«Wird Lichtsteiner das als Trainer überleben?»
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Viele Probleme in Basel:«Wird Lichtsteiner das als Trainer überleben?»

Steiler als die Eiger-Nordwand
Trainer-Lehrling Lichtsteiner lernt in Basel auf die harte Tour

In welcher Branche kommt man auf die Idee, einen zum Chef zu ernennen, der noch nicht einmal seine Abschlussprüfung hat? Im Fussball, natürlich. Stephan Lichtsteiner macht beim FCB gerade ein Praktikum der etwas anderen Art.
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Warum begreifen sie es denn nicht? Stephan Lichtsteiner versucht, Julien Duranville zu erklären, was er von ihm will.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stephan Lichtsteiner (42) kämpft als FCB-Trainer mit sportlichen und persönlichen Herausforderungen
  • Er besitzt noch keine höchste Trainerlizenz, Abschluss erst Sommer 2026
  • Basel-Trainerposten gilt als einer der anspruchsvollsten in der Super League
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Florian RazReporter Fussball

Etwas kommt natürlich noch obendrauf: Stephan Lichtsteiner (42) muss sich beim FC Basel nicht nur mit Taktik, Torlos-Stürmern und einem sportlichen Tief auseinandersetzen. In den letzten Tagen durfte er als Luzerner auch noch den Kulturschock einer Fasnacht erleben, die etwas anders ist als jene in seinem Geburtskanton.

Wer in Basel eine wichtige Rolle innehat, erfährt an diesen drei Tagen ungefiltert, was die Menschen in der Region so von ihm denken. Lichtsteiner gehört als FCB-Trainer natürlich dazu. Eine Beobachtung zu ihm taucht dabei immer wieder auf. Der Schnitzelbank Heiri fasst sie so zusammen:

Dr Lichtsteiner het jetzt d Buebe vom FCB übernoo.
Noch siibe Mönet ummegumpe hett dr Magnin müesse goo.
Me hätt doch in dr Region öbber Bessers chönne finde.
Zum Byspiil s Fränzi Buser vom Chindski Gälterchinde. 

Schnitzelbänggler sind zwar selten Fussballmanager und besitzen meist keine Trainer-Lizenz. Aber die Besten haben ein gutes Gespür für wunde Punkte. Und Heiri trifft bitterbös ins Schwarze.

Lichtsteiner besitzt zwar die Erfahrung von über 100 Länderspielen. Aber er war dabei in erster Linie dafür zuständig, hinten rechts für Ordnung zu sorgen, vernünftige Flanken zu schlagen – und im Schnitt alle 15 Minuten den vor ihm spielenden, damals noch jungen Xherdan Shaqiri darauf hinzuweisen, dass es im Fussball auch so etwas wie Abwehrarbeit gibt.

Als Trainer einer Profimannschaft aber muss Lichtsteiner plötzlich ungemein viel mehr gleichzeitig im Auge und im Griff haben. Unter anderem die Entscheidung, ob es sich jetzt noch lohnt, Xherdan Shaqiri (inzwischen 34) darauf hinzuweisen, dass es im Fussball auch so etwas wie Abwehrarbeit gibt.

Dazu die Frage, warum Spieler zwei Minuten nach ihrer Einwechslung bereits wieder alles vergessen haben, was er ihnen gesagt hat. Die Tatsache, dass man fast alle zwei Tage vor den Medien etwas halbwegs Intelligentes sagen sollte. Dass ihm der Klub fünf Minuten vor Anpfiff einer entscheidenden Partie Stammspieler unter dem Hintern wegverkauft. Und, und, und …

Lichtsteiner macht seinen Abschluss erst im Sommer

All das hat er noch nie erlebt. Kann er ja gar nicht. Der Schnitzelbänkler Heiri hat recht: Lichtsteiner ist beim FCB ein Lehrling. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die höchste Trainerlizenz schliesst er erst im Sommer an der italienischen Trainerschule in der Nähe von Florenz ab.

Das heisst nicht, dass Lichtsteiner nicht zu einem erfolgreichen Trainer heranwachsen kann. FCB-Präsident David Degen (43) und Sportchef Daniel Stucki (44) sind schwer von seinen Fähigkeiten überzeugt. Und im Cup in St. Gallen war zu sehen, dass Lichtsteiner interessante taktische Ideen haben kann. Dumm nur, dass der Plan damals auf einen Stürmer namens Albian Ajeti (28) zugeschnitten war, dem zuletzt irgendwann 2025 ein gutes Spiel gelungen ist.

Auch mit ihnen muss sich Lichtsteiner jetzt auseinandersetzen: mit Spielern, die weit von jener verbissenen Professionalität entfernt sind, die ihm selbst eine grosse Spielerkarriere ermöglicht hat.

Die Aussendarstellung ist ein Problem

Die Bilder, wie er dem erschrockenen Marin Soticek (21) in Luzern hoch erregt mit Stift und Taktiktafel vor der Nase herumfuchtelt, lassen nur einen Schluss zu: Lichtsteiner hat noch Mühe damit, zu verstehen, warum andere nicht verstehen, was er ihnen sagen will.

Die Szene zeigt auch: Er hat noch nicht begriffen, was solche Bilder erstens für seine Aussendarstellung bedeuten. Und wie wichtig zweitens diese Aussendarstellung in seinem neuen Job ist. Irgendwie wirkt der stets hoch erregte Trainer Lichtsteiner an der Seitenlinie noch immer wie der Spieler Lichtsteiner.

Den 2:1-Siegtreffer gegen den FC Zürich feiert er wie ein Teamkollege seiner Untergebenen. Nach dem 2:4 in Luzern zerfetzt er die Mannschaft öffentlich in der Luft. Gruppenkuscheln oder Peitschenhiebe? Auch das muss er erst noch herausfinden.

Alex Frei und Patrick Rahmen könnten was erzählen

Basel ist nicht bekannt für seine Berghänge. Und doch gibt es derzeit eine Klippe, die mindestens so steil ist wie die Eiger-Nordwand: Es ist die Lernkurve, die Lichtsteiner hinlegen muss, damit er nicht gefressen wird von einem Klub, der schon viele andere vor ihm erst weichgekaut und dann ausgespuckt hat.

Basel ist ein gnadenloses Pflaster für Trainer. Lichtsteiner kann ja mal bei Alex Frei (46), Patrick Rahmen (56) oder Ludovic Magnin (46) nachfragen, was der Job so alles mit einem anstellen kann. Und gleichzeitig kann er bloss hoffen, dass ihm seine Chefs mehr Zeit geben als seinen Vorgängern.

Mitleid wäre allerdings fehl am Platz. Es ist kein Zufall, dass viele Trainer zuerst einige Zeit im Nachwuchs, mit kleineren Profiteams und als Assistenten arbeiten, bevor sie den Schritt ins Rampenlicht wagen. Stephan Lichtsteiner hat bewusst darauf verzichtet. Und sich stattdessen als Erstes auf den heissesten Stuhl gesetzt, den die Super League zu bieten hat.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
26
32
61
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
26
19
47
3
FC Lugano
FC Lugano
26
12
46
4
FC Sion
FC Sion
26
9
40
5
FC Basel
FC Basel
26
5
40
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
26
0
36
7
FC Luzern
FC Luzern
26
3
33
8
FC Zürich
FC Zürich
26
-11
31
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
26
-3
30
10
Servette FC
Servette FC
26
-7
28
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
26
-13
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
26
-46
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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