Das Spiel
Thun schlägt YB im Kantonsderby mit 2:1. Damit hält die Ungeschlagen-Serie der Berner Oberländer weiter an. Mittlerweile sind es zwölf Ligaspiele in Folge ohne Niederlage.
YB ist in der Startphase klar die bessere Mannschaft. Die Berner spielen mit viel Spielwitz und suchen immer wieder den Abschluss. So schiesst Alvyn Sanches die Stadtberner früh in Führung. Leader Thun wirkt zu Beginn für einmal ungewohnt verunsichert. Sinnbildlich dafür: Torhüter Niklas Steffen verliert den Ball an Christian Fassnacht. Dieser schliesst aus spitzem Winkel ab, verfehlt aber knapp.
Nach der Pause ein anderes Bild: Thun spielt plötzlich befreit auf. Nach einer Ecke springt YB-Verteidiger Yan Valery der Ball im Strafraum an die Hand: Penalty für die Berner Oberländer. Leonardo Bertones Versuch wird aber von Marvin Keller pariert. Zwei Minuten später klappts doch noch: Matoshi gleicht für den Leader aus.
YB versucht zu reagieren, doch Thun-Goalie Steffen hält gleich mehrfach bärenstark. Nach einer Stunde erzielt Lucien Dähler den vermeintlichen zweiten Thuner Treffer, doch dieser wird anschliessend vom VAR aberkannt (siehe «Das gab zu reden»). In der Schlussphase sorgt Joker Nils Reichmuth für den Lucky Punch zugunsten von Thun.
Die Tore
7. Minute, Alvyn Sanches, 1:0. Sanches spielt Monteiro auf der linken Seite wunderbar an. Der Flügelstürmer setzt sich stark durch, dringt in den Strafraum ein und legt quer. Dort schiebt Sanches eiskalt ein.
50. Minute, Valmir Matoshi, 1:1. Meichtry schickt Matoshi mit einem langen Ball steil. Der spitzelt ihn perfekt an Wüthrich vorbei, erwischt dann auch Goalie Keller genau im richtigen Moment und bezwingt ihn via Innenpfosten.
80. Minute, Nils Reichmuth, 1:2. Heule spielt einen perfekten Pass in den Strafraum. Dort nimmt Reichmuth den Ball gekonnt mit und versenkt ihn eiskalt im linken oberen Eck.
Die Stimmen (gegenüber Blue)
Nils Reichmuth sorgt als Joker für den Derby-Sieg. Danach verrät er, dass Kastriot Imeri ihm vor dem Spiel gesagt habe, dass er ready sein solle, wenn er reinkommt: «‹Ich habs dir doch gesagt›, meinte Imeri nach dem Spiel zu mir. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaftsleistung. Es war kein leichtes Spiel, aber mental sind wir extrem stark. Mauro Lustrinelli gibt uns den Extra-Push und macht uns klar, wie wichtig das Spiel ist.»
YB-Leader Christian Fassnacht: «Wir haben in der Pause angesprochen, dass Thun in der zweiten Hälfte eine Schippe drauflegen kann. Das hat man im Spiel gegen St. Gallen gesehen. Das nervt mich gerade. Wir haben eine super erste Hälfte gezeigt. Dann waren wir zu wenig griffig in den Zweikämpfen. Da frage ich mich schon auch warum, gerade weil wir uns dessen bewusst waren. Hätten wir das cleverer zu Ende gespielt, wären wir als Sieger vom Platz gegangen.»
Das gabs zu reden
Den Thunern bleibt der Jubel über das Führungstor von Dähler in der 61. Minute im Hals stecken. Plötzlich rennt Schiedsrichter Schärer zum Bildschirm. Und da sieht er, dass Meichtry in der Vorbereitung des Tores Gegner Sanches voll am Fuss getroffen hat. Er braucht nicht lange, um das Tor zurückzunehmen.
Der Beste
Niklas Steffen. Er hält Thun mit vier starken Paraden in den Minuten 54 bis 57 nach dem Ausgleich im Spiel.
Der Schlechteste
Gregory Wüthrich. Der YB-Verteidiger startet eigentlich stark in die Partie, baut dann aber ab und sieht bei beiden Gegentoren nicht gut aus.
Die Schiris
Sandro Schärer sieht das Foul vor dem Thuner Führungstor nicht auf Anhieb und muss es am Bildschirm anschauen gehen. Ansonsten hat er das Spiel im Griff und fällt einmal mehr durch seine klaren Anweisungen und ausdrucksstarken Gesten gegenüber den Spielern auf.
Die Fans
Volle Hütte im Wankdorf. 31’500 Fans sind gemeldet. Die einzige Lücke gibts im unteren Bereich des Thuner Blocks. Ansonsten ist kein leerer Schalensitz weit und breit zu erkennen bei diesem Berner Derby.
So gehts weiter
Thun spielt am kommenden Samstagabend (18 Uhr) gegen GC. YB trifft am darauffolgenden Tag (14 Uhr) auswärts auf Lausanne.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 33 | 24 | 60 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 33 | 16 | 52 | |
6 | BSC Young Boys | 33 | 5 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 33 | 3 | 40 | |
2 | Servette FC | 33 | 0 | 40 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 33 | -10 | 39 | |
4 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |






