Gross über das Thema reden mag Pierluigi Tami (64) eigentlich nicht mehr. Und trotzdem muss sich der Nati-Direktor vor der zweiten WM-Quali-Tranche mit den Spielen in Schweden und Slowenien erneut Fragen zur Doppelbürger-Thematik stellen. Schliesslich hat der SFV nach Eman Kospo (18) und Leon Avdullahu (21) mit Albian Hajdari (22) einen weiteren ehemaligen U-Nationalspieler an einen anderen Verband verloren.
«Das hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben», erklärt Tami. Die Kritik, dass es der SFV verpasst habe, Spieler rechtzeitig für die A-Nati aufzubieten, weist der Tessiner erneut zurück. «Wir entscheiden, wann ein Spieler bereit für unsere Nationalmannschaft ist. Es darf kein Vorteil sein, wenn man zwei Pässe hat.»
Es sei häufig ein «Timing-Problem», so Tami. Bis zur U21 würden die meisten Doppelbürger für die Schweiz auflaufen. «Dann erfolgt manchmal der Wechsel zu einer anderen Nation, wenn sie kein Aufgebot für die A-Nati erhalten. Manchmal ist die Chance da, bei einer anderen Nation sofort Stammspieler zu sein. Bei uns ist die Konkurrenz gross. Ich habe Verständnis, wenn ein anderer Weg genommen wird», so Tami.
Dennoch will man beim Verband verhindern, dass sich solche Fälle in Zukunft häufen. Nach Blick-Infos laufen derzeit Gespräche über die Schaffung des Postens eines Doppelbürger-Talentmanagers. Konkret darauf eingehen will Tami aber nicht. «Wir überlegen, was wir mehr machen können», so der Nati-Direktor.
«Schauen, wie sich Bajrami entwickelt»
Mit Adrian Bajrami (23) geht erstmals ein Spieler den umgekehrten Weg. Der Verteidiger des FC Luzern hat bereits drei Testspiele für Albanien absolviert, nun ist er zum ersten Mal für die Schweizer A-Nati nominiert worden. «Er hat sein Interesse gezeigt, für uns zu spielen. Jetzt hat ihm Murat diese Chance gegeben. Nun schauen wir, wie er sich entwickelt», sagt Tami.
Der Nati-Direktor spricht am Montagnachmittag auch davon, dass Yakin nach der EM 2024 mit der «Renovation der Mannschaft» begonnen habe. In den beiden ersten WM-Quali-Spielen gegen den Kosovo und Slowenien setzte der Nati-Trainer in seiner Startelf aber ausschliesslich auf gestandene Nationalspieler. Auf in der ersten Jahreshälfte aufgebotene neue Namen wie zum Beispiel Stefan Gartenmann oder Lucas Blondel verzichtet Yakin auch beim jetzigen Zusammenzug.
Sind die getesteten Spieler also schlichtweg nicht gut genug? «Ich würde eher sagen, dass die aktuellen Spieler so gut sind, dass du noch besser sein musst, wenn du einen Platz haben willst», schlussfolgert Tami. Das aktuelle Kader habe die optimale Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern.
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