Die Schlüsselszene
Nach gut einer halben Stunde wird Quentin Maceiras zum x-ten Mal überlaufen. Diesmal weiss er sich gegen Philippe Kény nur mit einem Foul zu helfen und sieht dafür die Gelbe Karte. Den anschliessenden Freistoss verwandelt Valon Berisha direkt – das Foul wird damit zur Doppelbestrafung. Wobei Goalie Gertmonas beim Gegentor mit seinem Bock den noch viel grösseren Anteil trägt.
Das Spiel
Zu Beginn der Partie prägt klassisches Abtasten das Geschehen. Es ist ein müder Kick im Letzigrund, bei dem beiden Teams unzählige Fehler unterlaufen. Doch wie so oft bei einem zähen Spielverlauf bringt schliesslich eine Standardsituation den Durchbruch (35.) – die Zürcher dürfen erstmals an ihrem 130. Geburtstag jubeln.
Nach dem Seitenwechsel weht dann ein anderer Wind: Zunächst bügelt Servette-Keeper Gertmonas seinen Patzer ansatzweise wieder aus, als er sein Team bravourös vor einem Zwei-Tore-Rückstand bewahrt (48.). Keine fünf Minuten später schrammen die Genfer nur knapp am Ausgleich vorbei, als ein Kopfball von Mraz um Haaresbreite das Gehäuse verfehlt. Auch in der Folge tauchen die Gäste immer wieder gefährlich vor dem Tor von Lindner auf. Das Tor machen jedoch nicht die Genfer – sondern der FCZ, eiskalt und vollkommen aus dem Nichts (79.). Trotz des späten Anschlusstreffers der Gäste (90.+1) dürfen die Zürcher im Jubiläumsspiel ihren ersten Dreier der Saison bejubeln.
Die Tore
35. Minute, Valon Berisha, 1:0. Berisha zirkelt einen Freistoss von der linken Seite lang an den zweiten Pfosten. Servette-Keeper Gertmonas verschätzt sich in der Zürcher Sonne komplett und faustet ins Leere. Ein Riesenbock des Litauers in seinem Servette-Debüt!
79. Minute, Mohamed Bangoura, 2:0. Was für ein Händchen vom Coach Koller! Wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung schlägt Bangoura zu und stellt auf 2:0 für den FCZ. Nach Vorarbeit von Kény muss er den Ball am langen Pfosten nur noch über die Linie drücken.
90.+1 Minute, Tiemoko Ouattara, 2:1. Nach Vorarbeit von Mendes nimmt Servette-Stürmer Ouattara am Strafraumeck Mass, zirkelt die Kugel unhaltbar an Lindner vorbei ins lange Eck und macht das Spiel nochmal spannend.
Die Stimmen
Valon Berisha (FCZ, gegenüber Blue): «Ich bin sehr froh. Es ist mein erstes Tor für den FCZ; ein schönes Tor – aber ja: Gewollt war es vielleicht nicht, aber eine gute Flanke war es.»
«Man musste bluten, aber das ist Fussball. Willst du Spiele gewinnen, musst du auch leiden wollen. Es zeigt auch Moral, wenn du leidest. Das hat uns früher vielleicht ein wenig gefehlt – jetzt haben wir das, aber das ist noch nicht genug. Es ist eine lange Saison, aber trotzdem: Wir haben jetzt zwei gute Spiele hintereinander hingelegt.»
Der Beste
Lindrit Kamberi. Nicht immer sattelfest, dafür umso präsenter als Captain. Er dirigiert seine Mitspieler, übernimmt Verantwortung und rüttelt die Mannschaft wach, als Servette in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich drückt.
Der Schlechteste
Gut möglich, dass ihn die Sonne gestört hat. Eine Entschuldigung darf das aber nicht sein. Diese Pleite geht auf die Kappe von Servette-Goalie Gertmonas. Wobei: Mit einer Kappe hätte er den direkten Freistoss von Berisha wohl gehalten. Als wäre das nicht genug, sieht der Litauer auch beim zweiten Gegentreffer nicht gut aus.
Das gab zu reden
Während der ersten Halbzeit gerät das Sportliche plötzlich in den Hintergrund. Der Grund: Ein vermummter Teil der Genfer Fankurve versucht, zur Haupttribüne zu gelangen, wo sich eine deutlich kleinere Gruppe von Servette-Anhängern befindet und Fangesänge anstimmt. Hintergrund ist ein seit längerem schwelender Konflikt innerhalb der aktiven Genfer Fanszene. Zum Glück kann der Angriff auf die kleinere Fangruppe verhindert werden – wohl auch, weil diese ihre Plätze verlassen hat. Nur wenige Minuten später kassiert Servette den ersten Gegentreffer. Schlechtes Karma?
Die Schiris
Johannes von Mandach (Schiedsrichter), Pascal Hirzel (Assistent), Leroy Hartmann (Assistent), Alessandro Dudic (VAR). Das Schiri-Gespann hat alles im Griff. Es gibt aber auch kaum heikle Szenen zu beurteilen.
Die Fans
12'353 Fans haben sich ein Ticket für das Jubiläumsspiel des FCZ im Letzigrund gesichert. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen und der Ferienzeit ist das eine durchaus ansprechende Kulisse.
So gehts weiter
In einer Woche wartet auf Servette bereits das nächste Duell mit einem Zürcher Klub. Dann allerdings vor heimischem Publikum: Am Samstag geht es im Stade de Genève gegen GC (20.30 Uhr). Der FCZ ist einen Tag später im Tessin gefordert und tritt am Sonntag ab 14 Uhr in der neuen AIL Arena gegen Lugano an.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 6 | 13 | 18 | |
2 | BSC Young Boys | 7 | 12 | 15 | |
3 | FC Sion | 6 | 3 | 12 | |
4 | FC St. Gallen | 6 | 1 | 10 | |
5 | FC Basel | 7 | 0 | 10 | |
6 | FC Luzern | 7 | -3 | 9 | |
7 | FC Thun | 6 | -6 | 7 | |
8 | FC Zürich | 7 | -7 | 7 | |
9 | FC Vaduz | 7 | -1 | 6 | |
10 | FC Lausanne-Sport | 7 | -3 | 6 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 6 | -5 | 5 | |
12 | Servette FC | 6 | -4 | 4 |






