Das Spiel
27 Minuten sind in Lausanne gespielt, als Schiedsrichter Kanagasingam an den VAR-Bildschirm gebeten wird. Kurz davor hat er nach einem Foul von Burch an Traore auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Dieser ist unstrittig – nicht aber die Strafe für den Servette-Verteidiger, der in der Folge vom Platz fliegt.
Es ist der Anfang einer Genfer Viertelstunde zum Vergessen, denn Roche – per anschliessendem Penalty – und Traoré – nach einem Eigenfehler von Mazikou – drehen das Spiel noch vor der Pause und machen damit Mraz’ Führungstor nach 20 Minuten vorübergehend vergessen.
Für die Gäste allerdings kein Grund, aufzustecken: In den Minuten um den Seitenwechsel muss Letica gleich zweimal gegen Mraz eingreifen. Besser macht es Stevanovic dann kurz vor der Stundenmarke, als er den Ball mit einem präzisen Schuss zum Ausgleich im Tor unterbringt.
Seine wichtige Rolle im Spiel der Servettiens unterstreicht Stevanovic dann noch einmal in der Nachspielzeit, als er erneut auf Zuspiel von Njoh das 3:3 erzielt und den Genfern nach Jannehs Führungstor in der 73. Minute doch noch einen Punkt sichert.
Die Tore
20. Minute, Samuel Mraz, 0:1. Stevanovic kommt auf der rechten Seite an den Ball und schlägt eine mustergültige Flanke in den Lausanne-Strafraum. Dort steht Sturmpartner Mraz völlig frei und schiebt überlegt zur Genfer Führung ein.
28. Minute, Jamie Roche (Elfmeter), 1:1. Burch stösst Traore wenige Meter vor dem Tor in den Rücken – und bezahlt dafür einen hohen Preis: Es gibt Penalty und Rot für den Servette-Verteidiger. Roche übernimmt die Verantwortung und bezwingt Mall mit einem Schuss in die untere rechte Torecke.
39. Minute, Seydou Traoré, 2:1. Mazikou vertändelt am eigenen Strafraum den Ball. Traoré bedankt sich und schiesst Lausanne mit einem satten Flachschuss erstmals in Führung.
59. Minute, Miroslav Stevanovic, 2:2. Trotz Unterzahl geniesst Njoh auf der linken Seite viele Freiheiten und legt den Ball in den Rücken der Abwehr ab. Dort lauert Stevanovic und gleicht per gefühlvollem Schlenzer aus.
73. Minute, Omar Janneh, 3:2. Die beiden Joker stechen: Diakité lanciert Janneh mit einem Zuspiel in die Tiefe. Der spanische Stürmer entwischt der Servette-Abwehr und lupft den Ball am Ende sehenswert über Mall hinweg ins Genfer Tor.
90.+1 Minute, Miroslav Stevanovic, 3:3. Erneut bringt Njoh den Ball von links in den Strafraum von Lausanne, wo sich Stevanovic frei läuft und das Spielgerät zum späten Ausgleich über die Linie spitzelt.
Die Stimme (gegenüber Blue)
Servette-Keeper Joël Mall: «Wir haben so viel auf die ‹Schnorre› bekommen in dieser Saison, dass wir eine gewisse Resilienz entwickelt haben und Rückschläge hinnehmen können, vor allem solche, die wir uns selbst zuzuschreiben haben. Mica (Miroslav Stevanovic) ist nicht nur heute entscheidend, er ist wahrscheinlich unser bester Spieler – mit unglaublicher Mentalität, einer, der immer vorangeht, nicht laut ist, seine Statistiken seit Jahren bringt.»
Der Beste
Miroslav Stevanovic liefert Samuel Mraz eine Vorlage von aussergewöhnlicher Qualität und erzielt anschliessend zwei Tore. Er ist bereits eine Legende des Schweizer Fussballs, schreibt aber jede Saison ein neues Kapitel seiner Erfolgsgeschichte.
Der Schlechteste
Bradley Mazikou fühlt sich in seiner Position als Innenverteidiger nicht wohl, und das macht sich langsam bemerkbar. Kurz vor der Pause verursacht er einen fatalen Ballverlust, der zum 2:1 für Lausanne führt. Später wird er logischerweise durch Yoan Severin ersetzt, einen echten Innenverteidiger.
Das gab zu reden
Jocelyn Gourvennec zögert oft, Samuel Mraz in die Startelf zu berufen, da der slowakische Stürmer seiner Meinung nach nicht genug leistet, um sein Vertrauen zu verdienen. Sein Tor nach seiner Einwechslung am Mittwoch in Lugano überzeugte den Franzosen jedoch, ihm eine Chance zu geben – und das Risiko zahlt sich zu Beginn des Spiels aus. Es ist das achte Tor für den Mittelstürmer in acht Startelf-Einsätzen.
Die Schiedsrichter
Anojen Kanagasingam hat kein leichtes Spiel, da es zahlreiche Kontakte und ständige Beschwerden gibt. Ein Derby am Genfer See ist immer kompliziert, aber der Berner hat sich insgesamt gut geschlagen. In der 27. Minute hilft ihm der VAR, Marco Burch vom Platz zu stellen, nachdem er ihm zunächst eine Gelbe Karte wegen eines Fouls an Seydou Traoré gezeigt hat. In der 89. Minute schickt er Nicky Beloko wegen Reklamierens zu Recht vom Platz. So verschafft er sich Respekt.
Die Fans
Enttäuschende Zuschauerzahlen für ein Derby am Lac Léman, denn nur 7949 Zuschauer finden am Sonntag den Weg ins Stadion. Der Hauptgrund dafür sind die durchwachsenen Ergebnisse beider Mannschaften seit Jahresbeginn. Die beiden Fanblöcke sind jedoch gut gefüllt, und die Lausanner Ultras verdienen eine lobende Erwähnung für ihre spektakuläre Choreografie vor dem Spiel.
So gehts weiter
Für Lausanne beginnt am kommenden Donnerstag die europäische K.o.-Phase: Im Playoff-Hinspiel der Conference League trifft die Zeidler-Equipe um 18.45 Uhr auswärts auf den tschechischen Vertreter Sigma Olmütz. In der Super League wartet dann am Sonntag um 16.30 Uhr ein Gastspiel in Lugano. Servette steht am Samstag um 18 Uhr wieder im Einsatz, wenn es den FC St. Gallen empfängt.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |






