FCSG feiert historischen Sieg
YB-Stars müssen bei den Fans antraben

Der FC St. Gallen gewinnt nach über 20 Jahren erstmals in Bern und im neuen Wankdorfstadion. FCSG-Captain Lukas Görtler schickt die Berner mit dem späten Treffer zum 2:1 tiefer in die Krise.
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St. Gallen feiert in Bern einen historischen Sieg.
Foto: keystone-sda.ch

Das Spiel

Der Bann ist gebrochen! Der FC St. Gallen gewinnt erstmals seit März 2005 wieder in Bern. Kein Wunder, galten die Espen als «Lieblingsgegner» von YB, das nach dem 0:5-Debakel in Lausanne auf Wiedergutmachung aus war. Doch stattdessen schlittern die Berner weiter in die Krise.

Die Gastgeber treten aggressiv auf und sind über weite Strecken spielbestimmend. Nach zehn Minuten versucht sich Sergio Cordova mit einem sehenswerten Fallrückzieher, wenig später verpasst Darian Males eine Flanke und den Führungstreffer nur knapp. Der Luzerner steht wenig später sogleich im Mittelpunkt, als sich St. Gallens Behar Neziri als letzter Mann zu einem Trikot-Zupfer gegen den YB-Mittelfeldspieler hinreissen lässt. Nach VAR-Überprüfung gibt Schiri San Penalty und Neziri für dessen Notbremse nur die Gelbe Karte. Zum fälligen Elfmeter tritt Christian Fassnacht an, Espen-Goalie Zigi ahnt jedoch die Ecke und pariert.

Wieder scheint somit alles gegen die Berner zu laufen. Denn nach der Pause ist YB wiederum dominanter, das Tor machen jedoch die Gäste. Aus dem Nichts erzielt Neuzugang Tom Gaal nach 56 Minuten seinen Premieren-Treffer für die St. Galler. In der Folge versucht sich YB mehrmals nach vorne zu kombinieren. Die FCSG-Verteidigung steht jedoch sehr gut und auch Zigi ist zwischen seinen Pfosten hellwach.

Dann wirds wild: Chris Bedia erlöst YB – vermeintlich. Denn St. Gallen lässt den Berner Jubel dank Captain Lukas Görtler sogleich wieder verstummen. Der FCSG kommt so doch tatsächlich zu seinem ersten Sieg im neuen Wankdorfstadion und dem ersten Dreier in Bern seit 20 Jahren.

Und YB? Coach Giorgio Contini ist nach dem späten erneuten St. Galler Führungstreffer sichtlich bedient und weiss, dass man vor dem Europa-League-Spiel am Donnerstag wieder mal über die Bücher muss. Die Fans sind ebenfalls unzufrieden, sodass die Spieler nach dem Abpfiff zur Aussprache antraben müssen. YB-Captain Loris Benito will im Interview bei Blue nicht verraten, was mit den Anhängern besprochen wurde.

Die Tore

56. Minute, Tom Gaal, 0:1. Nach einem Freistoss bringt YB den Ball nicht weg und so kommt Witzig auf der rechten Seite an den Ball und lanciert Gaal im Strafraum. Der Deutsche steht dort genau richtig und schiebt zur FCSG-Führung ein.

85. Minute, Chris Bedia, 1:1. Bedia fasst sich von der Strafraumgrenze ein Herz und schliesst einfach mal ab. Er erwischt Zigi in der rechten unteren Ecke.

87. Minute, Lukas Görtler, 1:2. Die St. Galler spielen einen langen Ball nach vorne. FCSG-Captain Görtler kommt an den Ball, fackelt nicht lange und versenkt den Ball im Netz.

Die Stimmen

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Benito nach dem Spiel:«Kann den Frust der Fans nachvollziehen»
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Espen-Captain Görtler:«War überzeugt, dass ich da das Tor mache»

Der Beste

Lawrence Ati Zigi ist sehr, sehr entscheidend für diesen historischen Dreier, auf den St. Gallen 20 Jahre warten musste. Penalty-Parade. Kein Wackler. Top Rückhalt!

Der Schlechteste

Christian Fassnacht muss in den sauren Apfel beissen. Zwei Schritte Anlauf bei einem Penalty – das geht gefühlt oft nicht gut. Wie auch hier. Aber klar: Die Parade von Zigi ist top!

Das gab zu reden

Natürlich der nicht gegebene Platzverweis gegen Penalty-Sünder Behar Neziri. Dabei ist das Reglement klar. Bei einem Foul im Strafraum, mit dem eine offensichtliche Torchance verhindert wurde, gibt es Rot, wenn es nicht im Kampf um den Ball erfolgte. Alle Voraussetzungen dafür sind also erfüllt.

Die Schiris

Grundsätzlich eine gute Leistung von Fedayi San. Auch wenn er Behar Neziri nach erfolgtem Penaltypfiff vom Platz hätte stellen müssen. Das Regelwerk bietet da keinen Interpretationsspielraum. Den sich die Schiris aber offenbar dennoch ein bisschen nehmen angesichts dieser unsinnigen Doppelbestrafungsregel.

Die Fans

31’500 sind im Wankdorf. Bedeutet: ausverkauft. Wie eigentlich immer am Kids Day, an welchem YB erst zum zweiten Mal verliert. An der Topstimmung, zu der auch die Espen-Fans beitragen, liegt es nicht.

So gehts weiter

YB steht bereits am Donnerstag in der Europa League im Einsatz. Zu Hause duellieren sich die Berner ab 21 Uhr mit Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien. In der Liga spielt YB nächsten Sonntag auswärts beim FCZ (14 Uhr). Für St. Gallen geht es am Samstag um 18 Uhr zu Hause gegen GC weiter.

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9
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0
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