Das Spiel
St. Gallen und GC trennen sich im St. Galler Dauer(schnee)regen mit einem leistungsgerechten 0:0-Unentschieden. Das Spiel bietet grossen Kampf statt spielerische Leckerbissen.
«Ab jetzt hat jedes Spiel einen Finalcharakter», sagte GC-Coach Gerald Scheiblehner vor dem Spiel. Der vorsichtige Auftritt seines Teams hat dann in der Tat Final-Charakter. Die Hoppers, die zuletzt Tore am Laufmeter kassierten, sind darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Das gelingt. So wirklich viel bringt der Punkt dem Rekordmeister im Tabellenkeller am Ende aber nicht. Auch für die St. Galler ist ein Unentschieden selbstredend zu wenig. Es fragt sich: Ist der Meisterzug schon abgefahren? Zwölf Punkte in 14 Spielen müsste man auf Thun aufholen.
In einer über weite Strecken ereignisarmen ersten Halbzeit kommt einzig Alessandro Vogt zu aussichtsreichen Abschlüssen. Zunächst schiesst er den Ball nach einer Hereingabe von Christian Witzig von links in den Rückraum kläglich am Tor vorbei (29.), dann hat er Pech, dass sein abgelenkter Abschluss nur ans Lattenkreuz prallt (42.). GC findet offensiv nicht statt. Ein xG-Wert von 0,08 bringt die Zürcher Ungefährlichkeit zum Ausdruck.
Nach der Pause fallen Schneeflocken, aber weiterhin keine Treffer. Dass sich die statistisch erwartbare Anzahl Tore (xG) im St. Galler Dauerschneeregen nach der Pause zunächst noch verringert, spricht Bände. Hängt aber auch damit zusammen, dass die beste Chance kaum ins Gewicht fällt, weil St. Gallens Chima Okoroji in extremis vor Luke Plange rettet, bevor dieser ins leere Tor einschieben kann.
Erst in der vergleichsweise wilden siebenminütigen Nachspielzeit schrauben die Teams ihre xG-Werte noch etwas hoch. Total 0,47 vor der Pause gegenüber 0,58 nach der Pause – viel wurde im Kybunpark nicht geboten.
Die Stimme (gegenüber Blue)
Sven Köhler (GC), mit einem blauen Auge vom kampfbetonten Spiel gezeichnet: «Es ist erstmal ein gutes Gefühl. St. Gallen ist ein Top-Team in dieser Liga. Ich glaube, wir haben sehr gut dagegengehalten. In der ersten Halbzeit haben wir ein, zwei Chancen zugelassen, nach der Pause fast nichts mehr. Am Ende muss man sich fast noch ärgern, die vielen Umschaltsituationen nicht besser genutzt zu haben. Es war ein brutal intensives Kampfspiel. Das Spiel kann uns zusammenschweissen. Wenn wir mit der Intensität, Zusammenhalt und Leidenschaft spielen, können wir noch viele Punkte holen.»
Der Beste
Sven Köhler. Am Dienstag erlebte er ein Horrordebüt mit seinem Eigentor beim 3:4 in Luzern, nun zeigte der Ex-Braunschweiger seine Klasse als Abwehrchef. Hält den Laden hinten zusammen und trägt in der Schlussphase gleich auch die Captainbinde.
Der Schlechteste
Lee Young-jun. Der Südkoreaner hat gegen Jozo Stanic einen schweren Stand und gewinnt praktisch keinen Zweikampf. Die einzige Torchance kurz nach der Pause vergibt er kläglich.
Das gab zu reden
Im Stadion sitzt die Mannschaft des SC Kemmern, dem Jugendklub von St. Gallens Captain Lukas Görtler. Der Kreisligist aus Oberfranken, bei dem auch Görtlers Brüder spielen, bestritt am Freitag ein Testspiel gegen den FC Abtwil-Engelburg.
Die Schiris
Nico Gianforte fährt in diesem kampfbetonten und intensiven Spiel eine grosszügige Linie. In der 35. Minute hätte er Vandermersch nach einem taktischen Foul aber zwingend verwarnen müssen, dafür ist Gelbe Karte gegen Stroscio zu hart. Schafft es in der zweiten Halbzeit mit einigen umstrittenenen Entscheiden nicht, das Spiel zu beruhigen.
Die Fans
16’017 Fans kommen in den Kybunpark – trotz des miesen Wetters. Die Stimmung ist zwar gut, aber nicht berauschend, was aber in erster Linie dem Geschehen auf dem Feld geschuldet ist.
So gehts weiter
Auf die Grasshoppers wartet in einer Woche das Zürcher Derby gegen den FCZ (Samstag, 20.30 Uhr). Die St. Galler treffen schon früher am Abend auswärts auf Servette (18 Uhr).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 24 | 28 | 55 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 24 | 11 | 42 | |
4 | FC Basel | 24 | 7 | 39 | |
5 | FC Sion | 24 | 8 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 24 | -2 | 29 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 24 | -7 | 26 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |






