Das Spiel: Im Wissen, dass man für Rang 3 und die direkte Quali für die Europa-League-Gruppenphase Punkte brauchte, geht Luzern die Herkules-Aufgabe im Stade de Suisse engagiert an. Pascal Schürpf müsste die Gäste nach 12 Minuten gar in Führung bringen! Doch YB will seine Rekord-Saison unbedingt krönen. Und legt nach 27 Minuten los. Hoarau eröffnet den Torreigen. Nach der Pause kommt der FCL unter die Räder. Höhepunkte? Ngamaleus Weltklasse-Tor und Von Bergens kitschige Abschieds-Kiste. Luzern hat gegen diesen grossartig aufspielenden Meister keine Chance, vergeigt Rang 3. Weil St. Gallen in Zürich patzt, darf der FCL aber immerhin noch Europa-League-Quali spielen (siehe unten).
Die Tore:
1:0 | 27. Minute | Voca säbelt Nsame in der eigenen Hälfte um. Garcia zirkelt den fälligen Freistoss herrlich auf den Kopf von Guillaume Hoarau, der aus 14 Metern zu seinem 24. Saisontor einnickt.
2:0 | 47. Minute | Schick zündet den Turbo, erhält an der Grundlinie das Spielgerät, bedient mit viel Übersicht millimetergenau Kollege Fassnacht, der einen Tick vor Zibung am Ball ist und den Ball zur 2:0-Führung ins Netz spitzelt.
3:0 | 72. Minute | Zurücklehnen und geniessen, liebe Fussball-Schweiz! Ngamaleu setzt der überragenden YB-Saison das Sahnehäubchen auf. Eine Fassnacht-Flanke versenkt der eine gute Minute zuvor eingewechselte Kameruner per Seitfall-Rückzieher aus über 16 Metern.
4:0 | 76. Minute | Gehts noch kitschiger? In seinem allerletzten Spiel der Karriere gelingt Steve von Bergen tatsächlich sein erst drittes Karriere-Tor. Grosse Emotionen. Das Stade de Suisse kocht!
Der Beste:
So viel Kitsch kann gar nicht wahr sein! Steve von Bergen macht in seinem 236. und allerletzten Spiel für YB sein erstes Tor für die Berner. Und dies just beim Einläuten der YB-Viertelstunde. Unfassbar!
Der Schlechteste:
Pascal Schürpf hat die Chance, dem Spiel eine andere Wendung zu geben, köpfelt den Ball aus vier Metern aber übers Tor.
Das gab zu reden:
Gänsehaut pur, als die 88. Minute anbricht und der vierte Offizielle die Tafel mit den Nummern 5 und 17 in die Höhe hält. Nach Kevin Mbabu erhält auch Von Bergen seine Standing Ovation. Der Hinterletzte im Stadion steht. Von Bergen weint schon wieder. Und: Sandro Lauper muss verletzt raus. Diagnose steht noch aus. Die Pokalübergabe erlebt der Shootingstar mit dick einbandagiertem Knie und an Krücken.
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Der irre Kampf um Europa
Welch Super-League-Abend! Vor der letzten Runde kämpft mit Luzern, Lugano, St. Gallen, Thun und Zürich die halbe Liga um die europäischen Plätze. Und der Abend hält, was er verspricht. Bei Halbzeit liegt plötzlich der FCSG auf Rang 3. Um 20.05 Uhr Lugano. Und um 20.16 nimmt der totale Tabellen-Wahnsinn Oberhand: Lugano, Thun, Luzern und St. Gallen haben alle aufs Loch 46 Punkte! 9 Minuten später und dem dritten GC-Tor im Tessin grüssen plötzlich die Berner Oberländer vom Europa-League-Gruppenphase-berechtigenden dritten Rang. Um 20.41 Uhr der nächste Umsturz: Lugano mogelt sich nach dem 3:3 wieder auf Rang 3. So ist es auch bei Spielende um 20.51 Uhr. Aber im Letzigrund werden 5 Minuten nachgespielt! Schiesst das sechstplatzierte St. Gallen ein Tor, sind die Espen Dritte. Doch sie schaffen es nicht. Um 20.56 Uhr ist klar: Lugano qualifiziert sich nach einem Drama-Abend für die Europa-League-Gruppenphase!
+++ Pokal-Übergabe +++
In Bern wird nach Abpfiff der zweite Meistertitel in Serie gefeiert. Nach Spielschluss wird jeder Meisterheld einzeln aufgerufen und im rappelvollen Stadion gefeiert. Als letzter betritt die grosse Figur des Abends, Steve von Bergen, die Bühne. Er darf den Meisterpokal zuerst stemmen. Dann gibts das gemeinsame Meisterfoto, gefolgt von der Ehrenrunde. Eine lange Party-Nacht in Bern steht an. Am Sonntag findet dann der Meisterumzug vom Bundesplatz in Richtung Stade de Suisse statt, wo die grosse Meisterparty mit diversen Konzerten steigt.
Jetzt stehen der Champions-League-Final (am 1. Juni) und die Nations-League-Finalrunde mit der Schweiz (am 5. und 9. Juni) an. Die neue Saison in der Super League geht am 20. Juli los.
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YB - Luzern 4:0 (1:0)
Stade de Suisse, 31'120 Fans (ausverkauft), SR: Bieri.
Aufstellungen:
YB: Von Ballmoos; Mbabu, Von Bergen, Benito, Garcia; Schick, Sow, Lauper; Fassnacht; Nsame, Hoarau.
Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Custudio, Sidler; Ndenge, Voca; Vargas, Schulz, Schürpf; Eleke.
Einwechslungen:
YB: Ngamaleu (70. für Lauper), Lotomba (80. für Mbabu), Assalé (88. für Von Bergen).
Luzern: Demhasaj (64. für Eleke), Schneuwly (86. für Schürpf).
Gelb:
27. Voca. 33. Mbabu (beide Foul). 46. Vargas (Schwalbe). 58. Von Bergen. 74. Sidler (beide Foul).
Bemerkungen:
YB ohne Sulejmani, Camara, Aebischer (verletzt). –
Luzern ohne Knezevic, Juric (verletzt). – 42. Pfostenschuss Nsame.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
3 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
4 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
5 | FC Basel | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
7 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
8 | FC Zürich | 3 | -5 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Luzern | 3 | -5 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |