In einem Punkt sind sich FCB-Präsident David Degen (40) und Sportchef Heiko Vogel (47) unüberhörbar einig: Die Entlassung von Ex-Trainer Timo Schultz (46), der nur elf Spiele gecoacht hat, ist kein Schnellschuss gewesen. «Es ist lediglich so, dass die Entwicklung nicht da war und die Resultate denkbar schlecht waren. Es war die Wahrnehmung, dass es so nicht weitergehen kann», sagt Sportchef Heiko Vogel an der Pressekonferenz am Freitag. Die Entlassung sei zu einem gewissen Grad aber auch dem neuen Liga-Modus geschuldet.
«Der neue Modus bringt es mit sich, dass man unter den ersten sechs sein muss – und da sind wir momentan nicht, das ist ganz klar nicht unser Anspruch.» Derzeit liegt der FC Basel auf Platz neun. Nur: Es sind auch erst acht Runden gespielt und der Strich wird nach 33 Runden gezogen. «Im Fussball-Business ist die Dynamik eben hoch, da geht es teilweise äusserst schnell», teilt Präsident Degen die Meinung seines Sportchefs.
Yverdon-Pleite war ein Alarmzeichen
Für Degen habe es ausserdem seit längerem Anzeichen gegeben, dass das Projekt mit Schultz in die falsche Richtung läuft. Beispielsweise nach dem frühen Out in der Conference-League-Quali oder dem schlechten Saisonstart. Gleichzeitig relativiert Degen, denn der Kader-Umbruch im Sommer war nicht einfach zu managen.
Für noch mehr Alarm sorgte bei Degen aber die Niederlage vom letzten Wochenende in Yverdon (2:3). «Ich war da im Stadion, es war richtig erschreckend und hat bei mir extrem viele Fragen aufgeworfen. Wir haben alles vermissen lassen: Einstellung, fussballerisch. Nichts hat gepasst. Das darf nicht passieren.»
Vogel machts nicht interimistisch
Stellt sich die Frage, wer die Mannschaft auf Vordermann bringen wird und sich ins Haifischbecken FCB wagt. Vorerst übernimmt Sportchef Vogel an der Seitenlinie. Bereits vor einem Jahr war der Deutsche nach der Entlassung von Alex Frei (44) Trainer.
Dieses Mal wird er allerdings nicht interimistisch übernehmen, auf diese Bezeichnung hat der FCB bewusst verzichtet, als er die Medienmitteilung des Schultz-Knalls versendet hat. Aus einem ganz einfachen Grund, wie Degen klarstellt: «Heiko ist nicht Interimscoach, sondern bis auf Weiteres Trainer. Wie lange das sein wird, können wir noch nicht sagen.»
Nur so viel: «Es wäre fatal, nicht auf ihn zu setzen. Er hat die Erfahrung und kennt die vielen neuen Spieler am besten, weil er sie im Sommer geholt hat. Auch diejenigen, die aus der letzten Saison noch da sind.»
Auf die erneute Tätigkeit als FCB-Trainer, die dritte nach 2011/12 und im letzten Jahr, freut sich Vogel. «Ich kann nicht in die Glaskugel schauen, aber ich bin überzeugt, dass es in dieser Kombination klappen wird.» Zum ersten Mal wird Vogel am kommenden Sonntag im Super-League-Spiel gegen Aufsteiger Stade-Lausanne-Ouchy (16.30 Uhr) den FC Basel coachen.
Die PK zum Nachlesen
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 11 | 25 | 31 | |
2 | BSC Young Boys | 11 | 17 | 25 | |
3 | FC Sion | 11 | 7 | 22 | |
4 | FC Zürich | 11 | -3 | 17 | |
5 | Servette FC | 11 | 2 | 16 | |
6 | FC St. Gallen | 11 | -4 | 16 | |
7 | FC Basel | 11 | -3 | 14 | |
8 | FC Luzern | 11 | -6 | 12 | |
9 | FC Thun | 11 | -11 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 11 | -1 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 11 | -13 | 9 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 11 | -10 | 6 |