesten Generation installiert. Dort macht das Team das Warm-up. Wenn schon das Talent nicht sehr weit gediehen ist, so sollen wenigstens die Rahmenbedingungen absolut perfekt sein. Geld spielt keine Rolle. Der neue Platz und die Geräte sind kleine Geschenke an das College.
Warm-up mit US-Rap
Aus dem Zelt dröhnt mittlerweile Musik. Aber nichts Arabisches. Rap. Keine Ahnung, ob dieser Sound College-konform ist. Einige Staff-Mitglieder sind mittlerweile auf dem Feld. Se habla español. Das sind Lopeteguis Jungs. Und ich bin auch nicht mehr allein. Yeah! Der Kameramann des katarischen Verbands hat sich eingerichtet, wie auch ein Zweierteam der Fifa. Aber ein anderer Journalist? Nach wie vor Fehlanzeige.
Katar an der WM. Wirklich eine andere Welt.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 1 | 2 | 3 | |
2 | Südkorea | 1 | 1 | 3 | |
3 | Tschechien | 1 | -1 | 0 | |
4 | Südafrika | 1 | -2 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 1 | 0 | 1 | |
2 | Bosnien und Herzegowina | 1 | 0 | 1 | |
3 | Schweiz | 0 | 0 | 0 | |
4 | Katar | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Marokko | 0 | 0 | 0 | |
3 | Haiti | 0 | 0 | 0 | |
4 | Schottland | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 1 | 3 | 3 | |
2 | Türkei | 0 | 0 | 0 | |
3 | Australien | 0 | 0 | 0 | |
4 | Paraguay | 1 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 0 | 0 | 0 | |
2 | Curacao | 0 | 0 | 0 | |
3 | Elfenbeinküste | 0 | 0 | 0 | |
4 | Ecuador | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 0 | 0 | 0 | |
2 | Japan | 0 | 0 | 0 | |
3 | Schweden | 0 | 0 | 0 | |
4 | Tunesien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Ägypten | 0 | 0 | 0 | |
3 | Iran | 0 | 0 | 0 | |
4 | Neuseeland | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Kap Verde | 0 | 0 | 0 | |
3 | Saudi Arabien | 0 | 0 | 0 | |
4 | Uruguay | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 0 | 0 | 0 | |
2 | Senegal | 0 | 0 | 0 | |
3 | Irak | 0 | 0 | 0 | |
4 | Norwegen | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 0 | 0 | 0 | |
2 | Algerien | 0 | 0 | 0 | |
3 | Österreich | 0 | 0 | 0 | |
4 | Jordanien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Portugal | 0 | 0 | 0 | |
2 | Demokratische Republik Kongo | 0 | 0 | 0 | |
3 | Usbekistan | 0 | 0 | 0 | |
4 | Kolumbien | 0 | 0 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 0 | 0 | 0 | |
2 | Kroatien | 0 | 0 | 0 | |
3 | Ghana | 0 | 0 | 0 | |
4 | Panama | 0 | 0 | 0 |


