Darum gehts
- Ex-Torhüter Eike Immel (65) gesteht Betrug über 32'000 Franken vor Gericht
- Grund für Betrug: Kokainsucht führte zu finanziellen Schwierigkeiten und Lügen
- Urteil: Zwei Jahre auf Bewährung, Bewährungszeit beträgt vier Jahre
Vor dem Richter zeigt sich Eike Immel (65) äusserst reumütig: «Ich kann es nur wiederholen, dass es mir wahnsinnig leidtut. Im Grunde kann ich dankbar dafür sein, dass ich angezeigt wurde. Ich gebe alles zu. Ich will nicht mehr lügen», sagt der ehemalige deutsche Nationaltorhüter am Mittwoch vor dem Landgericht Marburg, wie die «Bild» berichtet.
Es ist Immels erstes umfassendes Geständnis zu den Betrugsvorwürfen, mit denen sich der frühere Bundesliga-Torhüter konfrontiert sieht. In über 100 Fällen hat er von Bekannten umgerechnet rund 32'000 Franken geliehen, ohne diese anschliessend wieder zurückzuzahlen. Als Grund für die Geldprobleme gibt er seine Kokainsucht an.
Staatsanwalt verlangte unbedingte Strafe
Das sieht auch sein Anwalt so – und verspricht: «Wenn seine Kokainsucht behandelt ist, wird Herr Immel keine Straftaten mehr begehen, davon bin ich überzeugt.» Wohl auch aufgrund von Immels Beichte spricht der Richter eine bedingte Gefängnisstrafe von zwei Jahren aus. Die Staatsanwaltschaft hat dagegen eine unbedingte Freiheitsstrafe gefordert – dazu ist er vor einem Jahr erstinstanzlich auch verurteilt worden.
Die Bewährungszeit ist auf vier Jahre festgelegt, wobei der Marburger Richter noch eine Warnung vorausschickt: Wenn Immel noch einmal so etwas bringen würde, werde er in «allerkürzester Zeit» im Gefängnis landen. Der Ex-Fussballer selbst gelobt Besserung: «Ich will mein Leben ändern, egal, wie das hier ausgeht.» Von seiner neuen Partnerin erhalte er viel Unterstützung.
Während seiner aktiven Karriere bestritt Immel zwischen 1978 und 1995 über 500 Bundesliga-Spiele für Dortmund und Stuttgart. Unter den Torhütern mit den meisten Spielen in der deutschen Top-Liga rangiert er damit hinter Oliver Kahn (57) und Manuel Neuer (40) auf Rang drei. 19-mal lief er für die DFB-Elf auf – beim deutschen EM-Titel 1980 stand er im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.