Dank Last-Minute-Tor gegen Thun
FCSG holt Punkt gegen Thun und hält Meister-Funken am Leben

Der FCSG meldet sich im Meisterrennen zurück. Dank eines Treffers in letzter Sekunde erkämpfen sich die Espen gegen Leader Thun einen Punkt.
Kommentieren
1/11
Im Fallen erzielt Christian Witzig in letzter Sekunde den Ausgleich für den FC St. Gallen.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Das Spiel

Wie bitter für den Leader. Eigentlich sieht in der zweiten Halbzeit alles danach aus, dass Thun den elften Sieg in Serie einfährt. Dass der Spitzenkampf die letzte Meisterprüfung sein könnte, die in dieser Saison ansteht. Aber statt 17 Punkte Vorsprung auf St. Gallen bleiben es nun 14. Immer noch ein Riesen-Polster und nichts, das die Berner Oberländer schon ins Zittern bringen dürfte. Aber dennoch ist es ein grosser Funken, den St. Gallen mit dem Last-Minute-Tor noch warmhalten kann. Witzig ist es, der eigentlich einen nicht sehr guten Abend einzieht, aber in der 95. Minute eiskalt bleibt. Zwei Sekunden nach dem Wiederanpfiff pfeift Schiri Von Mandach schon ab. Aus ist die intensive Partie.

VD2QWmZ7U07xnK_poster.jpg
3:34
St. Gallens Görtler lobt Thun:«Bitter, dass es ein Team gibt, das es noch besser macht»

In der ersten Halbzeit hat St. Gallen klar die Oberhand, geht verdient in Führung und gibt diese bis zur Pause nicht mehr her. Aber das Momentum kehrt nach dem Seitenwechsel komplett. Plötzlich ist Thun am Drücker – und wie! Die Espen-Abwehr steht unter Dauerdruck und bricht innert sieben Minuten gleich zweimal. Der FCSG wirft zum Schluss nochmals alles nach vorne und jubelt über den Last-Minute-Punkt.

Die Tore

37. Minute, Lukas Görtler, 0:1. Aliou Baldé wird in einem Laufduell von Jan Bamert im Thuner Strafraum am Fuss getroffen. Schiedsrichter Johannes von Mandach wird vom VAR an den Bildschirm gebeten und entscheidet richtigerweise auf Strafstoss. Lukas Görtler übernimmt die Verantwortung und verwandelt souverän.

55. Minute, Leonardo Bertone, 1:1. St. Gallens Görtler springt der Ball im eigenen Strafraum an die Hand. Von Mandach entscheidet sofort auf Penalty. Bertone läuft an und trifft eiskalt.

62. Minute, Genis Montolio, 2:1. Thun hat das Spiel gedreht! Kastriot Imeri bringt einen Eckball zur Mitte, wo Montolio am höchsten steigt und zur Führung einnickt.

90.+5. Minute, Christian Witzig, 2:2. St. Gallen schlägt den Ball mit Verzweiflung nach vorne. Das Spielgerät landet in den Füssen von Witzig, der sofort abschliesst und über den Last-Minute-Ausgleich jubelt.

Der Beste

Genis Montolio muss bei Thun aktuell um seinen Stammplatz kämpfen. Wie er das tut, ist eindrücklich. Erhält im Spitzenkampf die Chance – und steckt beim Kopfball zum 2:1 alle Energie in den Abschluss, die er hat. Kaum einer ist bissiger als der Spanier.

Der Schlechteste

Alessandro Vogt verliert gegen Montolio beim Eckball das entscheidende Kopfballduell klar. Ist zwar willig, aber wird von den Thunern fast durchgehend abgemeldet.

Das gab zu reden

Ein ruppiges Duell konnte erwartet werden – was die beiden Teams auf dem Feld dann bieten, ist dennoch bemerkenswert. 60 Zweikämpfe stehen bei Halbzeit schon auf der Tafel. Zum Vergleich: Im Parallelspiel zwischen Basel und GC sinds 46. Ohrenbetäubendes Publikum, feurige Trainer an der Seitenlinie und kernige Duelle. So sieht Spitzenkampf aus.

Die Stimmen (gegenüber blue)

Leonardo Bertone: «Wenn man in letzter Sekunde ein Tor kassiert, ist man nicht zufrieden. Wir sind Top aus der Halbzeit gekommen, haben eine Reaktion gezeigt und sind mit 2:1 in Führung gegangen. Heute konnten sie ihn halt noch machen. Wir wissen wir geben Energie über die Leidenschaft rein. Jeder kann den anderen pushen und das sieht man auch. Schade hat es nicht gereicht. Wir waren zu verhalten. Man hat gemerkt, dass es heute um etwas geht. Sie wollten unbedingt gewinnen, wir wollten die drei Punkte. Wir sind hinten nicht immer voll rein, entsprechend konnten sie kontern. Das haben wir in der zweiten Hälfte besser gemacht.»

Lukas Görtler: «Mit unseren Chancen hätten wir das Spiel in der ersten Halbzeit auch gewinnen können. Die 15-20 Minuten nach der Pause spielt uns Thun an die Wand. Das darf uns nicht passieren, das ist nur eine Frage der Überzeugung. Es sind ähnliche Spielstile gegeneinander. Sie haben es mit bisschen mehr Überzeugung gemacht. Den Rest des Spiels fand ich uns mindestens auf Augenhöhe. So wäre es arg bitter gewesen, hätten wir verloren.»

Die Schiris

Eine äusserst knifflige Angelegenheit für Johannes von Mandach. Schon nach gut zehn Minuten hat es derart harte Zweikämpfe gegeben, dass Espen-Stürmer Baldé vom Publikum gnadenlos ausgepfiffen wird. Es bleibt hitzig. Nach 22 Minuten sind schon fünf Gelbe Karten verteilt – inklusive jene für den tobenden Espen-Coach Maassen. Was man Von Mandach vorwerfen kann: Er sieht das Foul von Bamert an Baldé vor dem Penalty nicht – der VAR muss korrigierend eingreifen.

Die Fans

Spitzenspiel in Runde 28. Es knistert in der Stockhorn-Arena. Beide Fanblöcke sind sehr laut. Vor diesem Hintergrund ist einzig etwas überraschend, dass die Arena in diesem Spiel nicht ganz gefüllt ist. Fast 9’000 Fans sind im Schnitt hier – in diesem Spiel sind 9’651 Fans gemeldet. Offiziell ist das Stadion abgesehen des Gästesektors ausverkauft – dafür hat es auf den anderen Tribünen aber doch den einen oder anderen nicht besetzen grauen Schalensitz. Die Stimmung in der Arena ist dennoch brandheiss.

So gehts weiter

Bereits am Sonntag geht es für beide Teams weiter. Thun reist fürs Derby zu YB – Anpfiff im Wankdorf ist um 16.30 Uhr. Die St. Galler empfangen derweil den FC Basel (14 Uhr).

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
12
26
34
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
12
15
25
3
FC Sion
FC Sion
12
7
23
4
FC Zürich
FC Zürich
12
-1
20
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
12
-3
19
6
Servette FC
Servette FC
12
1
16
7
FC Basel
FC Basel
12
-4
14
8
FC Luzern
FC Luzern
12
-6
13
9
FC Thun
FC Thun
12
-10
13
10
FC Vaduz
FC Vaduz
12
-1
10
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
12
-13
10
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
12
-11
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen