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Historischer Treffer:Hier erzielt Kongo das erste Tor an einer WM
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Kongo mit historischem Tor
Bitterer WM-Auftakt für Ronaldo bei Rekordspiel

WM-Mitfavorit Portugal beginnt im Auftaktspiel gegen den Kongo gut, baut nach der Führung aber kräftig ab. So sorgt der Kongo mit seinem ersten Punkt an einer WM-Endrunde für die grossen Schlagzeilen – auch, weil er am Ende gar noch am Sieg schnuppert.
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Gian-Andri BaumgartnerRedaktor Sport
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Zäher WM-Auftakt: Cristiano Ronaldo und seine Portugiesen holen nur einen Punkt.
Foto: Anadolu via Getty Images

Das Spiel

Kurz vor der Pause spielt sich in der Arena von Houston Historisches ab: Yoane Wissa steigt nach einem zunächst kurz ausgeführten Eckball des Kongo hoch und köpfelt den Ball ins gegnerische Tor. Es ist der erste WM-Treffer für das riesige Land im Herzen Afrikas – bei der bislang einzigen WM-Teilnahme vor 52 Jahren, damals noch unter dem Namen Zaire, blieben die Kongolesen in drei Vorrundenpartien ohne Tor.

Gleichzeitig verschaffen sie dem scheidenden Portugal-Trainer Roberto Martinez viel Gesprächsbedarf für die Pause, denn: Das Gegentor ist eine Folge der zunehmenden Passivität der favorisierten Seleção in den Minuten davor. Zwar behält sie über weite Strecken die Kontrolle über die Partie, das eigene Spiel hat aber viel von Standfussball – so lässt sich die Abwehr des Kongo nach dem frühen Kopfball-Treffer von João Neves (6.) kein weiteres Mal überlisten.

Daran ändert die Pause zunächst nicht viel, im Gegenteil: Der Kongo wirkt zu Beginn der zweiten Halbzeit zielstrebiger. Erst wird Cédric Bakambu nach einer gefährlichen Chance aus einem hauchdünnen Abseits zurückgepfiffen (50.), dann trifft er aus spitzem Winkel nur den Pfosten (57.). Seinen zweifelhaften Hattrick an vergebenen Torchancen vergibt Bakambu nach 77 Minuten, als er einen kongolesischen Konter zu überhastet abschliesst – sein Schuss aus gefährlicher Position geht deutlich über das Tor.

Und Portugal? Findet auch in Halbzeit zwei offensiv nur selten statt. João Cancelo hat Pech, dass er bei seinem Fallrückzieher nach 55 Minuten im Abseits steht, dazu haut Superstar Cristiano Ronaldo, der in dieser Partie einen Rekord aufstellt (s. «Das gab zu reden»), den Ball gleich zweimal aus dem Rücken der Abwehr neben den rechten Torpfosten (68./73.).

Es bleiben die letzten guten Tormöglichkeiten Portugals in diesem Spiel – auch der nach 83 Minuten eingewechselte Schweiz-Schreck Gonçalo Ramos (drei Tore beim 6:1 im WM-Achtelfinal von Katar) kann keine neuen Impulse mehr setzen. Mitfavorit Portugal stolpert damit zum WM-Auftakt tatsächlich über den Kongo.

Die Tore

6. Minute, João Neves, 1:0. So einfach kann Fussball sein: Flanke Pedro Neto von der Strafraumgrenze, Kopfball João Neves am Elfmeterpunkt – Tor. Kongo-Verteidiger Axel Tuanzebe ist zwar knapp 20 Zentimeter grösser als Gegenspieler Neves, lässt diesen aber zu einfach gewähren.

45.+5 Minute, Yoane Wissa, 1:1. Mit der letzten Aktion vor der Pause kommt der Kongo tatsächlich zum Ausgleich. Torschütze Wissa profitiert dabei von einer unorganisierten portugiesischen Defensive, die den Stürmer völlig frei gewähren lässt. Per Kopf netzt der Newcastle-Akteur ein und erzielt damit den ersten Treffer der kongolesischen WM-Geschichte.

Das gab zu reden I

Portugals Superstar Cristiano Ronaldo steht gegen den Kongo in der Startelf – und schreibt damit WM-Geschichte: Noch nie hat ein älterer Feldspieler als der 41-Jährige eine Endrundenpartie von Beginn an gespielt. Überhaupt hatte nur einer davon bei einem WM-Spiel mehr Jahre auf dem Buckel: Kameruns Roger Milla war beim 1:6 gegen Russland an der WM 1994 bei seiner Einwechslung 42 Jahre alt.

Das gab zu reden II

Nach 51 Minuten kommt eine neue Regel zu Anwendung: Weil sich der Kongo bei einem Abstoss zu viel Zeit lässt, zählt Schiedsrichter Al Jassim herunter – und entscheidet dann auf Eckball für Portugal. Es ist ein Hebel, den die Unparteiischen seit dieser Endrunde haben, um Zeitspiel zu unterbinden. Für den Kongo bleibt die Aktion ungestraft: Aus der Ecke entsteht keine Gefahr.

So gehts weiter

Weiter geht es in der Gruppe K am Donnerstag um 4 Uhr Schweizer Zeit mit dem Duell zwischen Usbekistan und Kolumbien – es sind die letzten Teams, die in ihr WM-Abenteuer starten werden. Portugal trifft dann seinerseits am kommenden Dienstag um 19 Uhr auf die Usbeken. Wenige Stunden später steht dann auch der Kongo wieder im Einsatz: Er bekommt es um 4 Uhr in Guadalajara mit Kolumbien zu tun.

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