Darum gehts
- Tim Spycher feiert überraschendes Super-League-Debüt gegen Ex-Klub Basel im Joggeli
- Der 21-Jährige ersetzt verletzten Niklas Steffen und glänzt mit Paraden
- 2025 spielte Spycher nur dreimal für Basler U21 in der Promotion League
Die Tränen, die Tim Spycher (21) ein paar Minuten zuvor im Interview mit Blue vergossen hat, sind bereits trocken, als der Thuner Goalie den Medienbereich des St. Jakob-Parks betritt. Wie sehr ihn das Spiel gegen seinen Ex-Klub emotional mitgenommen hat, ist Spycher aber noch immer anzusehen.
«Das Adrenalin schiesst immer noch durch meinen Körper», sagt der Aargauer nach seinem unerwarteten Super-League-Debüt. Etwas mehr als eine Stunde ist im Joggeli gespielt, als Spycher für den verletzten Niklas Steffen (25) ins Spiel kommt. Mit zwei wichtigen Paraden verdient sich der Thuner Ersatzkeeper danach auch seinen Anteil am 2:1-Auswärtssieg der Berner Oberländer. Spycher: «Es ist wie ein Märchen für mich. Ich glaube, das hat alles so passieren müssen.»
Beim FCB nur noch Goalie Nummer 4
Bis vor drei Wochen stand der junge Goalie noch in Basel unter Vertrag. Beim FCB hat Spycher sämtliche Nachwuchsstufen durchlaufen, seit er mit elf Jahren zum Klub gekommen ist. Auf dem Campus gilt er lange als eines der grössten Talente und potenzieller Nachfolger von Marwin Hitz (38). Damit Spycher Erfahrungen auf Profi-Niveau sammeln kann, leiht ihn der FCB 2024 in die Challenge League zum FC Baden aus. Ein Jahr später folgt die nächste Leihe, dieses Mal nach Nyon. Aufgrund eines Führungswechsels bei den Waadtländern muss Spycher aber vorzeitig nach Basel zurückkehren und ist dort hinter Hitz, Mirko Salvi (31) und Tim Pfeiffer (20) plötzlich nur noch die Nummer vier.
Im ganzen Jahr 2025 kommt er für die Basler U21 nur dreimal in der Promotion League zum Einsatz. «Das war keine einfache Zeit», sagt Spycher rückblickend. Als Ende Dezember plötzlich der FC Thun anklopft, ist für ihn klar, dass die Zeit für seinen Abschied vom FCB gekommen ist. «Ich wollte eine neue Challenge annehmen, weil ich das Gefühl hatte, hier nicht richtig voranzukommen», sagt er.
Lustrinelli gibt Steffen-Update
Im Berner Oberland wird er auf Anhieb zum Stellvertreter von Steffen. Damit, dass er schon im dritten Spiel – und ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub – zu seinem ersten Einsatz kommt, habe er aber natürlich nicht gerechnet. «Nervös war ich nur während des Aufwärmens. Danach habe ich nur noch Freude verspürt», so Spycher. «Ich habe mir in der Vergangenheit schon mehrfach vorgestellt, wie es ist, im Joggeli zu spielen. Nur halt auf der anderen Seite.»
Ein weiteres Spiel im St. Jakob-Park wird vorerst nicht hinzukommen. Das dritte Duell mit den Baslern findet im April in der Stockhornarena statt. Dafür könnte Spycher am kommenden Sonntag auswärts gegen Genf erneut im Thuner Tor stehen. «Ich kann noch nichts Genaueres sagen. Ich hoffe, es ist nur eine Prellung», sagt Trainer Mauro Lustrinelli (49) über die Verletzung von Stammgoalie Steffen. Dieser stammt genau wie Spycher aus dem Nachwuchs des FCB.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 22 | -2 | 32 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |


