Die Schlüsselszene
Es ist eine unscheinbare Szene in der 11. Minute, als Virginius Gegenspieler Steffen im Mittelfeld zweimal tackelt und zu Fall bringt – mit Folgen für das Heimteam. Knapp zehn Minuten später muss sich der Lugano-Captain mit Adduktorenproblemen auswechseln lassen, danach kippt das Spiel. Der FC Lugano, der die Startphase dominiert, gibt die Partie aus der Hand und liegt bereits zur Pause zurück. Immerhin gibts am Ende doch noch einen Punkt.
Das Spiel
Torszenen en masse: Der Spitzenkampf zwischen Leader Lugano und Verfolger YB wird – zumindest eine Halbzeit lang – den Erwartungen gerecht. Lugano dominiert die Startphase komplett, verbucht neben dem frühen 1:0 noch zwei Pfostenschüsse. Mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Lugano-Leitwolf Renato Steffen kommt YB besser ins Spiel und dreht die Partie noch vor der Pause.
Die zweite Halbzeit ist weit weniger spektakulär. Virginius hat die Möglichkeit aufs 3:1 für YB. Ansonsten fällt beiden Teams wenig ein. Super-Joker und FCB-Leihgabe Albian Ajeti sorgt dann dafür, dass zwar Luganos Serie von sechs Siegen zum Saisonstart reisst, die Tessiner aber ungeschlagen bleiben. YB muss sich den Vorwurf gefallen lassen, das 2:1 zu sehr verwaltet zu haben.
Die Tore
2. Minute, Daniel Dos Santos, 1:0. Nach einem Lugano-Eckball klären drei Berner ungenügend. Dos Santos bestraft diese Unzulänglichkeiten per Volley-Tor aus zentraler Position.
28. Minute, Samuel Essende, 1:1. Von Ballmoos irrt bei einer Bukinac-Flanke durch den Fünfer, Fassnacht legt am langen Pfosten zurück auf Essende, der nur noch einschieben muss.
45. Minute, Christian Fassnacht, 1:2. Gigovic flankt zurück auf Sanches. Von Ballmoos lässt dessen Fallrückzieher nach vorne abprallen, wo Fassnacht zur YB-Führung abstaubt.
80. Minute, Albian Ajeti, 2:2. Moncada flankt von rechts perfekt in die Mitte, wo Ajeti zum Ausgleich ablenkt. Sein zweites Tor im dritten Spiel für Lugano.
Die Stimmen
Sandro Lauper gegenüber SRF: «Gut, dass wir nicht verloren haben. Aber wenn man 2:1 führt und wenig zulässt, ist das 2:2 bitter. Der Ausgleich geht auf meine Kappe. Ich verliere Ajeti aus den Augen.»
Daniel Dos Santos: «Wir wollten sie unter Druck setzen, das gelingt uns. Nach dem 1:1 verlieren wir etwas das Diktat. Aber am Ende hat man schon gesehen, wer den Sieg mehr wollte – auch wenn wir es nicht mehr geschafft haben.»
Der Beste
Samuel Essende. Der Topskorer der Liga zeigt vor der Pause einen überragenden Auftritt und leitet mit seinem achten Saisontor die Wende ein.
Der Schlechteste
Hannes Delcroix. Der Lugano-Verteidiger kriegt Fassnacht nicht in den Griff und leistet sich auch sonst den einen oder anderen Aussetzer.
Die Schiris
Nico Gianforte lässt zwar sehr viel laufen, dabei unterlaufen ihm aber auch einige Fehlentscheide. Essende hätte zum Beispiel bei seinem Tackling nach gut einer Stunde gegen Papadopoulos zwingend verwarnt werden müssen.
Die Fans
Gut 8000 Fans sind in der AIL Arena und sorgen für eine tolle Atmosphäre. Unter ihnen sind auch Nati-Abwehrchef Manuel Akanji und Christian Stucki, der Schiwngerkönig von 2019. Vor dem Spiel vermelden die Tessiner Medien, dass das Spiel ausverkauft ist, dennoch bleiben ein paar wenige Plätze leer.
Das gab zu reden
Die beiden Teams zahlen den intensiven ersten Monaten der Saison Tribut. Nicht nur Renato Steffen fällt mit einer Muskelverletzung früh aus, in der Pause bleiben auch David von Ballmoos und Isaac Schmidt wegen muskulärer Probleme in der Kabine. Für Lugano war es bereits das 14. Pflichtspiel seit Ende Juli.
So gehts weiter
YB empfängt am Samstag Servette (18 Uhr). Lugano holt am Mittwoch (19 Uhr) das wegen der Europa-League-Quali verschobene Heimspiel aus der vierten Runde gegen St. Gallen nach.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 10 | 24 | 28 | |
2 | BSC Young Boys | 10 | 15 | 22 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC St. Gallen | 10 | -2 | 16 | |
5 | FC Zürich | 10 | -4 | 14 | |
6 | Servette FC | 10 | 1 | 13 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 10 | -5 | 12 | |
9 | FC Thun | 10 | -10 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 10 | 0 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |