Die Schlüsselszene
Zehn Minuten nach der Pause zieht Cocic nach einem Steilpass alleine aufs GC-Tor zu. Hammel stürmt aus seinem Kasten und erwischt neben dem Ball auch seinen Gegenspieler. Schiri Berchier zeigt auf den Punkt. Ein harter Entscheid. Vaduz-Schwizer ists egal, er verwandelt eiskalt zum 3:2 und bringt Vaduz so auf Kurs.
Das Spiel
Jetzt ist in der Super League nur noch GC sieglos. Gegen Vaduz, den bis zu diesem Kellerduell punktelosen Aufsteiger, setzt es auswärts eine 2:5-Niederlage ab. Mit einem Doppelschlag nach der Pause innert drei Minuten ziehen die Liechtensteiner dem Schweizer Rekordmeister entscheidend davon.
Als das 2:3 (55.) und das 2:4 (58.) fallen, steht bei den Hoppers Nikolas Muci nicht mehr auf dem Rasen. Der Stürmer hilft in der ersten Halbzeit tatkräftig mit, damit die Gäste zweimal auf einen Rückstand reagieren können: Assist beim 1:1 (35.), Tor zum 2:2 (45.+2). Muci wird zur Pause ausgewechselt. Ohne den 23-Jährigen passt in der GC-Offensive nicht mehr viel zusammen – und hinten hat die Mannschaft von Peter Zeidler den Laden ebenfalls nicht im Griff.
Die zweite Halbzeit muss GC Anlass zur Sorge bereiten. Wie Hoppers-Neuzugang Bujar Pllana beim 2:5 (76.) von Vorlagengeber Lutfi Dalipi vorgeführt wird, steht sinnbildlich für den sackschwachen Auftritt der Gäste nach der Pause. Wenig überraschend stellen die Fans das Team nach dem Schlusspfiff direkt zur Rede.
Die Tore
12. Minute, Lutfi Dalipi, 1:0. Der Ball spickt nach dem Block von GC-Pllana zu Dalipi. Der Vaduzer Stürmer erwischt daraufhin Hammel, dem die Sicht verdeckt scheint, mit einem Schuss von ausserhalb des Sechzehners.
35. Minute, Young-jun Lee, 1:1. Gefühlvoll chippt Clemente den Ball hinter die Abwehr der Liechtensteiner. Mucis Kopfball hätte womöglich via Innenpfosten bereits zum Ausgleich geführt, doch Lee geht auf Nummer sicher und drückt die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie.
43. Minute, Dominik Schwizer, 2:1. GC klärt zunächst einen von Schwizer getretenen Corner, hat dann aber die Nummer 7 des Heimteams nicht mehr auf dem Schirm. Bedient von Hasler, stellt Schwizer mit einem Schuss aus spitzem Winkel unter die Latte die Vaduzer Führung wieder her.
45.+2 Minute, Nikolas Muci, 2:2. Abrashi taucht nach Clementes Steckpass alleine vor FCV-Goalie Schaffran auf. Uneigennützig legt der GC-Captain zum knapp nicht im Abseits stehenden Muci rüber. Dieser braucht nur noch zu vollenden.
55. Minute, Dominik Schwizer, 3:2 (Foulpenalty). Schwizer baut bei seinem Elfmeter kurz vor der Schussabgabe geschickt einen kleinen Hüpfer ein, so dass Hammel sich für die falsche Ecke entscheidet.
58. Minute, Juan Cabrera, 4:2. Dalipi lässt Mikulic einfach stehen und Cabrera darf anschliessend dessen Flanke am zweiten Pfosten unbehelligt einnicken. Der Vaduzer Doppelschlag nach der Pause ist perfekt.
76. Minute, Juan Cabrera, 5:2. Dalipi vernascht mit seinem Dribbling Pllana und hat dann die Ruhe, für den einschussbereiten Cabrera abzulegen.
Die Stimmen
GC-Trainer Peter Zeidler gegenüber Blue: «Die erste Halbzeit war in Ordnung. Wir wollten dann etwas umstellen, als just das 2:3 fällt. Ab da kommen mentale Dinge hinzu. Der letzte Eindruck, diese zweite Halbzeit, der war absolut nicht gut. Wir brauchen noch Zeit. Doch so viel Zeit haben wir nicht. Die anderen punkten, wir nicht.
Vaduz-Doppeltorschütze Dominik Schwizer gegenüber Blue: «In den letzten paar Spielen haben wir bereits einiges richtig gemacht. Heute hat es sich endlich ausbezahlt.»
Der Beste
Dominik Schwizer. Der Aussenverteidiger von Vaduz haut den Ball kurz vor der Pause traumhaft zum 2:1 unter die Latte und bleibt beim Elfmeter zum 3:2 cool. Der Matchwinner.
Der Schlechteste
Bujar Pllana. Der Innenverteidiger steht sinnbildlich für die schwache GC-Defensive. Beim 2:5 sieht der 24-Jährige uralt aus.
Die Fans
4426 Zuschauer sorgen im Rheinpark für gute Stimmung. Ein paar GC-Fans, die aufgrund von Stadionverboten draussen bleiben müssen, reissen in den Sichtschutz auf der linken Seite ein Loch und wollen so das Spiel verfolgen. Gut zehn Minuten lang geht ihr Plan auf, dann werden sie von Polizisten weggeschickt. Es ist wohl auch besser so. Die Kollegen im Stadion verlassen den Gästesektor nach dem fünften Gegentor teilweise schon frühzeitig oder drehen ihrem Team in den Schlussminuten demonstrativ den Rücken zu.
Die Schiris
Schiedsrichter Logan Berchier und seine Assistenten stehen gleich mehrfach im Fokus. Bei einem harten Zweikampf im Vaduz-Strafraum entscheidet Berchier auf Stürmerfoul von Muci statt Elfmeter. Und auch beim Elfmeterpfiff gegen Hammel pfeift er zugunsten des Heimteams. Ist das wirklich ein Strafstoss? Hammel spielt nämlich klar den Ball. Beim zwischenzeitlichen 2:2 von GC braucht Berchier die Hilfe des VAR. Ebenso beim vermeintlichen 6:2 des Heimteams.
Das gab zu reden
Ein Tor bereitet Muci in der ersten Halbzeit vor, eines schiesst er selbst. Und trotzdem wechselt ihn Peter Zeidler in der Pause aus. Danach kommt von der GC-Offensive nicht mehr viel, Mucis Ersatz Plange bleibt blass.
So gehts weiter
Am kommenden Mittwoch (20.30 Uhr) stehen beide Teams wieder im Einsatz – Vaduz in Luzern und GC zu Hause gegen St. Gallen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |