Erst VAR-Stopp – dann Linienrichter-Glück
Toggenburger lässt Luzern spät aufatmen

Luzern kassiert zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Aufsteiger Vaduz ein frühes Gegentor, schlägt dann aber zurück und trifft in der 91. Minute auch noch zum 2:1-Heimsieg.
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Nando Toggenburger entscheidet mit seinem späten Tor das Spiel gegen Vaduz zu Luzerns Gunsten.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Die Schlüsselszene

In der Nachspielzeit kann der FC Luzern doch noch den Sieg bejubeln. Nando Toggenburger trifft im Nachschuss zum ersten Mal in der Super League. Doch das Tor wird lange gecheckt. Denn auf der Linie klärt – vermeintlich – noch Malik Sawadogo. Weil der Ball aber offenbar knapp mit vollem Umfang über der Linie war, zählt das Tor und Luzern feiert einen 2:1-Heimsieg.

Das Spiel

Es braucht eine gewisse Zeit, bis die beiden Mannschaften offensiv so richtig auf Betriebstemperatur kommen. Da hilft natürlich eine Rudelbildung vor der Pause, um den Puls hochschnellen zu lassen.

Auslöser ist Vaduz’ Denis Simani, der den am Boden liegenden Faveurdi Bongeli anpöbelt – und schon eilen dessen Teamkollegen Daniel Mikolajewski, Bung Meng Freimann und Andrejs Ciganiks herbei.

Vaduz benötigt nach dem Seitenwechsel gerade mal 25 Sekunden, um in Führung zu gehen. Luzern zieht 13 Minuten später nach.

Der FCL bleibt dieses Mal von einem Goalie-Flop verschont. Dafür patzt bei den Gästen Leon Schaffran. Ihm kommt allerdings der VAR zu Hilfe, weil der vermeintliche Torschütze Nando Toggenburger im Sprintduell Simani zu Fall gebracht hat.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Toggenburger avanciert dann doch noch zum Luzerner Siegtorschützen – und zwar in der Nachspielzeit. Wobei Ref Anojen Kanagasingam den Treffer erst nach dem Hinweis seines Linienrichters anzeigt.

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2:24
Neo-Torschütze Fernandes:«Schon so oft probiert – endlich ist er jetzt rein!»

Die Tore

46. Minute, Julian Stark, 0:1. Energisch setzt sich Dalipi auf der linken Aussenbahn durch. Die punktgenaue Hereingabe verwertet der mitgesprintete Stark per Direktabnahme.

59. Minute, Ruben Fernandes, 1:1. FCV-Goalie Schaffran wehrt einen Bertone-Schuss zur Seite ab. Der FCL bleibt aber gefährlich. Fernandes legt sich den Ball zurecht und erzielt mit seinem platzierten Schlenzer den Ausgleich.

91. Minute, Nando Toggenburger, 2:1. Lucas Ferreira scheitert aus aussichtsreicher Position an Schaffran. Dann probiert sich Toggenburger, wobei es zunächst aussieht, als hätte Sawadogo für seinen geschlagenen Keeper noch rechtzeitig auf der Linie klären können – bis dann Ref Kanagasingam auf den Mittelpunkt zeigt.

Der Beste

Wenn etwas beim FC Luzern nach vorne geht, ist Leonardo Bertone eigentlich fast immer daran beteiligt. Er ist definitiv der Taktgeber in der FCL-Offensive.

Der Schlechteste

Vaduz-Verteidiger Denis Simani gibt der Verteidigung nicht gerade Stabilität. Seine Aktion in der 37. Minute, als er eine Rudelbildung provoziert, ist ebenso unnötig wie blöd. Denn der Innenverteidiger handelt sich eine Gelbe Karte dafür ein und muss sich ab da zurückhalten.

Die Fans

Etwa 50 Fans aus dem Ländle haben den Weg in die Innerschweiz auf sich genommen. Das Duell gegen den Aufsteiger ist nicht gerade ein Publikumsmagnet, weswegen sich «nur» 8605 Fans im Stadion einfinden. Der Fanblock der Luzerner ist trotzdem gut gefüllt und sorgt für lautstarke Unterstützung.

Die Schiris

Anojen Kanagasingam, der sich seit neuestem Berufs-Schiedsrichter nennen darf, zeigt eine gute Vorstellung. Zwar verpasst er im Vorfeld des vermeintlichen 2:1 der Luzerner in der 64. Minute ein Foulspiel des Torschützen Nando Toggenburger in der Entstehung, nimmt den Treffer aber nach VAR-Intervention korrekterweise zurück.

Das gab zu reden I

Der Rasen in Luzern sieht nicht gut aus. Überall sind helle und dunkle Flecken. In den Strafräumen wirkt der Platz beinahe umgepflügt. Der Rasenpilz ist in der Innerschweiz immer mal wieder ein Thema, da nur schlechte Luftzirkulation herrscht. Dieser ist aber nicht das Problem dieses Mal. Man habe einfach eine hellere Grassorte verwendet, lassen die Luzerner auf Blick-Anfrage verlauten.

Das gab zu reden II

«Gib die erpressten Aktien zurück an den FCL», lautet die Botschaft der Luzern-Ultras. Gefolgt von ein paar «Alpstaeg raus»-Rufen sind die Fans unmissverständlich in ihrer Botschaft. Der Hintergrund: Vor etwas über einer Woche hat der Funktionär vor dem Bezirksgericht Recht erhalten und ist damit wieder Mehrheitsaktionär. Der schier endlose Zwist geht in die nächste Runde, da der Klub das Urteil vors Kantonsgericht weiterzieht. Somit dürfte es auch nicht die letzte Protestaktion der Fans gewesen sein.

So gehts weiter

Beide Teams sind bereits am kommenden Samstag wieder gefordert – Luzern in Bern gegen YB (18 Uhr) und Vaduz zu Hause gegen Lausanne (18 Uhr).

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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