Die Schlüsselszene
Nach einer ersten Halbzeit, in der YB klar dominiert, schlagen die Gäste in Luzern innerhalb von 120 Sekunden (47. und 49. Minute) zweimal zu. Erst kommt Ciganiks aus 15 Metern völlig freistehend zum Abschluss, dann legt der lettische Linksverteidiger per Kopfball einen zweiten Treffer nach. Plötzlich ist es ein offener Schlagabtausch im Wankdorf, der am Ende 3:3 ausgeht.
Das Spiel
YB kommt um die erste Saisonniederlage gerade noch so herum. Der späte Ausgleich von Sène sorgt dafür, dass die Berner nicht zum ersten Mal seit dem 6. Oktober 2018 zu Hause als Verlierer gegen Luzern vom Platz müssen. 3:3 endet dieser Match, der bis zum Schluss wildes Spektakel liefert.
Die gelbschwarze Offensivpower bügelt einmal mehr die eigenen Unzulänglichkeiten in der Defensive aus. Die Seoane-Mannschaft kassiert im siebten Super-League-Spiel die Gegentore 12, 13 und 14 – zwei davon unmittelbar nach der Pause.
Obwohl der FCL bis in die Schlussphase mit dem Sieg liebäugeln kann, ist die mutig auftretende Portmann-Equipe auf das nötige Wettkampfglück angewiesen, damit letztlich ein Punktgewinn herausschaut. Denn YB scheitert gleich dreimal an der Torumrandung.
Die Tore
14. Minute, Samuel Essende, 1:0. Gigovic schickt von ganz hinten Virginius auf die Reise. Von zwei Luzernern abgelenkt, landet der Ball im FCL-Strafraum daraufhin bei Sanches, der wiederum Torschütze Essende bedient.
47. Minute, Andrejs Ciganiks, 1:1. Mikolajewski erblickt links aussen den total blank stehenden Ciganiks. YB-Aussenverteidiger Blum kommt zu spät und auch Goalie Keller muss den Schuss passieren lassen, obwohl er noch leicht dran ist.
49. Minute, Andrejs Ciganiks, 1:2. Überragend, wie Mikolajewski Gegenspieler Fernandes überlupft und dann am zweiten Pfosten erneut Ciganiks bedient. Dieser muss nur noch einnicken.
52. Minute, Samuel Essende, 2:2. Nach einem von Sanches getretenen Corner köpfelt Essende im Rücken von Mikolajewski aus kurzer Distanz ein.
65. Minute, Matteo Di Giusto, 2:3 (Foulpenalty). Das Foul von Pech an Di Giusto im Berner Strafraum führt zu einem FCL-Penalty. Diesen verwandelt Di Giusto gleich selbst. Keller entscheidet sich für die falsche Ecke.
88. Minute, Kaly Sène, 3:3. Energisch setzt sich Guirassy auf der linken Seite durch. Im Zentrum drückt Sène die Kugel über die Linie. Somit sind es zwei YB-Joker, die für den späten Ausgleich verantwortlich sind.
Der Beste
Matteo Di Giusto. Holt den Penalty zum zwischenzeitlichen 3:2 heraus und verwandelt ihn auch gleich selbst. Wie so oft der auffälligste Luzerner auf dem Platz. Überragende Passquote.
Der Schlechteste
Christian Fassnacht. Vergisst zweimal Gegenspieler Ciganiks in seinem Rücken, zweimal trifft der FCL-Linksverteidiger. Auch offensiv harmlos.
Die Fans
Den äusserst angenehmen Frühherbstabend verbringen 27'960 Fans im Wankdorfstadion.
Die Schiris
Fedayi San leitet sein 250. Super-League-Spiel. Seine kniffligste Szene hat er nach etwas mehr als einer Stunde zu bewältigen. Pech bringt Di Giusto im Strafraum zu Fall, San zeigt sofort auf den Punkt. Der Entscheid geht in Ordnung, VAR Dudic schaltet sich nicht ein.
Das gab zu reden
YB beendet die englische Woche mit acht Gegentoren aus drei Spielen. Gegen Luzern wirkt die Berner Defensive vor allem in der zweiten Halbzeit immer wieder äusserst anfällig. Meisterlich ist das ganz sicher nicht …
So gehts weiter
Auf YB wartet am kommenden Samstag auswärts der Spitzenkampf gegen Lugano (19 Uhr). Luzern bekommt am Tag danach zu Hause Besuch von Basel (16.30 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |