Das Spiel
«Es wäre schon noch schön. Ich glaube, wir haben das nach dieser Hinrunde verdient», sagt Thun-Präsident Andreas Gerber, angesprochen auf die mögliche Wintermeisterschaft, im Halbzeitinterview mit Blue. Zu diesem Zeitpunkt liegen die Berner Oberländer gegen den FCZ mit 0:2 zurück. Doch die Mannschaft scheint sich die Aussage von Gerber zu Herzen zu nehmen und dreht das Spiel noch in einen Sieg. Das Team von Mauro Lustrinelli ist damit der erste Aufsteiger, der sich zum Wintermeister krönt.
Die Führung der Zürcher in der ersten Halbzeit ist nicht unverdient. Nach engagierten Startminuten des FCZ ist es Kamberi, der nach einem Eckball zur Führung trifft. Und es dauert nicht lange, bis Phaëton die Führung ausbaut. Dazwischen hat das Team von Dennis Hediger allerdings Glück, dass Rastoder den Ausgleich aus bester Position verpasst (21.).
Gegen Ende der ersten Hälfte übernehmen die Thuner immer mehr das Spieldiktat, nur im Abschluss fehlt nach wie vor die Präzision. Bestes Beispiel ist Rastoder (38.), der den Ball nach schöner Kombination erneut nicht im Tor unterbringt. Doch aller guten Dinge sind bekanntlich drei, und so nutzt er seine nächste gute Möglichkeit und macht das Spiel kurz nach der Pause wieder spannend.
Wenig später sind die Berner Oberländer dann endgültig zurück in der Partie: Bürki markiert nach einer Ecke den Ausgleich. Und Thun will nun noch mehr. Nachdem Ibayi erst noch am stark reagierenden Brecher scheitert, markiert er wenig später doch noch den Siegtreffer. Kurz vor Schluss sorgt Fehr mit einem Traumtor für die endgültige Entscheidung.
Die Tore
12. Minute, Lindrit Kamberi, 0:1. Tsawa bringt einen Eckball zur Mitte. Thun-Goalie Steffen kommt aus seinem Kasten, doch Kamberi ist vor ihm am Ball und nickt zur Führung ein.
25. Minute, Matthias Phaëton, 0:2. Wieder ist es eine Flanke, die dem Treffer voraus geht. Markelo findet mit seiner Hereingabe Phaëton, der sich gegen Dähler mit einem cleveren, aber nicht strafbaren Rempler Platz verschafft und den Ball mit einem Aufsetzer im Tor unterbringt.
53. Minute, Elmin Rastoder, 1:2. Bertone spielt einen langen Ball in die Spitze. Ihendu springt unter dem Ball hindurch und auch Kamberi kommt gegen Rastoder nicht in den Zweikampf. Der Thuner steht alleine vor Brecher und schiebt eiskalt ein.
65. Minute, Marco Bürki, 2:2. Da sieht Brecher nicht gut aus. Der FCZ-Goalie verschätzt sich nach einer Ecke und fliegt unter dem Ball durch. Bürki ist zur Stelle und köpfelt zum Ausgleich ein.
85. Minute, Christopher Ibayi, 3:2. Imeri bringt einen Freistoss in den Strafraum, wo Ibayi nicht eng genug bewacht wird. Der Joker trifft mit einer Direktabnahme zur Führung.
89. Minute, Fabio Fehr, 4:2. Was für ein Traumtor! Der FCZ kann den Ball nicht richtig klären. Fehr kommt an die Kugel und zieht aus rund 20 Metern ab. Der Schuss schlägt unhaltbar oben links ein.
Die Stimmen
FCZ-Goalie Yanick Brecher gegenüber Blue: «Es war keine gute zweite Halbzeit von uns. Wir haben gewusst, dass wir gut aus der Kabine kommen müssen und dann kassieren wir vier Gegentore. Man hat gemerkt, dass wir Spieler haben, die nicht genügend dreckig sind, um so einen Sieg nach Hause zu bringen. Es ist nicht das erste Mal, das wir eine Führung aus der Hand geben.»
Der Beste
Kastriot Imeri. Kommt erst zur zweiten Halbzeit. Bringt dafür Schwung in das Spiel der Berner Oberländer. Und liefert zwei Assists zur grossen Wende.
Der Schlechteste
Yanick Brecher. Kriegt den ersten Gegentreffer durch die Beine. Das ist aber noch nicht alles. Beim zweiten Gegentreffer kommt er völlig übermotiviert aus dem Tor und segelt unter dem Ball durch. Darf ihm nicht passieren.
Das gab zu reden
Der Zürcher Fan-Aufmarsch in Thun ist beeindruckend. 2500 FCZ-Fans sorgen in der Stockhorn-Arena für ordentlich Stimmung. Etwas überrascht allerdings: Die Südkurve nimmt keine Stellung zum Malenovic-Knall. Weder mit einem Transparent, noch mit Sprechchören. Dabei gab es in den letzten Wochen regelmässig «Milos raus!»-Rufe. Diesmal ignorieren sie ihn aber komplett. Auch irgendwie ein Zeichen.
Die Schiris
Anojen Kanagasingam (Schiedsrichter), Vital Jobin (Assistent), Daniel von Känel (Assistent), Nico Gianforte (VAR). Das Schiri-Gespann leitet die Partie nach einer klaren Linie. Ein Fragezeichen gibt es beim ersten Thuner Tor. Es geht um ein Handspiel von Christopher Ibayi. Die Fragezeichen bleiben. Spielentscheidend ist es letztlich aber nicht.
Die Fans
9733 Fans sind beim letzten Thuner Heimspiel in diesem Kalenderjahr anwesend. Uns sie sehen eine unterhaltsame Partie.
So gehts weiter
Die Super-League-Teams verabschieden sich in die Winterpause. Weiter geht es für beide Mannschaften am 18. Januar. Thun spielt dann gegen GC, der FCZ gegen Servette.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






