Stehende Ovationen im Tessin
Ignacio Aliseda: Vom Fehltransfer zum Unterschiedsspieler

In seinem ersten Jahr in der Schweiz kam Ignacio Aliseda nicht auf Touren. Seit der Winterpause gehört der Argentinier nun aber zu den wichtigsten Spielern beim Cupfinalisten Lugano.
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Ignacio Aliseda präsentiert sich in diesen Wochen in Topform.
Foto: keystone-sda.ch

Als Lugano spät in der Nachspielzeit gegen St. Gallen den ärgerlichen Ausgleich zum 1:1 kassiert, steht Ignacio Aliseda (23) nicht mehr auf dem Platz. Der Argentinier, der beste Spieler an diesem Ostermontag im Cornaredo, erhält in der 78. Minute bei seiner Auswechslung vom Tessiner Publikum eine Standing Ovation. Wie im Cup-Halbfinal gegen Servette, als er zweimal trifft, ist der Flügel der Mann des Spiels.

Im Januar 2022 wechselt Aliseda vom Partnerclub Chicago Fire ins Tessin. Der Argentinier hinterlässt in der Rückrunde aber keine Spuren, kommt praktisch nur zu Teileinsätzen und steht beim wichtigsten Match der Saison, dem Cupfinal gegen St. Gallen (4:1), nicht einmal im Kader. Zu Beginn dieser Saison setzt ihn eine Verletzung ausser Gefecht. Die Gefahr, als Fehltransfer abgestempelt zu werden, droht.

Mittlerweile in Lugano unverzichtbar

«Er war nicht in Form, als er zu uns gekommen ist», sagt Mattia Croci-Torti über seinen derzeit heissesten Spieler im Kader. «Aber wir haben Geduld bewiesen.» Geduld ist ein rares Gut im Fussball, aber eines, das sich nicht selten auszahlt. So auch im Fall von Aliseda, für den Lugano laut transfermarkt.ch 3,6 Millionen Euro nach Chicago überwiesen hat. Behutsam baut ihn Croci-Torti mit seinem Staff auf, inzwischen ist Aliseda physisch bereit.

«Er ist ein Unterschiedsspieler», sagt Sportchef Carlos Da Silva am Montag in der Pause im Interview mit Blue. Auch gegen St. Gallen sorgt der 1,69 m grosse Flügel aus Buenos Aires beinahe für die Differenz. Sein Solo vor dem 1:0 ist Extraklasse, als er Quintilla, Görtler und Stergiou ins Leere laufen lässt. Auch sonst entzückt Aliseda mit einigen Tricks und guter Technik. Dass er auch Skorer-Qualitäten hat, beweist er seit Wochen regelmässig. Seit der Winterpause hat er in 13 Spielen sechsmal getroffen, eine sehr gute Quote für einen Flügelstürmer.

Inzwischen ist Aliseda unverzichtbar für die Tessiner, die noch viel erreichen können in dieser Saison. Platz 2 und die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation ist ebenso möglich wie die Titelverteidigung im Cup, wo Lugano am 4. Juni im Wankdorf auf YB trifft. Dann will Aliseda auch im Cupfinal den Unterschied machen – nicht zum ersten Mal in dieser Rückrunde.

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Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
33
38
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
33
24
60
3
FC Lugano
FC Lugano
33
12
57
4
FC Basel
FC Basel
33
6
53
5
FC Sion
FC Sion
33
16
52
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
33
5
48
7
FC Luzern
FC Luzern
33
3
40
8
Servette FC
Servette FC
33
0
40
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
33
-10
39
10
FC Zürich
FC Zürich
33
-18
34
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
33
-25
27
12
FC Winterthur
FC Winterthur
33
-51
19
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