Was für ein Drehbuch, was für eine Schlussphase, was für eine Dramatik! Erst liegt sich ganz Belgien in den Armen, weil Romelu Lukaku zum vermeintlichen 3:2-Sieg trifft, nur drei Minuten später der Schock. Weil der Schiri den Treffer wegen einer hauchdünnen Abseitsposition nicht gibt. Und weil die Franzosen im Gegenzug erst die Latte und dann das Tor treffen.
Théo Hernandez, der jüngere Bruder des Bayern-Verteidigers, wird zum Matchwinner. Er und Hugo Lloris. Sensationell, wie der Goalie der Equipe Tricolore zweimal gegen De Bruyne pariert, erst mit einem Wahnsinnsreflex, dann lenkt er ein Geschoss aus 17 Metern im allerletzten Moment noch über die Latte.
Mbappé machts besser als gegen Sommer
2:2 stehts zu jenem Zeitpunkt, Carrasco (mit einem abgefälschten Schuss) und Lukaku (nach einem Hammerantritt) sorgen für die belgische Führung, Benzema zeigt kurz nach der Pause, warum er seit Jahren zu den besten Stürmern der Welt gehört – er erzielt den Anschlusstreffer.
Dann trifft Tielemans Griezmann im Strafraum leicht am Fuss, Penalty für die Franzosen nach Videostudium. Mbappé machts besser als an der EM gegen Yann Sommer und setzt den Ball unhaltbar für Courtois in die rechte, obere Ecke.
Es ist der Auftakt in eine fulminante Schlussphase, die wohl noch länger zu reden geben wird. Letztlich aber setzen sich die Franzosen durch, weil sie gekämpft und trotz Rückstand nicht aufgegeben haben. Sie treffen nun am 10. Oktober im Nations-League-Final im Mailänder San Siro auf Spanien. (skr)