Das Spiel
Das Aufwachen fühlt sich für den FC Lugano an diesem Freitagmorgen wohl besonders süss an. Zwei Traumtore durch die Einwechselspieler Hicham Mahou (26) und Yanis Cimignani (23) bescheren den Bianconeri den vierten Sieg aus den letzten fünf Partien. Damit rücken sie zum ersten Mal in dieser bis anhin so schwierigen Saison über den Strich.
Wirklich verdient ist der Tessiner Sieg gegen Luzern aber nicht. Besonders, wenn man die Leistung in der ersten Halbzeit unter die Lupe nimmt. Nach 45 Minuten kommen die Zentralschweizer auf einen xG-Wert (zu erwartende Tore) von 1,48. Lugano kommt dagegen auf einen mickrigen Wert von 0,03. Allerdings können die Zentralschweizer von ihrer Dominanz nicht profitieren. Meist sieht es bis zum Strafraum gut aus. Dann passiert aber wenig.
Mattia Croci-Torti (43) ist zur Pause entsprechend gefordert. Bereits nach zwanzig Minuten übergibt er seinen Mittelfeldspielern einen Zettel mit womöglich taktischen Anpassungen. Allerdings fruchten diese nicht.
So sieht sich Croci-Torti in der Pause zu weiteren Veränderungen gezwungen und wechselt gleich dreimal. Und das frische Personal sowie die taktische Anpassung – von einer Dreier- zu einer Viererkette – wirken. Eine gute Viertelstunde nach Wiederanpfiff führt das Heimteam mit zwei Toren.
Croci-Torti beweist damit ein goldenes Händchen. Mit den Toren von Mahou und Cimignani hat er in dieser Saison vier Tore eingewechselt. Das ist allerdings nicht der Liga-Bestwert. Dieser hält FCSG-Trainer Enrico Maassen mit fünf Toren.
Die Tabelle, die Croci-Torti aber deutlich mehr interessiert, ist jene der gesammelten Punkte. Und in dieser sieht es wesentlich besser aus als noch vor ein paar Wochen. Luzern muss sich dagegen an der eigenen Nase nehmen. Im Cornaredo wäre für die Mannschaft von Mario Frick (51) deutlich mehr möglich gewesen. Und immer kann man halt nicht einen Zwei-Tore-Rückstand in den Schlussminuten aufholen.
Die Tore
52. Minute, Hicham Mahou, 1:0. Der 26-jährige Offensivspieler nimmt auf der linken Seite Tempo auf, zieht am Strafraumeck nach zur Mitte und schlenzt den Ball wunderschön in den Winkel. Bei so einem Geschoss kann auch FCL-Goalie Loretz nichts mehr ausrichten.
63. Minute, Yanis Cimignani, 2:0. Der Franzose kommt kurz vor dem Strafraum an den Ball, fackelt nicht lange und haut ihn ins Tor. Der zweite Traumtreffer des Abends.
Das gab zu reden
Mit den Traumtoren von Hicham Mahou und Yanis Cimignani baut Lugano eine eindrückliche Serie aus. Mit dem Spiel heute haben die Tessiner in den letzten 16 Heimspielen gegen den FC Luzern jeweils mindestens einmal (25 Tore) getroffen. Dabei handelt es sich um die längste derartige Heimserie der Bianconeri gegen einen bestimmten Gegner in der Super League.
Der Beste
Hicham Mahou. Kommt zur zweiten Halbzeit rein und schiesst Lugano mit einem Traumtor zum Sieg.
Der Schlechteste
Taisei Abe. Steht im Mittelfeld vor allem in der zweiten Halbzeit auf verlorenem Posten
Die Schiris
Johannes von Mandach (Schiedsrichter), Stéphane De Almeida (Assistent), Jonas Erni (Assistent), Urs Schnyder (VAR). Kaum schwierige Situationen zu klären.
Die Fans
3526 Fans sind am Donnerstagabend im Cornaredo. Der Gästeblock macht dabei ordentlich Stimmung.
So gehts weiter
Schon am Sonntag spielen die beiden Teams wieder. Lugano empfängt um 14 Uhr den FC St. Gallen, Luzern um 16.30 Uhr die Grasshoppers.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |