Die Schlüsselszene
In der 58. Minute erhält Imourane Hassane für sein rüdes Einsteigen die Ampelkarte. Bis dahin ist es ein ausgeglichenes Spiel. Dann kippt die Partie zugunsten der Genfer, welche die Überzahl zu ihrem Vorteil nutzen.
Das Spiel
Servette kann doch noch gewinnen. Dank des Traumtors von Joker Mathis Lambourde eine Viertelstunde vor Schluss holen die Genfer die ersten Punkte in dieser Saison. Der bereits angezählte Trainer Jocelyn Gourvennec kann damit vorerst einmal aufatmen.
GC bleibt damit der Lieblingsgegner der Grenats, die keines der letzten 15 Spiele in der Super League gegen die Zürcher verloren haben. Von den 33 Duellen in der 2003 eingeführten Super League haben die Genfer deren 22 gewonnen.
Gourvennecs Gegenüber Peter Zeidler erlebt einen bitteren 64. Geburtstag. Denn die Zürcher sind lange das gefährlichere Team im Stade de Genève. Sie gehen nicht nur durch Amir Abrashis erstes Super-League-Tor nach mehr als einem Jahrzehnt in Führung, sondern stehen nach der Pause dem 2:1 näher – bis Imourane Hassane vom Platz fliegt.
Die Stimmen
Amir Abrashi (GC) gegenüber Blue: «Bis zur Roten Karte machen wir ein sehr gutes Spiel, danach wird es sehr schwer. In den ersten zehn Minuten ist jede Aktion eine Gelbe Karte, da muss man sich schon hinterfragen, ob das Gelbe Karten sind. Man gefährdet so das Spiel. Wir bekommen Gelb für eine Schwalbe, die anderen bekommen einen Penalty. Dann ist es keine Gelbe. Das sind Entscheidungen, die schmerzen.»
Tim Meyer (GC) gegenüber SRF: «Die zweite Gelbe Karte gegen Imourane, die der Schiedsrichter gab, hat das Spiel ein wenig gekillt. Ich weiss nicht, ob es wirklich eine Gelbe war oder ob es nicht schon vorher ein Foul gab.»
Peter Zeidler (GC-Trainer) gegenüber SRF: «Abrashi macht ein hervorragendes Spiel. Er befindet sich in sehr guter Form. Nicht umsonst macht er das Tor. Ich weiss gar noch nicht, was er hat – Oberschenkel oder irgendwas. Zur Roten Karte: Zwei Gelbe sind halt Rot. Wahrscheinlich stimmts. Aber man kann ja auch zu zehnt noch einen Punkt holen.»
Marco Burch (Servette) gegenüber SRF: «Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass mich der Saisonstart kaltgelassen hätte. Aber nach zwei Spielen ein riesiges Fass aufzumachen, ist auch nicht das Richtige. Wir haben gewusst: Heute zählt nur der Sieg und sonst gar nichts.»
Die Tore
12. Minute, Amir Abrashi, 0:1. Samuel Krasniqi findet mit seinem steilen Querpass im Servette-Sechzehner Abrashi. Dieser beweist ungewohnte Skorerqualitäten und verwertet das Zuspiel mit dem ersten Kontakt gekonnt.
29. Minute, Samuel Mraz, 1:1. Zunächst scheitert Mraz mit seinem Direktschuss aus zentraler Position an Justin Hammel. Allerdings wehrt der GC-Keeper nach vorne ab, sodass Mraz im zweiten Anlauf, dieses Mal per Kopf, einnetzen kann.
75. Minute, Mathis Lambourde, 2:1. Kaum hat GC einen Einwurf ausgeführt, kommt auch schon Servette in Ballbesitz. Timothé Cognat bedient den durchstartenden Lambourde mit einem herrlichen hohen Pass, den der Servette-Joker mit links volley in die Maschen drischt.
Der Beste
Tiemoko Ouattara ist der gefährlichste Spieler von Servette, auch wenn er an den beiden Genfer Toren nicht beteiligt ist. Der junge Flügelspieler ist auf der linken Seite sehr aktiv und weiss am Samstagabend zu überzeugen.
Der Schlechteste
Imourane Hassane. Wer schon Gelb hat, darf so nicht in den Zweikampf gehen.
Die Fans
65 GC-Fans sind nach Genf gereist. Bemerkenswert ist, dass die Genfer Fangruppe «Les Plus Malins» im Gegensatz zur «Section Grenat» nicht im Stadion ist. Dies ist zweifellos eine Folge der Ereignisse vom vergangenen Samstag im Letzigrund. Insgesamt sind 6410 Zuschauer da.
Die Schiris
Hüseyin Sanli verteilt zahlreiche Karten an beide Teams, von denen einige etwas zu kleinlich ausfallen. Diese Entscheidungen führen zum Platzverweis von Imourane Hassane, der in der 58. Minute absolut gerechtfertigt ist. Das Tackling des Beniners gegen Marco Burch ist ebenso gefährlich wie unnötig.
Das gab zu reden
Servette denkt an diesem Samstag an zwei Legenden: An Miroslav Stevanovic, der sein 350. Spiel im Trikot der Grenats absolviert – und an Hanspeter Weber, der diese Woche im Alter von 71 Jahren verstorben ist und in den 70er-Jahren als Stürmer für den Verein spielte.
So gehts weiter
Der Schweizer Cup (1. Runde) verdrängt kommende Woche die Super League in den Hintergrund. Sowohl Servette (15 Uhr gegen Bavois aus der Promotion League) als auch GC (18 Uhr gegen Regensdorf aus der 2. Liga) müssen am Samstag ran. In der vierten Super-League-Runde (22. und 23. August) heisst der nächste Genfer Gegner Thun, während sich GC mit Sion duelliert.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |