«Ein Skandal!»
YB siegt trotz Witz-Rot gegen Fernandes

YB schlägt St. Gallen mit 2:0. Zu reden gibt der Platzverweis von Edimilson Fernandes.
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Die Berner feiern gegen St. Gallen einen Heimsieg.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Die Schiris

Unbegreiflich!» – «Ein Skandal!» – «Komplette Fehlentscheidung!» – «Niemals Rot!» Nein, das sind nicht die Stammtischparolen einiger YB-Fans. Sondern die Stimmen der Blue- und SRF-Kommentatoren. Und sie alle haben recht: Was auch immer VAR Fedayi San beim Zweikampf zwischen Edimilson Fernandes und Lukas Görtler geritten hat, seinen Kollegen Lukas Fähndrich an den Bildschirm zu schicken: Es ist falsch. Dass dieser dann den Roten Karton zückt, ein Witz. Weil Fernandes klar den Ball spielt und Görtler beim Nachziehen des Beines erwischt.

Die Schlüsselszene

Nach einer schwachen ersten Halbzeit bricht Samuel Essende den Bann und trifft in bester Stürmermanier zum 1:0. Damit leitet er den YB-Sieg ein. Wer sonst? Er steht nach elf Spielen bei zwölf Toren und drei Vorlagen und ist damit der Topskorer der Liga.

Das Spiel

Die erste Halbzeit ist zähe Kost. Das erwartete Spektakel, das die vergangenen Duelle versprechen, bleibt zumindest vorerst aus. YB hat zwar viel Ballbesitz, kommt aber kaum zu Torchancen. Guirassys Abschluss, den Tom Gaal im letzten Moment blockt, bleibt das Highlight der ersten 45 Minuten.

In der zweiten Halbzeit nimmt das Tempo zu. Die Berner spielen geradliniger und kommen immer wieder gefährlich vors Tor. Um die Stundenmarke sorgen Liga-Topskorer Samuel Essende und Herba Guirassy für die 2:0-Führung. Die St. Galler stehen über weite Strecken hinten sicher, bekunden offensiv aber Mühe. Sinnbildlich dafür ist ein vergebener Konter: In einer Überzahlsituation spielt Mihailo Stevanovic den Ball zu kurz auf Aliou Baldé, der ihn schliesslich vertändelt.

In der letzten Viertelstunde muss YB in Unterzahl weiterspielen, nachdem Edimilson Fernandes vom Platz fliegt. St. Gallen drückt auf den Anschlusstreffer, doch Zesiger klärt Okorojis Topchance in letzter Sekunde von der Linie. Damit ist die letzte Hoffnung der Ostschweizer zunichtegemacht. Es bleibt beim Berner Sieg.

Die Tore

59. Minute, Samuel Essende, 1:0. Nach einem Eckball kommt auf der anderen Seite Fernandes an den Ball. Der Mittelfeldspieler flankt haargenau auf den Kopf von Essende, der einnicken kann.

64. Minute, Herba Guirassy, 2:0. Nach einem Freistoss gibt es Chaos im Strafraum der Espen. Zuerst scheitert Jenz an Zigi, dann profitiert Guirassy vom Abpraller. Zigi ist noch am Ball dran, kann die Kugel aber nicht mehr entscheidend abwehren.

Die Stimmen

Lukas Görtler, FCSG-Captain (gegenüber Blue): «Für mich hat es sich so angefühlt, als ob er mir unglücklich aufs Sprunggelenk fällt. Ich knick um und es tut richtig weh. Er ist gekommen und hat sich entschuldigt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass es absichtlich war. Es war eher das andere Bein. Ich hätte es auch okay gefunden, wenn es Gelb ist für ein bisschen hartes Einsteigen. Ich bin aber auch nicht so Fan des Video-Schiris.»

Christian Fassnacht, YB (gegenüber SRF): «Sehr positiv. Wir waren gut im Spiel und haben fast jeden zweiten Ball gewonnen. Ich hatte schon lange nicht mehr so ein dominantes Gefühl. Wir brauchten länger, um ein Tor zu schiessen, aber es war ein guter Auftritt. Es war eine Frage der Zeit, bis der Ball im Netz landet. Wir haben dreimal in Folge zu null gespielt. Das ist ein grosses Ausrufezeichen. Wir wollten dem Trainer einen ruhigen Abend verschaffen.»

VA Stimmen YB Still.png
3:42
Fassnacht muss Grinsen:«Dafür bringen wir den Gegentor-Schnitt runter»

Der Beste

Bahereba Guirassy. Sorgt für mächtig Dampf am linken Flügel. Und bucht das 2:0

Der Schlechteste

Andrin Hunziker. Nicht nur, dass ihm offensiv nichts gelingt. Bei Essendes Dosenöffner-Tor ist er interessierter Zuschauer.

Das gab zu reden

Der Trainer ist nicht mit an Bord. Gerardo Seoane wurde am Freitag nach Schwindelgefühlen und Unwohlsein ins Spital eingeliefert. «Dort wurde eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs im Innenohr diagnostiziert. Der 47-Jährige konnte das Spital am Samstagnachmittag wieder verlassen und befindet sich auf dem Weg der Besserung», so YB. Für ihn coachen Matteo Vanetta, assistiert von Patrick Schnarwiler.

Die Fans

Lange Zeit war die Choreo der YB-Fans mit dem Leitmotiv «Üse Heilig Gral!» das Beste an diesem Spiel. Bravo an die Ostkurve. Es sind 24’266 Fans im kalten Wankdorf. Und die machen Stimmung.

So gehts weiter

YB empfängt am kommenden Sonntag um 14 Uhr den FCZ. St. Gallen trifft bereits am Vorabend um 18 Uhr zuhause auf Servette.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
11
17
25
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC Zürich
FC Zürich
11
-3
17
5
Servette FC
Servette FC
11
2
16
6
FC St. Gallen
FC St. Gallen
11
-4
16
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
11
-6
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
11
-1
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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