Mit Blut-Tor köpfte er uns an der WM 2006 weiter
Senderos: «Ich habe noch heute eine Narbe»

Philippe Senderos (37) weiss, wie man eine Finalissima an der WM gewinnt. Wie er uns mit einem Blut-Tor in die Achtelfinals köpfelte – und was er mit seiner Erfahrung unserer Nati nun gegen Serbien wünscht.
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Ein Foto für die Geschichtsbücher: Philippe Senderos bringt die Nati 2006 in der Finalissima um die Achtelfinal-Qualifikation auf die Siegesstrasse gegen Südkorea.
Foto: AP
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Andreas Böni

Es ist im Jahr 2006, an der WM in Deutschland. Schweiz gegen Südkorea in Hannover, drittes Gruppenspiel. Es geht um alles: Die Schweiz weiss, dass sie mit einem Sieg in den Achtelfinals steht. Es sind Spiele, in denen Helden geboren werden.

Philippe Senderos, der kräftige Innenverteidiger, schraubt sich in der 23. Minute hoch. «Ein super Ball von Hakan Yakin», sagt er. «Ich lege alles rein, was ich habe.» Senderos trifft mit dem Kopf Ball und Gegner – die Kugel landet zum 1:0 im Tor.

Senderos: «Es war das perfekte Bild von mir, immer bereit, alles zu geben für meine Mannschaft und mein Land. Ich nahm den Kopf, wo andere nicht mit dem Fuss hingehen würden. Es war Kopf an Kopf, Fussball an der Grenze.»

Ein Foto für die Geschichtsbücher

Danach, Senderos merkt es in seiner Jubel-Ekstase noch nicht, blutet er. «Es hat überhaupt nicht wehgetan mit dem Adrenalin und der Freude vom Tor. Plötzlich spürte ich, dass etwas runterläuft am Kopf und sah, dass es Blut war.» Sofort geht er zum Mannschaftsarzt, lässt sich verarzten, will unbedingt weiterspielen. Die Nati gewinnt 2:0, erreicht den WM-Achtelfinal, wo man im Penaltyschiessen an der Ukraine scheitert.

Bis heute eine Narbe

Senderos sagt, dass dieses Tor seine Wahrnehmung in der Schweiz geprägt habe: «Wenn die Leute mich sehen, denken sie sofort an dieses Tor. 16 Jahre später werde ich noch oft darauf angesprochen.» Eine Narbe ziert bis heute die Partie zwischen seinen Augen. «Aber es ist eine gute Narbe für eine gute Erinnerung.»

Und da schlägt Senderos den Bogen zum Knüller am Freitag gegen Serbien. «Die Spieler müssen sich immer bewusst sein, dass die WM der grösste Moment einer Spielerkarriere ist. Eine Bühne, um Geschichte zu schreiben, die den Menschen jahrelang im Kopf bleibt.»

Darum machen ihm die Erkältung von Yann Sommer und Nico Elvedi oder die Muskelprobleme von Xherdan Shaqiri oder Noah Okafor keine grossen Sorgen: «In solchen Turnieren brauchst du alle Spieler, alle sind bereit. Du musst diese grosse Bühne nützen. Es ist für jeden einzelnen eine super Möglichkeit, sich zu zeigen. Es ist ein grosser Moment für den Schweizer Fussball.»

Senderos hat serbisches Blut

Die Generation heute spiele anders als seine: «Die Nati heute hat viel mehr Tempo und Kontrolle, als wir es hatten.» Darum sieht er die Nati «von der Erfahrung, vom Tempo, vom technisch-taktischen und von der Qualität her» gegen Serbien im Vorteil. «Aber es wird eine heisse Partie.»

Senderos selbst hat serbische Wurzeln. Sein Vater ist Spanier, seine Mutter Serbin. «Das ist so, mein Blut ist halb serbisch, halb spanisch – aber ich bin Schweizer.» Sein Bezug zu Serbien ist nicht allzu eng: «Meine Mutter wuchs in Argentinien auf, ich habe dort auch Verwandte.»

Der ehemalige Innenverteidiger, der bei Klubs wie Arsenal, Milan, Valencia oder den Glasgow Rangers spielte, beendete seine Karriere 2019 bei Chiasso. Warum in den Niederungen des Fussballs? «Es war für mich klar, dass ich in die Schweiz kommen will. Bei Chiasso konnte ich ankommen, das Schweiz-Feeling wieder spüren. Ich betrieb viel Networking, bildete mich weiter. Und dann kam die Möglichkeit mit Servette. Dort, wo er mit fünf Jahren anfing und es bis in die 1. Mannschaft schaffte, ist er Sportchef und entwickelt den Klub.

Der WM-Held von 2006 versucht dem Schweizer Fussball etwas zurückzugeben. Wieder mit vollem Einsatz.

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Ägypten
Ägypten
2
2
4
2
Iran
Iran
2
0
2
3
Belgien
Belgien
2
0
2
4
Neuseeland
Neuseeland
2
-2
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
2
4
4
2
Uruguay
Uruguay
2
0
2
3
Kap Verde
Kap Verde
2
0
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
2
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
2
5
6
2
Österreich
Österreich
2
0
3
3
Algerien
Algerien
2
-2
3
4
Jordanien
Jordanien
2
-3
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
2
3
6
2
Portugal
Portugal
2
5
4
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
2
-1
1
4
Usbekistan
Usbekistan
2
-7
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
2
2
4
2
Ghana
Ghana
2
1
4
3
Kroatien
Kroatien
2
-1
3
4
Panama
Panama
2
-2
0
K.o.-Phase
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