St. Gallens Von Moos vor FCB-Duell
«Gehen mit purem Selbstvertrauen nach Basel»

Beim 2:0 gegen GC ist Julian Von Moos (20) der beste Mann auf dem Platz. Legt der Thurgauer gegen seinen Ex-Klub Basel nach?
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Julian Von Moos kickt bei sich zuhause in Salmsach TG.
Foto: TOTO MARTI
Stefan Kreis

Es läuft die 7. Minute im Spiel gegen GC als Julian von Moos zum Sprint ansetzt. Wie von Sinnen rennt er los, hängt all seine jubelnden Mitspieler ab, direkt Richtung Eckfahne. In die Arme eines Kumpels, Emotionen pur. Sekunden zuvor hatte der Thurgauer seinen ersten Pflichtspieltreffer für jenen Verein erzielt, bei dem er gross wurde.

Von «Heimat» spricht Von Moos nach dem Spiel. Und von einem unglaublichen Gefühl: «Hier zu treffen, vor der eigenen Kurve, im eigenen Stadion, vor ausverkauftem Haus.» Mit zwölf wechselt der pfeilschnelle Flügel vom FC Romanshorn zum FC St.Gallen, drei Jahre später folgt er dem Ruf der Grasshoppers. Wieder drei Jahre später der Wechsel zum grossen FC Basel. Über eine Million Franken soll der damalige Sportchef Marco Streller für den Hochbegabten bezahlt haben.

Lange Verletztenliste

Der renommierte englische «Guardian» führt Von Moos zu diesem Zeitpunkt unter den weltweit hoffnungsvollsten Spielern mit Jahrgang 2001. Immer wieder wird Von Moos aber zurückgeworfen.

Pfeiffersches Drüsenfieber mit 17, eine Schambeinentzündung, später eine Operation an den entzündeten Mandeln, durch die er zehn Kilo Muskelmasse verlor. Nur 20 Pflichtspiele für den FCB, er wird nach Wil ausgeliehen, wo er unter Ciriaco Sforza in 13 Spielen 10 Skorerpunkte sammelt, dann gehts weiter nach Holland, bei Vitesse Arnheim kommt er aber nicht über die Reservistenrolle hinaus.

Mittlerweile ist Von Moos wieder dort, wo alles angefangen hat: Beim FC St.Gallen. Bis 2024 hat Von Moos unterschreiben. Dies, weil FCB-Boss David Degen nicht mehr mit ihm plante.

Rächt sich von Moos an Degen?

Das ist überraschend, denn unter anderem wars Degen selbst, der Von Moos damals von GC zum FCB brachte. Damals noch in seiner Eigenschaft als Mitbesitzer einer Spielerberateragentur.

Ob von Moos seinem einstigen Förderer heute Abend zeigen wird, wieviel Potenzial in ihm steckt? An der breiten Brust mangelt es dem Thurgauer jedenfalls nicht. «Wir gehen mit purem Selbstvertrauen nach Basel.» Kein Wunder, der FCSG ist in diesem Jahr noch ungeschlagen.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
28
33
65
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
28
20
51
3
FC Lugano
FC Lugano
28
12
49
4
FC Basel
FC Basel
28
7
46
5
BSC Young Boys
BSC Young Boys
28
4
42
6
FC Sion
FC Sion
28
8
41
7
FC Luzern
FC Luzern
28
1
33
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
28
-3
33
9
FC Zürich
FC Zürich
28
-15
31
10
Servette FC
Servette FC
28
-7
30
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
28
-13
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
28
-47
15
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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